Biographischer Snapshot
Wer spricht?
Jan-Keno Janssen — c’t-Redakteur und Host des YouTube-Formats c’t 3003 (Heise Verlag). Seit 2007 bei Heise, seit 2021 Gesicht des gleichnamigen Channels mit über 114.000 Abonnenten. Bekannt unter dem Handle elektroelvis (Instagram). Kritischer Tech-Journalist: analysiert systemische Absurditäten, feiert keine Produkte.
Biografie
Jan-Keno Janssen ist ein deutscher Tech-Journalist und Videoproduzent, der seit 2007 beim c’t Magazin des Heise Verlags arbeitet. Er ist die Gesichtsrepräsentant und Redakteur des YouTube-Formats c’t 3003, das seit 2021 wöchentlich Videos zu Technologie, KI, Hardware und gesellschaftlichen Implikationen der Digitalisierung veröffentlicht. Auf Instagram ist er unter dem Handle elektroelvis zu finden.
Werdegang:
- seit 2007: Editor bei c’t Magazin / heise online
- Gründungsrolle bei c’t 3003 (2021–heute)
- Teilnehmer an der Computex 2026 (Taiwan), wo er live über Nvidias Keynote berichtet hat
Spezialisierung:
- KI-Kritik und Technologie-Analyse
- Personal Computing und Hardware-Testing
- Wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen der KI-Industrialisierung
Bücher & Publikationen
| Titel | Format | Beschreibung |
|---|---|---|
| c’t 3003 — Video Series | YouTube | Wöchentliche Tiefenanalysen zu aktuellen Tech-Themen; 114.000+ Subscriber |
| heise online — Artikel | Blog/Artikel | Regelmäßige Beiträge zu KI, Nvidia, Open Source und digitaler Infrastruktur |
Die meisten Artikel sind kostenlos auf heise.de verfügbar, teilweise mit redaktioneller Begleitung zur jeweiligen Video-Episode.
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Nvidia: Keine Produkte mehr für Menschen (Juni 2026) — Analyse von Nvidias Computex-Keynote: Wie Jensen Huang die Menschheit aus der Kernstrategie von Nvidia gestrichen hat und nur noch auf KI-Token und Renderfarmen fokussiert.
- Nvidia wird immer problematischer — Thematische Fortsetzung zur Marktverzerrung durch Nvidia im PC-Segment
- Das kann OpenClaw in der PRAXIS — KI-Agenten live im Test: Fähigkeiten und Risiken
- Claude Code & OpenAI Codex — Jetzt können wirklich alle programmieren — Kritische Analyse von Code-Generierungs-KI
Kernthesen
1. KI-Wirtschaft löst sich von der Realität ab
- Nvidias Strategie reduziert den Menschen zu einem Kostenblock. Die Rechnung lautet: Token = Umsatz = Gewinn. Menschen sind nur noch Mittel zum Zweck (Datenbeschaffung, Trainingsarbeit).
- Token-Fixation führt zu perversem Anreizdesign (Amazon Kirorank-Incident: Angestellte betrieben Tokenmaxxing — massenhafte sinnlose KI-Anfragen — um im internen Leaderboard gut dazustehen; Leaderboard musste abgeschaltet werden).
2. Der PC-Markt wird durch Nvidias KI-Strategie zerrüttet
- Speicherpreise explodieren, weil Nvidia den Speicher in Rechenzentren (KI) bevorzugt.
- Der klassische Consumer-PC ist wirtschaftlich nicht wettbewerbsfähig geworden.
- Nvidias Antwort („Personal AI PC”) verstärkt nur das Problem — es geht nicht um Nutzbarkeit für Menschen, sondern um lokale Token-Generierung (für Nvidias Cloud).
3. KI-Produktivitätsgewinne sind übertrieben
- Nvidias Messmethode (GitHub-Commits als Produktivitätsproxy) ist methodologisch fragwürdig.
- Code-Commits ≠ Code-Qualität. KI-Agenten generieren viel Output, aber nicht zwingend Wert.
- KI-Slop-Problem: Open-Source-Projekte ertrinken in minderwertigen, KI-generierten Code-Änderungen.
4. Journalismus muss Absurdität benennen
- Die Kernstrategie großer Tech-Konzerne ist nicht (mehr) produktiv, sondern extraktiv und ideologisch.
- c’t 3003 positioniert sich als Gegenpol: nicht Technologie feiern, sondern hinterfragen und real testen.
Einordnung im Tech-Journalismus
Jan-Keno Janssen repräsentiert den kritischen Tech-Journalist, der nicht primär Gadgets testet, sondern systemische Fragen stellt:
- vs. Tech-Hype-Journalismus (TechCrunch, Verge): Janssen dekonstruiert Narrativen statt sie zu reproduzieren
- vs. reiner Produkt-Review: c’t 3003 fragt nach gesellschaftlichen Folgen, Geschäftsmodellen und Machtverhältnissen
- vs. unternehmensfreundlich: Janssen berichtet kritisch über Nvidia, obwohl diese den Markt dominant prägt; er ist nicht einmal zur direkten Keynote eingeladen worden
- Traditionsrolle: c’t als deutsches Tech-Leitmedium seit Jahrzehnten; Janssen modernisiert das Format für YouTube, behält aber investigative Tiefe
Politische / Ideologische Einordnung
Nicht-parteilich, aber systemkritisch:
- Janssen kritisiert nicht aus ideologischer Position (links/rechts), sondern aus Verbrauchersicht und Realitätsorientierung.
- Seine Kritik richtet sich gegen die Absurdität, dass Tech-Konzerne ihre Produkte für Menschen entwickeln müssen, statt nur noch für profitable KI-Workloads.
- Implizit vertritt er eine Position: Technologie sollte Menschen dienen, nicht umgekehrt.
Kein agitatorischer Ton, aber keine Naivität — das macht Janssen für Publikum glaubwürdig, das Hype skeptisch gegenübersteht.
Verbindungen zu anderen Denkern
(wird von Montaigne befüllt — technik-kritische Philosophen, KI-Sicherheitsforscher)
Gedankenwelten-Notes
Weiterdenken
Was Sokrates vielleicht gefragt hätte
- Wenn Token = Umsatz ist, wessen Realität beschreibt diese Formel? Gilt sie auch für die Billig-Arbeitskräfte, die Trainingsdaten beschaffen, oder nur für die Kapitaleigner?
- Janssen sagt, Nvidias Strategie sei „abgekoppelt von der Realität”. Aber ist es nicht auch realistisch, dass ein Konzern seine eigenen Profitinteressen maximiert — und die Frage „profitabel für wen?” einfach ignoriert?
- Wenn Code-Commits keine echte Produktivität messen können — wie würde man sie messen? Und wer entscheidet darüber?
- Nvidia baut ein System, in dem Amazon-Angestellte bestraft werden, wenn sie keine Tokens konsumieren. Ist das System-Fehler oder System-Feature — also: war es geplant oder fahrlässig?












