Wer spricht?

Pascal Kaufmann — Neurowissenschaftler und Unternehmer (Schweiz). Gründer von Alpine AI (Swiss/European sovereign AI, 2023), Lab42 (Gründung 2022, Ziel: “Giant Leap in Human-Level AI”), Starmind AG (2010, KI-Wissensnetzwerke in Unternehmen). Ehemals Mindfire Foundation (Schweizer KI-Initiative). Referent am World Economic Forum (Davos). Kernbotschaft: Vertrauen als wichtigste KI-Währung, Swiss GPT als Modell europäischer Datensouveränität. Vielfach ausgezeichnet (Top Digital Leader Bilanz 3× in Folge, EY Entrepreneur of the Year 2015 Finalist).

Biografie

Pascal Kaufmann hat einen akademischen Hintergrund in Neurowissenschaft und Wirtschaftswissenschaften — Master in Neuroscience von ETH Zurich und Northwestern University (USA). Früh Erfahrung an einem renommierten KI-Forschungslabor der Universität Zurich.

Ein Charakteristikum: Er pendelt zwischen akademischer Tiefe (Neurowissenschaft) und unternehmerischer Anwendung (mehrfach Gründer). Das definiert seinen Ansatz — KI nicht als Philosophie-Gedankenspiel, sondern als Neuro-Engineering mit gesellschaftlicher Verantwortung.

Karriere-Meilensteine:

  • 2006: Best Paper Award (IAS Tokio) für “Growing Virtual Neural Tissue” (mit Dr. Gabriel Gomez)
  • 2010: Mitgründer Starmind AG — KI-Plattform zur Vernetzung von Mitarbeiterwissen in Großunternehmen; Erfolgreich skaliert, Red Herring Winner 2014 (Europe Top 100)
  • 2013: Swiss ICT Award — Newcomer of the Year für Starmind
  • 2015: EY Entrepreneur of the Year Finalist (DACH-Region)
  • 2015: Bilanz “100 erfolgreichste Schweizer unter 40”
  • 2017: AIconic Award — Best Breakthrough Technology in AI (AI Summit London)
  • 2018–2020: 3× Top Digital Leader “Tech Leader” by Bilanz (aufeinanderfolgende Jahre)
  • 2020: Bilanz “Hall of Fame” — Top Digital Leader (höchste Würdigung)
  • 2022: Gründung Lab42 — Forschungsgruppe mit Fokus auf AGI (Artificial General Intelligence)
  • 2023: Gründung Alpine AI — Direktantwort auf ChatGPT-Dominanz. Mission: Europäische KI-Souveränität durch Datenschutz und Vertrauen.
  • 2025–2026: WEF Referent (Davos); Präsident Swiss AI Award; Präsident Digital Economy Award (Tech-Kategorie)

Bücher & Publikationen

TitelJahrBeschreibung
Peer-to-Peer Learning & Knowledge Networks2010–2015Wissenschaftliche Publikationen zu dezentralisiertem Wissenstransfer
Neural Tissue Growth & Spiking Networks2006–2010Akademische Arbeiten zu künstlichen neuronalen Netzen
AlpineAI Whitepaper: “SwissGPT — Sovereign AI for Regulated Sectors”2024–2026Case Studies und Governance-Framework

Kaufmann publiziert primär über Reden (WEF, re:publica, Konferenzen), Interviews und Unternehmens-Dokumentationen. Kein traditioneller Sachbuch-Autor, sondern Praktiker und Denker zugleich.

Empfehlenswerte Videos & Vorträge

Kernthesen

  1. Vertrauen ist die wichtigste KI-Währung — Nicht nur Sicherheit technisch, sondern institutionell. Wer darf meine Daten verarbeiten? Wer kontrolliert den Output? Diese Fragen entscheiden über KI-Adoption in regulierten Sektoren (Gesundheit, Justiz, Finanz).

  2. Europäische KI-Souveränität durch Datenschutz-First — Das Modell: Open-Source-Basis-Modelle nehmen, auf Kundendaten trainieren, aber alles bleibt in der Schweiz/Europa (verschlüsselt, auf sicheren Servern in Schweizer Bergen = “Bergbunker”). Konkurrenz nicht durch Verbote, sondern durch Vertrauensvorsprung.

  3. Swiss GPT als Proof of Concept — Alpine AI zeigt: Es funktioniert. 60+ Institutionen nutzen es. Die Schweiz/Europa können mit den USA/China konkurrieren, wenn sie Vertrauen statt Angst setzen. Das ist nicht Datennationalismus, sondern Kompetenz-Differenzierung.

  4. KI-Lock-in ist die echte Gefahr — Europäische Gefahr: vendor lock-in bei US-Anbietern (OpenAI, Google). Technisch abhängig = politisch abhängig. Lösung: Vielfalt fördern, regionale Champions unterstützen, aber offen für globalen Wettbewerb bleiben.

  5. Skalierbarkeit durch Ökosystem, nicht Giganten — Das SF-/Silicon-Valley-Modell (eine Mega-KI-Company) ist für Europa nicht realistisch. Stattdessen: dezentrales Ökosystem von Spezialisten (Fintech-KI, Health-KI, Justiz-KI), die sich auf Domänen fokussieren und Vertrauen als Alleinstellungsmerkmal haben.

  6. Neuro-inspirierte KI als Langzeit-Vision — Lab42 + Starmind-Erbe: KI sollte nicht nur Transformers trainieren, sondern von echter Hirnstruktur lernen. Braincode-Ansatz = Verstehen, nicht nur Parameter-Optimierung. Das dauert, aber könnte Europa einen langen Horizont-Vorteil geben.

Politische Einordnung

Pragmatisch-technokratisch mit sozialer Komponente — Kaufmann ist kein Libertärer (wie manche KI-CEOs in USA), aber auch kein Regulierungs-Pessimist. Seine Position:

  • Pro: Technologie-Optimismus, europäische Autokratie, Open-Source-Ökosysteme, Vertrauen statt Verbot
  • Skeptisch: US-Tech-Hegemonie, China-Abhängigkeit, Overregulation, Tech-Paternalismus
  • Selbstbild: “Europäischer KI-Praktiker” — nicht Anti-USA, aber Pro-Autonomie

Unterschied zu Büttner: Sie denkt wirtschaftspolitisch (FDP-Agenda: Gründer, Wettbewerb, Deregulierung). Er denkt neuro-technologisch (wie funktioniert echte KI? wie bauen wir sie vertrauenswürdig?). Beide suchen das Gleiche (europäische Souveränität), von verschiedenen Seiten.

Verbindungen zu anderen Denkern

(wird von Montaigne befüllt)

Gedankenwelten-Notes