Wer spricht?

Hans-Jürgen Völz ist Bundesgeschäftsleiter Volkswirtschaft des BVMW (Bundesverband Mittelständische Wirtschaft) und seit seinem 18. Lebensjahr CDU-Mitglied. Seine Position: Strukturreformen und Unternehmerlastung sind die Voraussetzung für Wohlstand und soziale Stabilität. Der Sozialstaat, so seine Diagnose, ist ineffizient und teuer — nicht zu klein, sondern schlecht konstruiert.


Biografie

Karriere und Institution:

  • Bundesgeschäftsleiter Volkswirtschaft des BVMW — der Interessensvertretung für den Mittelstand
  • Spricht als Chefvolkswirt des BVMW-Verbandes
  • Seit dem 18. Lebensjahr CDU-Mitglied — langjähriges Engagement in der Wirtschaftspolitik der Partei

Politische Herkunft:

  • Ideologisch in der liberalen Wirtschaftspolitik verankert: Standort Deutschland, Unternehmensbelastung senken, Bürokratieabbau
  • Vertritt die Position, dass Armutsfeststellung eine Frage der Arbeitsplätze ist, nicht der Transfers (sein Kernprinzip: „Sozial ist, was Arbeit schafft”)

Bücher & Publikationen

Völz veröffentlicht primär über die BVMW-Plattform, nicht als Autor eigener Monographien. Zu prüfen sind:

TitelJahrBeschreibung
BVMW-PositionspapierelaufendStudien zur Bürokratielastenkalkulation und Unternehmensbelastung

(Hinweis: Völz tritt primär durch Vorträge, Podcast-Interviews und TV-Debatten in Erscheinung, weniger als Buchautor. Links bei Bedarf auf BVMW-Website ergänzen.)


Empfehlenswerte Videos & Vorträge

FormatTitelBeschreibung
phoenixRunde (27.05.2026)Streit um Reformen — Wer kann wie viel leisten?Zentrale Debatte mit Christoph Butterwegge über Sozialstaat, Rentenreform und Unternehmensbelastung. Völz’ Kernpositionen zur Bürokratie, Lohnzusatzkosten und Kapitaldeckung der Altersvorsorge.

Kernthesen

  1. „Sozial ist, was Arbeit schafft” — Anders als Butterwegges „Sozial ist, was Armut abschafft” diagnostiziert Völz Armut als Beschäftigungsproblem, nicht als Verteilungsproblem. Der zentrale Weg aus Armut ist Arbeitgeber-Anreize und Lohnzusatzkosten-Senkung.

  2. Der Sozialstaat ist ineffizient, nicht zu klein — 1,3 Billionen Euro Sozialbudget ohne entsprechenden Wohlstandsanstieg: Das Problem liegt nicht in der Höhe, sondern in der Konstruktion. Beispiel: Deutschland hat eines der teuersten Gesundheitssysteme der OECD-Länder, aber nur mittelmäßige Ergebnisse.

  3. Bürokratiekosten sind die wahre Last — 77 Milliarden Euro jährliche Bürokratiekosten (Normenkontrollrat) sind Entlastungsreserve, nicht Sparmaßnahme. Abbau dieser Kosten schafft Handlungsspielraum für Unternehmen und Sozialausgaben.

  4. Steuerpolitik muss Leistungsanreize sichern — Fordert:

    • Streichung des Solidaritätszuschlags
    • Vermögens- und höhere Einkommensteuern sind Wohlstandsbremsen („dann lohnt sich das nicht mehr”)
    • Kapitalgedeckte Altersvorsorge statt reiner Umlagefinanzierung
    • Flexible Arbeitszeitgesetze
  5. Lohnzusatzkosten-Spirale gefährdet den Standort — Die steigende Steuer- und Abgabequote ist ein Abwärtsmechanismus: Höhere Kosten → weniger Einstellungen → sinkende Steuerbasis → höhere Sätze → weitere Abwanderung. Strukturreformen müssen diese Spirale unterbrechen.

  6. Erwerbstätigenversicherung ist nicht die Lösung — Im Gegensatz zu Butterwegges Österreich-Modell (alle Arbeitenden einbeziehen) sieht Völz darin keine Antwort, sondern eine Ausweitung der Lasten auf bereits belastete Unternehmen.


Politische Einordnung

Ideologische Position: Neoliberale Marktwirtschaftspolitik mit CDU-Pragmatismus

  • Standpunkt: Der Staat soll sich aus der Marktsteuerung zurückziehen, nicht mehr regulieren, weniger einnahmen-abhängig sein
  • Gegenpol: Christoph Butterwegge (redistributive Sozialpolitik), Heiner Flassbeck (makroökonomische Nachfrageseite)
  • Verbündete im Diskurs: Friedrich Merz (CDU), die Mittelstands-Lobby, Ordoliberale mit Fokus auf Angebotspolitik

Kritische Punkte:

  • Seine Prämisse — dass Armut primär ein Beschäftigungsproblem ist — wird von Butterwegge und anderen Armutsforschern als symptomatisch für neoliberale Umdeutung angegriffen: Armut als persönliches Defizit statt systemischer Versorgungslücke
  • Die Differenz zwischen Brutto-Sozialbudget (1,3 Billionen) und den Effekten (mittelmäßige Outcomes) wird von Kritikern nicht als Ineffizienz, sondern als Folge von Zielgruppen-Verfehlungen (Gießkanne für Wohlhabende) interpretiert — nicht als Grund für Kürzung, sondern für Umstrukturierung

Verbindungen zu anderen Denkern

(wird von Montaigne befüllt)


Gedankenwelten-Notes

Alle Notes die Völz oder seine Positionen behandeln: