GedankenraumFabian Braesemann — DenkerVita
Mit Jobbörsen- und Lohndaten misst Fabian Braesemann am Oxford Internet Institute, wen KI tatsächlich trifft: oft eher Programmierer und Designer als die körperliche Routinearbeit.
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Vera Molnár (generative Computerkunst) — Driftende Raster feiner Linien, die allmählich in Unordnung zerfallen, Knoten und Fluss-Pfeile einer digitalen Ökonomie, kleine Arbeits- und Zahnrad-Icons im Netz, ein aufkeimendes KI-Muster. Molnárs algorithmische Ästhetik trägt den Oxford-Ökonomen Braesemann und seine Forschung zu KI und Arbeit.
Prompt: Vera Molnar generative computer-art style, algorithmic line geometry, 1200x500 wide banner. Drifting grids of fine lines gradually breaking into disorder, nodes and flow-arrows of a digital economy, small work and gear icons embedded in the network, an AI pattern emerging. Cool blue, black, one warm accent on cream, precise plotter-drawn aesthetic. No photorealism, no realistic faces.
Biographischer Snapshot
Dr. Fabian Braesemann ist ein Ökonom und Datenanalyst, der die Schnittstelle von KI, Arbeitsmärkten und digitaler Transformation untersucht. Er arbeitet am Oxford Internet Institute und kombiniert großangelegte empirische Datenanalyse mit komplexitätswissenschaftlichem Denken — nicht ideologisch, sondern faktengestützt. Er nutzt selbst KI-Agenten für seine Arbeitsmarktforschung und versteht deshalb die Chancen und Grenzen dieser Technologien aus eigenem Arbeiten.
Biografie
Fabian Braesemann studierte Wirtschaftswissenschaften in Berlin, Warschau und Wien. Er promovierte an der Universität für Bodenkultur Wien und arbeitet heute als Departmental Research Lecturer in AI & Work am Oxford Internet Institute der University of Oxford.
Parallel ist er Associate Faculty Member am Complexity Science Hub Wien und Associated Researcher am Einstein Center Digital Future (Berlin). Seine Laufbahn ist geprägt von der Überzeugung, dass komplexe Systeme nur mit Datengewinnen verstanden werden können — nicht durch politische oder moralische Erzählungen.
Bücher & Publikationen
| Titel | Jahr | Beschreibung |
|---|---|---|
| Complexity Economics, Network Science & Labour Markets | 2019+ | Akademische Publikationen zu komplexen ökonomischen Systemen und deren Auswirkungen auf Arbeitsmärkte |
| KI & Arbeit: Empirische Perspektiven | 2023+ | Laufende Forschung zur empirischen Wirkung von KI auf Jobqualität, Lohnentwicklung und Neuqualifizierung |
| Working Papers (Oxford Internet Institute) | laufend | Datengestützte Analysen zu Startup-Ökosystemen, Plattformökonomie und Arbeitsmarktdynamiken |
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Fabian Braesemann on AI and Labour Markets — Vorträge und Interviews zum Schnittpunkt KI und Arbeit
- NANO Talk (3sat) — Zu Arbeitsmarktfragen und KI-Integration (mit anderen Sprechern)
Kernthesen
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KI ersetzt Jobs differenziert nach Qualifizierung — nicht „alle Jobs verschwinden", sondern hochqualifizierte Tätigkeiten (Coding, Design, Content) sind stärker betroffen als körperliche Routinearbeit (die schon längst teilautomatisiert ist).
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Empirie schlägt Angst — Die öffentliche Debatte wird von Apokalyptik dominiert; Braesemann arbeitet mit echten Daten (Jobbörsen, Lohnstatistiken, Jobwechsel), die ein differenzierteres Bild zeigen als Worst-Case-Szenarien.
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Neuqualifizierung ist möglich, aber teuer — Der Staat muss massiv in Umschulung investieren; das ist kein technisches, sondern ein politisch-ökonomisches Problem.
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Komplexitätswissenschaft besser als klassische Ökonomie — Gleichgewichtsmodelle verstehen Übergangsprozesse nicht; Netzwerkanalysen und Agent-Based Modelling sind aussagekräftiger.
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KI-Agenten sind auch für ihn Werkzeug, nicht Lösung — Er nutzt sie für seine Datenanalysen, weiß aber um ihre Grenzen und Halluzinationen; Wissenschaft bleibt menschliches Urteilsvermögen.
Politische Einordnung
Keine starre ideologische Verankerung erkennbar. Braesemann vertritt eine pragmatische, datengestützte Position: Die Fragen sind nicht „KI: gut oder böse", sondern „Wie steuern wir Übergänge? Wer trägt Umschulungskosten? Wie schützen wir Arbeitnehmer strukturell?" — klassisch linke Fragen, aber mit akademischer Sachlichkeit.
Verbindungen zu anderen Denkern
- Simon Schaupp — Ähnliches Arbeitsfokus-Interesse, aber Schaupp eher kritisch-theoretisch (Cybernetic Proletarianization), Braesemann eher empirisch-neutral
- Heiner Flassbeck — Lohnpolitische Fragen berühren sich; Flassbeck von links, Braesemann von der Komplexitätswissenschaft her
Gedankenwelten-Notes
Weiterdenken
- Wenn KI Hochqualifizierte schneller ersetzt als Routinearbeiter — widerspricht das nicht der Hoffnung auf Upskilling durch Bildung?
- Braesemann nutzt KI selbst für seine Forschung — trägt das nicht zu seiner optimistischen Sicht bei, oder rückt es ihn näher an die Wahrheit?
- Was verstehen wir als „Arbeitsmarkt"? — Ist eine Gesellschaft mit massenhafter Umschulung noch eine Marktwirtschaft oder ein Verwaltungsstaat?
Im Bestand
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