Wer spricht?
Georgina Neitzel leitet das Innovation Lab der ERGO Group AG (Berlin, seit April 2024) und beobachtet hautnah, wie technologische Hype-Zyklen Geschäftsentscheidungen, Ressourcenallokation und Zukunftsvorstellungen in der Versicherungsindustrie prägen. Ihr Hintergrund: Data Science und Innovation Management bei BCG Digital Ventures (7+ Jahre). Sie bringt STS-Konzepte in die Unternehmenspraxis — und erlebt täglich, wie Organisations- und Medien-Dynamiken die reale Innovations-Agenda formen.
Biografie
Aktuelle Rolle:
- Head of Innovation Lab, ERGO Group AG (Berlin, seit April 2024)
Werdegang:
- Lead Product Manager + Senior Data Scientist, BCG Digital Ventures / BCG X (2017–2024) — 7+ Jahre in der Innovation-Consulting an der Schnittstelle von Technologie, Strategie und Unternehmensaufbau
- Schwerpunkte: Generative AI in der Versicherungswirtschaft, Digitale Twins, humanoid robots, KI-Agenten (Zeithorizont: 12–36 Monate)
Prägungen:
- Praktikerin mit STS-affinem Blick: Analysiert, wie Zukunftsnarrative Investitions- und Geschäftsentscheidungen prägen — nicht aus der Akademie, sondern aus dem Unternehmensalltag heraus
- Co-Entwicklung eines interdisziplinären Hype-System-Modells mit Raphael Iltisberger, vorgestellt auf re:publica 26 (2026)
Bücher & Publikationen
(Keine eigenständigen Buchpublikationen bekannt; Beiträge in Branchenpublikationen)
| Titel | Jahr | Beschreibung |
|---|---|---|
| ERGO Whitepaper: GenAI does not change individual touchpoints, but has a holistic effect | 2025 | Analyse des ganzheitlichen Effekts von Generative AI auf Versicherungsprozesse |
| Interview: ERGO Radar Magazine — KI in der Versicherungswirtschaft | 2024 | Perspektiven auf multimodale GenAI-Anwendungsfälle |
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Hype Is a System: How Tech Futures Get Made — re:publica 26 (2026), mit Raphael Iltisberger
- Transforming Insurance: Practical Insights with Multimodal GenAI — AI Data Summit (2024)
Kernthesen
1. Hype ist ein System, kein Lärm
Technologische Hypes entstehen nicht zufällig, sondern durch das Zusammenspiel identischer Akteursgruppen (Medien, Investoren, Tech-Producer, Policy) in drei Subsystemen: Attention, Capital, Epistemic Control.
2. Hype-Aussagen sind Marketingrhetorik, keine ehrlichen Prognosen
Tech-Unternehmer haben das Hype-Spiel gemeistert. Ihre Aussagen sind am treffendsten als Marketing-Sprache zu verstehen — strategisch konstruierte Narrative, nicht naive Fehler.
3. Risiken werden systematisch aus der Hype-Phase ausgeklammert
Gesichtserkennung wurde als Sicherheitstechnologie eingeführt; Überwachungsrisiken wurden erst sichtbar, als die Technologie bereits etabliert war. Das ist kein Zufall, sondern Methode.
4. Vorhersagen mit struktureller Skepsis begegnen
Komplexe Systeme erlauben keine zuverlässige Punkt-Prognose. Jede Prognose reduziert Komplexität auf eine Aussage — was zwangsläufig verzerrt. Future Studies operiert auf dem Gegenprinzip: Die Zukunft ist gestaltbar.
Verbindungen zu anderen Denkern
(wird von Montaigne befüllt)
Gedankenwelten-Notes
- Neitzel und Iltisberger — Hype Is a System — re:publica 26, gemeinsam mit Raphael Iltisberger












