Biografie

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg (geb. 1982) ist eine führende europäische Zukunftsforscherin, Psychologin, Unternehmerin und Keynote-Speakerin. Sie ist Professorin für International Business Administration und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement (IISM) an der SRH Berlin University of Applied Sciences.

Neben ihrer akademischen Karriere gründete Ternès mehrere nachhaltige Startups: GetYourWings, CoCarrier und HealthMedo. Sie leitet das WeEmpower Future Institut und ist gleichzeitig CIO der Lavivee GmbH.

Positionen und Netzwerke:

  • Präsidentin des Club of Budapest Deutschland
  • Mitglied des Club of Rome
  • Mitglied des UN Ocean Decade Germany
  • Schirmherrin des World Cleanup Day Deutschland
  • Brain-City-Botschafterin Berlin
  • Vorbildunternehmerin des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI)

Bücher & Publikationen

Ternès hat über 50 Bücher veröffentlicht und schreibt regelmäßig für FOCUS, Forbes, Impulse und Haufe.

TitelJahrBeschreibung
Digitalpakt – was nun? Ideen und Konzepte für zukunftsorientiertes Lernen2020Konzepte für zukunftsorientiertes Lernen und digitale Transformation im Bildungswesen
Nachhaltiges Management2019Strategien für verantwortungsvolles Wirtschaften
Die Digitalisierung frisst ihre User: Der digitale Wahnsinn und wie Sie ihn beherrschen2018Kritische Reflexion über destruktive Folgen unkontrollierter Digitalisierung
Agenda HR – Digitalisierung, Arbeit 4.0, New Leadership2018Personalmanagement in der digitalen Transformation
Integriertes Betriebliches Gesundheitsmanagement2017Kommunikations- und Motivationsstrategien in der Gesundheitsförderung
Effiziente Krisenkommunikation – transparent und authentisch2016Strategien für vertrauensvolle Kommunikation in Krisen

Empfehlenswerte Videos & Vorträge

Kernthesen

1. Normative Elite statt Machtakkumulation

Ternès vertritt einen konzeptuell anspruchsvollen Elitebegriff, der weit über die bloße Macht hinausgeht. Echte Elite ist durch zwei Bedingungen definiert: (a) Fähigkeit und Kompetenz — Elite besteht aus Menschen, die ihr Handwerk verstehen und ihre Kompetenzen kontinuierlich entwickeln; (b) Gemeinwohlorientierung — diese Fähigkeiten müssen dem Wohl der Allgemeinheit dienen, nicht persönlicher Bereicherung oder Machterhalt.

Diese Definition ist zentral für die NANO-Talk-These: Wenn Eliten ihre Verantwortung vergessen und Macht nur zum Eigennutz einsetzen, verlieren sie nicht nur moralische Legitimität, sondern diskreditieren das ganze System.

2. Psychologische Dimensionen von Verantwortung

Mit ihrem Hintergrund als Psychologin analysiert Ternès die inneren Bedingungen für ethisches Handeln: Wie entstehen blinde Flecken bei Führungskräften? Welche psychologischen Mechanismen führen dazu, dass intelligente Menschen unethische Entscheidungen treffen? Verantwortung ist nicht nur eine abstrakte Norm, sondern eine Frage persönlicher Selbstreflexion und psychologischer Ganzheitlichkeit.

3. Zukunftsgestaltung als kollektive Aufgabe

Ternès betont, dass die Zukunft nicht passiert, sondern aktiv gestaltet werden muss — und zwar durch ein bewusstes Zusammenspiel von Unternehmern, Wissenschaftlern, Politikern und Bürgern. Ihr Engagement bei WeEmpower Future und ihren Startups zeigt diese Überzeugung praktisch: Innovation und Nachhaltigkeit entstehen nicht durch Einzelne, sondern durch Netzwerke, die Fähigkeit und Gemeinwohlorientierung verbinden.

4. Gesunde Digitalisierung als Imperative

Ein wiederkehrendes Thema ist die Kritik an destruktiver Digitalisierung — wo Technologie Menschen ausbeutet, manipuliert oder von sich selbst entfremdet. Ternès’ Forderung ist nicht Technologiefeindschaft, sondern bewusste, menschenzentrierte Digitalisierung, die Technologie zum Dienste des Wohlbefindens nutzt.

Politische / ideologische Einordnung

Ternès lässt sich nicht einfach auf dem klassischen Links-Rechts-Spektrum verorten. Sie verfolgt einen pragmatischen Zukunftsoptimismus mit kritischem Blick:

  • Pro-Unternehmertum, aber nicht neoliberal: Sie gründet Unternehmen und vertraut auf unternehmerische Lösungen, kritisiert aber gleichzeitig den blinden Gewinnmaximierungskurs (“Die Digitalisierung frisst ihre User”).
  • Pro-Innovation, aber nicht techno-utopisch: Sie befürwortet digitale Transformation, setzt aber der Kritik an unkontrollierten Technologiefolgen entgegen.
  • Nachhaltigkeitsorientiert auf allen Ebenen: Ökologisch, sozial und psychologisch — Nachhaltigkeit ist nicht nur Umweltthema, sondern existenzielle Frage für resiliente Gesellschaften.
  • Elitenkritik ohne Anti-Elitismus: Anders als populistische Positionen erkennt Ternès an, dass spezialisierte Expertise und Verantwortung notwendig sind. Ihr Angriff gilt nicht der Existenz von Eliten, sondern ihrer Verwahrlosung.

Verbindungen zu anderen Denkern

(wird von Montaigne befüllt)

Gedankenwelten-Notes