Biografie

Fredrik Leppin (Freddy Leppin) ist ein deutscher Content Creator und Moderator aus Frankfurt am Main. Er studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und arbeitet heute als selbstständiger Videoproduent. Leppin ist vor allem als Gründer und Moderator von zwei YouTube-Kanälen bekannt:

  1. Good News — Wöchentliche/monatliche Zusammenfassungen verifizierten positiven Nachrichten aus aller Welt
  2. MegaBuilds — Dokumentationen der weltweit beeindruckendsten Bauprojekte (> 1,5 Mio. Abonnenten)

Kein klassischer journalistischer Ausbildungshintergrund — Leppins Stärke liegt in der kuratierten Vermittlung und Zusammenfassung bestehender Berichte, nicht in Original-Reporting.

Good News: Gegen den Negativitätsbias

Gemeinsam mit seinem Partner Luis (Luis Malter) gründete Leppin den Kanal Good News, um einer Kernbeobachtung entgegenzuwirken: Medien bevorzugen Krisennachrichten systemaisch.

Das Problem ist nicht erfunden — Forschung zeigt den „Negativity Bias” in Journalismus: Katastrophen, Konflikte und Skandale erhalten überproportional viel Aufmerksamkeit, während Fortschritt, gelöste Probleme und positive Entwicklungen unterrepräsentiert sind. Das verzerrt unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit dauerhaft.

Good News-Format: Monatliche Videos (ca. 15–20 Minuten), in denen Leppin und Luis die weltbesten Erfolgsmeldungen des Monats kuratieren — mit Quellenangaben und kurzer Erklärung. Themen reichen von:

  • Umwelt- und Naturschutz (Eisbären-Anpassung, Regenwald-Rettung, Meerkonzentration)
  • Energiewende und Infrastruktur (Offshore-Windkraftverbünde, Solar-Rekorde)
  • Gesundheit und Medizin (Krankheitsforschung, Schuldenentlastung)
  • Technologie und Innovation (Ocean Cleanup, KI-Übersetzung, Landwirtschaft)
  • Globale Politik (Gesetzesreformen, Menschenrechtsfortschritte)

Die Balance ist wichtig: Leppin verzichtet weder auf Kritik noch verfällt er in naive Optimismus. Good News zeigt, dass positive Veränderungen existieren — nicht dass die Welt perfekt ist.

MegaBuilds: Engineering als Erzählung

MegaBuilds (gegründet März 2020) ist ein Dokumentationskanal über die größten und kühnsten Bauprojekte der Welt. Leppin arbeitet hier mit Regis und Luis Malter zusammen. Die Videos erzählen die Geschichten hinter den Megaprojekten:

  • Technische Innovation
  • Logistische Herausforderungen
  • Unerwartete Lösungen
  • Gesellschaftliche Kontexte

Der Kanal hat über 1,5 Millionen Abonnenten und verdeutlicht, dass Infrastruktur nicht nur technisch, sondern auch narrativ interessant ist. Engineering ist Problemlösen im großen Maßstab — und das kann faszinierend sein.

Kernthesen

  1. Negativitätsbias ist eine journalistische Sünde — Medien verzerren systematisch unsere Wahrnehmung durch Überrepräsentation von Krisen. Gegenmittel: Bewusste Kuration positiver Realität.

  2. Fortschritt existiert, aber wird ignoriert — Während Zeitungen von Klimakatastrophe schreiben, funktionieren erneuerbare Energien, Plastik wird aus Ozeanen gefischt, Krankheiten verschwinden, Gesellschaften werden gerechter. Das ist keine Leugnung von Problemen — sondern Realitätskorrektiv.

  3. Kuratierung ist legitim — Leppin ist kein Investigativjournalist; das ist auch nicht der Anspruch. Good News ist redaktionelle Arbeit: Sichten, Priorisieren, Erklären — wie jeder andere Nachrichtenkanal auch. Der Unterschied ist nur die Auswahlrichtung.

  4. Ingenieurskunst als kulturelle Erzählung — Große Bauprojekte sind nicht nur technisch oder wirtschaftlich interessant, sondern erzählen von menschlicher Problemlösungskraft. MegaBuilds holt diese Erzählungen aus den Fachzeitschriften in das Bewusstsein breiterer Publiken.

Empfehlenswerte Videos & Vorträge

TitelKanalBeschreibung
Your Monthly Dose of Good News | AprilGood NewsEisbären-Anpassung in Svalbard, Nordsee-Windkraft, Medicaid-Schuldenabbau (North Carolina), Blei-Reduktion in der US-Bevölkerung, Ocean Cleanup
Good News | MayGood NewsMonatliche aktuelle Zusammenfassung
MegaBuilds PlaylistMegaBuildsDokumentationen von Infrastruktur-Megaprojekten weltweit

(YouTube-Links für aktuelle Videos direkt auf den Kanälen prüfen)

Politische / ideologische Einordnung

Leppin präsentiert sich als explizit unpolitisch — sein Anliegen ist nicht progressiv oder konservativ, sondern empirisch: Das ist real passiert, hier sind die Fakten.

Allerdings: Die Auswahl positiver Geschichten hat naturgemäß einen Bias: Umweltschutz, erneuerbare Energien, Schuldenerlass, globale Zusammenarbeit etc. sind nicht neutral verteilt über das politische Spektrum. Ein konservativer Kritiker könnte argumentieren, dass Good News eine bestimmte Zukunftsvision privilegiert. Das ist fair — Leppin würde aber antworten, dass er Fakten kuriert, nicht Ideologie, und dass der Negativity Bias in Mainstream-Medien bereits die andere Richtung schlage.

Kernpositionen (aus Good News ableitbar):

  • Klimawandel ist real und Lösungen funktionieren
  • Globale Kooperation über internationale Probleme
  • Technologie kann Probleme lösen (aber nicht alle)
  • Regulation (Blei-Verbot) kann stumme Gesundheitsrevolution sein
  • Schuldenabbau und soziale Gerechtigkeit sind positive Werte

Nicht: Ideologische Schärfe, sondern pragmatische Problemorientierung.

Verbindungen zu anderen Denkern

(wird von Montaigne befüllt)

Gedankenwelten-Notes


Weiterdenken

Was Sokrates vielleicht gefragt hätte

  • Wenn Medien systematisch Negatives überrepräsentieren — ist Leppins Gegenkuraton nicht auch eine Form von Selektion und damit von Manipulation (wenn auch in die andere Richtung)?
  • Good News zeigt, dass Fortschritt existiert — aber schafft das nicht auch eine falsche Sicherheit, dass “die Probleme sich von selbst lösen”?
  • Leppin lehnt Journalismus ab und nennt sich Kurator — aber wo liegt die Grenze zwischen redaktioneller Auswahl und Propaganda?
  • Wenn die wichtigsten Erfolgsmeldungen monatlich in 15 Minuten zusammengefasst werden — ändert das nicht selbst die Geschwindigkeit und Aufmerksamkeitsökonomie, mit der wir Realität wahrnehmen?