Worum es geht
Ein Monat, neun gute Nachrichten — und ein roter Faden, der sich durch fast alle zieht: Die Lösung war oft einfacher als das Problem. Eine Seilbrücke gegen Inzucht. Eine Suchmaschine gegen Entwaldung. Ein kirschroter Sirup gegen Kindersterblichkeit. Diese Note bündelt die Juni-Ausgabe des Kanals Good News — nicht als Weltflucht, sondern als Korrektiv gegen den Negativitätssog der Newsfeeds. Worauf man sich einlässt: einen geerdeten Blick auf das, was leise funktioniert, während die Schlagzeilen das Brennende zeigen.
Quelle: Your Monthly Dose of Good News | June
Wer spricht?
Freddy Leppin — Gründer und Moderator des YouTube-Kanals Good News, der monatlich verifizierte positive Nachrichten aus Umwelt, Wissenschaft, Gesundheit und Politik kuratiert. Sein Anspruch ist nicht naiver Optimismus, sondern ein Gegengewicht zum journalistischen Negativitätsbias: zeigen, dass Fortschritt existiert — ohne zu behaupten, die Welt sei in Ordnung.
Ecosia pflanzt 250 Millionen Bäume — finanziert durch Klicks
▶ 1:05 — Die Suchmaschine Ecosia, 2009 gegründet, steckt 100 % ihrer Gewinne in Umweltschutz. Jeder Klick auf eine Werbeanzeige in den Suchergebnissen wirft ein paar Cent ab — und daraus sind inzwischen 250 Millionen gepflanzte Bäume geworden, über 1.600 Arten wieder in die Wildnis gebracht. Das Langfristziel: eine Milliarde.
„This was literally funded by people searching things online.”
Was die Meldung von grünem Marketing unterscheidet, ist die Vorsicht im Detail. Ecosia pflanzt nicht blind — denn falsch gepflanzte, gebietsfremde Bäume können Habitate zerstören und die Biodiversität schädigen. Ein hauseigenes „Tree Team” aus Naturschutzexperten wählt die Flächen, und gemeinsam mit lokalen Gemeinden werden die Bäume über Jahrzehnte überwacht, ob sie tatsächlich nützen.
▶ 2:18 — Bemerkenswert ehrlich: Leppin betont ausdrücklich, dieser Beitrag sei nicht gesponsert. Man könne Ecosia einfach zur Standard-Suchmaschine machen und so mithelfen.
Eigene Einschätzung
Das eigentlich Interessante ist die stille Lektion über die Fallhöhe guter Absichten: Aufforstung kann schaden, wenn sie als Zahlenspiel betrieben wird. Dass Ecosia langsamer pflanzt, dafür mit Monitoring über Jahrzehnte, ist die unspektakuläre, erwachsene Variante des Naturschutzes. Der Preis dieser Sorgfalt ist Tempo — und genau das macht die 250 Millionen glaubwürdiger als jede schnellere Zahl.
Erneuerbare drängen die Fossilen zurück — zum ersten Mal ohne Krise
▶ 2:33 — Laut dem aktuellen Ember-Report (Global Electricity Review 2026, Daten für 2025) deckten erneuerbare Energien das gesamte Wachstum der globalen Stromnachfrage. Das ist der entscheidende Unterschied zu früher: Die fossile Stromerzeugung war zwar schon zweimal eingebrochen — 2009 in der Finanzkrise, 2020 in der Pandemie — aber das waren Katastrophen-Effekte. Diesmal fiel sie, obwohl die Nachfrage stieg; Erneuerbare überholten erstmals sogar die Kohle.
„Renewables aren’t just growing anymore, but they are beginning to push out fossil fuels.”
▶ 3:52 — Hauptmotor ist China: massive Investitionen in grüne Technologie, mehr verkaufte Solarmodule, E-Autos und Batterien als je zuvor. Die globale Solarstromerzeugung wuchs zwischen 2024 und 2025 um 30 %, Windkraft legte um 165 Gigawatt zu — genug für rund 200 Millionen westliche Haushalte in einem einzigen Jahr. Experten deuten das als dauerhafte Wende, nicht als Ausreißer.
Eigene Einschätzung
Die frühere Logik war düster: Emissionen sanken nur, wenn die Wirtschaft litt. Dass die Kurve jetzt bei wachsender Nachfrage kippt, ist der eigentliche Durchbruch — Entkopplung statt Verzicht. Der unbequeme Beigeschmack: Der Treiber heißt nicht Klimaeinsicht, sondern chinesische Industriepolitik. Es ist Marktmacht, die hier das Richtige tut, nicht Tugend. Aber wenn das Ergebnis stimmt, ist die Motivation zweitrangig.
Ein Orang-Utan überquert eine Brücke — und es ist eine große Sache
▶ 4:43 — Ein Video zeigt einen Sumatra-Orang-Utan, der erstmals eine Seilbrücke über eine Straße nutzt. Eichhörnchen und Gibbons hatten sie längst angenommen — aber für einen Orang-Utan ist es das erste gefilmte Mal.
Der Grund, warum eine einzelne Überquerung zählt: Die Straße darunter wurde vor 14 Jahren gebaut, um abgelegene Teile Indonesiens zu verbinden — und zerschnitt dabei die lokale Orang-Utan-Population in zwei Hälften. Getrennte Kleingruppen bedeuten steigendes Inzuchtrisiko, eine ernste Gefahr für das Überleben der Art.
„With such a simple solution, the orangutans can now mix again.”
Eigene Einschätzung
Eine vor zwei Jahren gespannte Seilbrücke heilt eine vor vierzehn Jahren gerissene Wunde. Das ist die ganze Geschichte — und ihre Schönheit liegt im Missverhältnis zwischen der Banalität der Lösung und der Schwere des Problems. Naturschutz ist hier kein Hightech, sondern ein Stück Seil an der richtigen Stelle, geduldig abgewartet, bis das richtige Tier es benutzt.
Seepferdchen im Hafen von Sydney — wo das Männchen gebiert
▶ 5:40 — Das extrem seltene Weiße Seepferdchen lebt im Hafen von Sydney, direkt neben dem Opernhaus — schon seit vor der Ankunft der Europäer. Doch seine verborgenen Lebensräume sind mit der wachsenden Stadt verschwunden; in manchen Hafenbereichen brachen die Bestände um bis zu 90 % ein.
Das Sydney Institute of Marine Science setzt auf zwei Strategien. Die erste: trächtige Männchen aus dem Hafen ins Labor holen — denn bei dieser Art bringt das Männchen die Jungen zur Welt. Unter kontrollierten Bedingungen steigt deren Überlebensrate von 1 % auf 20 %. Die zweite: Habitat-Wiederherstellung durch „Seepferdchen-Hotels” — Metallstrukturen, an denen Seegras wächst — und neu gepflanzte Seegraswiesen.
▶ 6:52 — Hier kommt Planet Wild ins Spiel, der Partner des Kanals: Die Community sammelte fast 100.000, finanzierte die Auswilderung von 300 bis 500 Seepferdchen-Babys, drei neue Hotels und über 500 m² neu bepflanztes Seegras.
Eigene Einschätzung
Dass ausgerechnet das gebärende Männchen ins Labor wandert, gibt der Meldung ihre stille Pointe — die Natur hält sich nicht an unsere Rollenbilder. Faktisch ist es Crowdfunding für ein einzelnes Tier in einem einzelnen Hafenbecken; an der großen Bilanz der Meere ändert es nichts. Aber die 1-auf-20-Prozent-Verbesserung ist real, und sie zeigt, dass konkrete, kleine Eingriffe messbar wirken, wo abstrakte Appelle versanden.
Deutschlands Kohlegruben werden zu Europas größtem Seengebiet
▶ 7:42 — In der Lausitz, einst voller Kohlegruben, sind bis 1992 alle Tagebaue stillgelegt worden. Zurück blieben bis zu 60 Meter tiefe Krater — eine verwüstete Landschaft. Statt sie aufzugeben, flutete Deutschland die Gruben mit Wasser aus nahen Flüssen.
▶ 8:22 — Das brauchte Geduld: Nicht alle Seen wurden auf einmal geflutet, der Prozess zog sich über 25 Jahre, damit die Flusspegel nie zu stark sanken. Ende April dieses Jahres öffnete der 23. und letzte See für Schwimmer und Boote. Kosten bisher: rund 15 Milliarden Dollar.
Warum so viel Geld? Drei Gründe: Umweltsanierung, Tourismus (allein letztes Jahr rund 800.000 Besucher) und Klimaresilienz — die Seen dienen als gigantisches Wasserreservoir für die immer trockeneren, heißeren Sommer.
Eigene Einschätzung
Die ehrlichste der neun Geschichten, weil sie das Vorher nicht verschweigt: Hier wird kein unberührtes Paradies gefeiert, sondern eine selbst gerissene Wunde vernarbt. 25 Jahre, 15 Milliarden — das ist der wahre Preis fossiler Energie, nachträglich beglichen. Eine schöne Seenlandschaft, ja. Aber auch eine Mahnung, dass Renaturierung Generationen und Vermögen kostet, was die Zerstörung in Jahrzehnten anrichtete.
Universelles Blutplasma — günstig, einfach, fast schon banal
▶ 9:37 — Bei starkem Blutverlust müssen Ärzte die Blutgruppe kennen, denn die falsche kann tödlich sein. In Notfällen ohne bekannte Blutgruppe greift man auf Typ AB zurück — universell verträglich, weil ohne die Antikörper, die fremdes Blut als Eindringling angreifen würden. Das Problem: AB ist selten (nur 0,6 % der US-Amerikaner) und entsprechend teuer.
Forschende der Universitätsmedizin Greifswald, darunter PD Dr. Konstanze Aurich, entwickelten ein Verfahren, um universelles Plasma aus allen Blutgruppen herzustellen.
„We thought, okay, how can we eliminate these antibodies that are causing the problems in the plasma?”
▶ 11:24 — Die Methode ist verblüffend simpel: eine kleine Menge roter Blutkörperchen einer anderen Gruppe zugeben, die Antikörper binden daran, dann per Zentrifuge abtrennen. Übrig bleibt antikörperfreies, universelles Plasma — herstellbar in jeder Blutbank mit Standardausrüstung. Das Paul-Ehrlich-Institut hat das Verfahren bereits zugelassen; bis Jahresende soll es bei ersten Patienten ankommen.
▶ 12:09 — Eingebettet ist ein Appell, der über die Meldung hinausweist: Blut spenden — denn mit dem demografischen Wandel sinkt die Zahl der Spender, während der Bedarf steigt.
Eigene Einschätzung
„It is quite simple”, sagt die Forscherin fast entschuldigend — und genau das ist der Punkt. Die elegantesten Durchbrüche sind oft die, die im Nachhinein offensichtlich wirken. Dass es in jeder Blutbank funktioniert, nicht nur in Spezialzentren, entscheidet darüber, ob aus einer Laborleistung eine Versorgungsrealität wird. Noch ist es nicht in den Kliniken — der Weg von der Zulassung zur Skalierung ist die eigentliche Bewährungsprobe.
Erstes Malaria-Medikament für Säuglinge — kirschroter Geschmack, Millionen Leben
▶ 12:33 — Die WHO hat im April 2026 erstmals eine Malaria-Behandlung präqualifiziert, die speziell für Neugeborene und Säuglinge zwischen 2 und 5 Kilogramm entwickelt wurde. Bisher war das ein blinder Fleck: Geimpft werden kann erst ab etwa fünf Monaten — erkrankt ein Baby vorher, brauchte es ein Medikament, das nie für so kleine Körper konzipiert war. Ärzte mussten improvisieren, Dosen schätzen: zu hoch hieß schwere Nebenwirkungen, zu niedrig hieß Rückfall.
„This cherry-flavored pill is literally going to save millions of babies.”
Das neue Mittel — Novartis’ „Coartem Baby”, entwickelt mit Medicines for Malaria Venture — nutzt denselben Wirkstoff, aber in kleinerer, kindgerechter Dosis mit Zusätzen gegen die Nebenwirkungen. Der Hersteller sitzt in der Schweiz; nach der Schweizer Zulassung im Juli 2025 wurde Ghana im Oktober das erste afrikanische Land, inzwischen sind es acht. Die WHO-Präqualifikation bestätigt internationale Sicherheits- und Qualitätsstandards — erst dadurch können UNICEF und der Globale Fonds das Medikament beschaffen. Zusätzlich wurden drei neue, schnellere Malaria-Tests zugelassen.
Eigene Einschätzung
Dass dieses Medikament erst 2026 existiert, ist die eigentliche Nachricht hinter der guten Nachricht: Jahrzehntelang wurden die Kleinsten und Verwundbarsten schlicht übersehen, weil sich der Markt für sie nicht lohnte. Der Fortschritt ist echt und groß — aber er füllt eine Lücke, die nie hätte offen sein dürfen. „Kirschgeschmack” ist hier kein Detail, sondern Design: Ein Medikament wirkt nur, wenn das Kind es nimmt.
Malaria-Impfstoffe wirken — Burkina Faso halbiert die Kindersterblichkeit
▶ 14:24 — Die seit 2024 in 25 afrikanischen Ländern ausgerollten Malaria-Impfstoffe der ersten Generation zeigen Wirkung. Über 50 Millionen Dosen wurden verabreicht. Kenia, Malawi, Kamerun und Ghana melden starke Rückgänge schwerer Infektionen und Krankenhauseinweisungen; im ersten Jahr sind die Impfstoffe zu über 70 % wirksam.
„In just one year, malaria deaths among young children were cut in half.”
Am eindrücklichsten ist Burkina Faso: Dort fielen die Malaria-Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren binnen eines Jahres um 50 %. Das Ziel: bis 2030 weitere 50 Millionen Kinder vollständig impfen.
Eigene Einschätzung
Zusammen mit dem Säuglingsmedikament ergibt sich hier ein Zangengriff gegen die tödlichste Lücke: Das Medikament schützt die Allerkleinsten bis zur Impfung, der Impfstoff danach. Eine Halbierung der Kindersterblichkeit in einem Jahr ist keine Statistik, die man kühl liest — es sind Zehntausende Kinder, die leben. Die Wachsamkeit gilt der Nachhaltigkeit: Frühe Daten sind ermutigend, aber Impfprogramme stehen und fallen mit Finanzierung, die in unsicheren Zeiten zuerst gekürzt wird.
Geothermie der nächsten Generation — Erdwärme fast überall
▶ 15:25 — Neue Forschung legt nahe, dass Geothermie fast die Hälfte von Europas fossiler Stromerzeugung ersetzen könnte. Ihr großer Vorteil gegenüber Sonne und Wind: Sie ist wetter- und tageszeitunabhängig, läuft rund um die Uhr. Ihr bisheriger Nachteil: Konventionelle Anlagen brauchen von Natur aus durchlässiges, rissiges Gestein — weshalb sie meist auf Vulkanregionen wie Island und Indonesien beschränkt waren.
▶ 16:46 — Zwei neue Systeme durchbrechen diese Grenze. Das erste ersetzt das durchlässige Gestein durch hitzebeständige Stahlrohre, die fast überall auf der Erde installiert werden können — eine geschlossene Schleife, in der eine Flüssigkeit die Hitze nach oben trägt. Das zweite bohrt tiefer und erzeugt mit Methoden aus der Öl- und Gasindustrie selbst die nötigen Risse — bis zu 8 Kilometer tief statt der üblichen maximal 3.
„I know this might sound a lot like fracking, but there’s one important difference.”
▶ 17:32 — Der Unterschied zum Fracking: Es geht nicht darum, fossile Brennstoffe freizusetzen, sondern nur darum, dem Wasser Wege durch den Stein zu schaffen. Bei vollem Ausbau könnte Europa rund 300 Terawattstunden pro Jahr erzeugen und damit 42 % seiner heutigen Kohle- und Gasstromerzeugung ersetzen. Mehrere Länder haben bereits Ausbaupläne, die EU arbeitet an einer eigenen Strategie.
Eigene Einschätzung
Geothermie ist die unscheinbare Schwester der Energiewende — sie liefert das, was Solar und Wind fehlt: Grundlast, unabhängig vom Wetter. Dass dieselben Bohrtechniken, die Öl und Gas heraufholten, nun saubere Wärme erschließen, hat eine fast poetische Ironie. Vorsicht bleibt beim Konjunktiv: „könnte” und „bei vollem Ausbau” tragen die ganze Last des Versprechens. Zwischen Forschungspotenzial und gebauter Realität liegen Jahre und Milliarden.
Faktencheck
Bestätigt — Ecosia: 250 Millionen Bäume
Ecosia hat zum Earth Day 2026 die Marke von 250 Mio. Bäumen erreicht, über 1.600 heimische Baumarten gepflanzt (davon 144 bedrohte) und nennt 1 Milliarde als Fernziel. Gezählt werden nur Bäume, die älter als drei Jahre sind — die Zahl ist also eher konservativ als geschönt. Quelle: Ecosia-Blog · Good News Network
Bestätigt — Saubere Energie deckt das gesamte Nachfragewachstum
Laut Ember stieg die globale Stromnachfrage 2025 um 849 TWh, die kohlenstoffarme Erzeugung legte um 887 TWh zu — die fossile Erzeugung fiel um 0,2 %. Solar wuchs um 30 % (Rekord +636 TWh), Wind+Solar deckten 99 % des Nachfragezuwachses, Erneuerbare überholten erstmals die Kohle (33,8 % vs. 33,0 %). Präzisierung: Die Zahlen sind das Kalenderjahr 2025 (Bericht „2026”), nicht 2024. Die Einzelangabe „Wind +165 GW / 200 Mio. Haushalte” ließ sich nicht 1:1 verifizieren — Ember weist Wind-Erzeugung +205 TWh aus. Quelle: Ember Global Electricity Review 2026 · Carbon Brief
Bestätigt — Orang-Utan nutzt Seilbrücke
Erstmals gefilmt, wie ein Sumatra-Orang-Utan eine künstliche Kronendach-Seilbrücke über die Lagan–Pagindar-Straße (Pakpak Bharat) nutzt — eine von fünf Brücken, rund zwei Jahre per Kamerafalle überwacht. Die Straße zerschneidet den Lebensraum von ~350 Orang-Utans. Quelle: CBS News · Smithsonian Magazine
Bestätigt — Weißes Seepferdchen, Sydney Harbour
White’s Seahorse (Hippocampus whitei) ist als „endangered” gelistet, mit lokalen Rückgängen bis ~90 %. Die Aufzucht im Labor hebt die Überlebensrate der Jungtiere von ~1 % auf ~20 %. Beim Seepferdchen trägt und gebiert das Männchen. „Seahorse hotels” und die Planet-Wild-Mission (bis zu 500 freigesetzte Jungtiere, 3 neue Hotels, 500 m² wiederhergestelltes Seegras) sind belegt. Quelle: Planet Wild Mission 25 · Sydney Institute of Marine Science
Bestätigt — Lausitzer Tagebaue → Europas größte Seenlandschaft
Das Lausitzer Seenland ist Europas größte künstliche Wasserlandschaft: 23 Bergbau-Folgeseen, der letzte (Sedlitzer See) öffnet Ende April 2026 zum Baden. Endgröße ~144 km². Die Einzelzahlen „~15 Mrd. $ Kosten” und „~800.000 Besucher” stammen aus den Kanal-Quellen und ließen sich nicht zusätzlich gegenprüfen — plausibel, aber nicht doppelt belegt. Quelle: Euronews · Lusatian Lake District (Wikipedia)
Bestätigt — Universelles Blutplasma (mit Ortskorrektur)
Der Befund stimmt, der gesprochene Ort nicht: Das Verfahren stammt nicht aus Graz, sondern von der Universitätsmedizin Greifswald — womit das „German scientists” des Videos korrekt ist und „University Hospital of Graz” der Versprecher. Forschungsleiterin ist PD Dr. Konstanze Aurich. Antikörper werden an wenige Erythrozyten gebunden und mit diesen aus dem Plasma entfernt; zugelassen vom Paul-Ehrlich-Institut. Nuance: ~0,6 % betrifft AB-negativ (AB insgesamt ~4 %). Quelle: bionity.com
Bestätigt — WHO-Präqualifikation Malaria-Mittel für Säuglinge
Die WHO präqualifizierte am 24.04.2026 erstmals ein Malaria-Mittel speziell für Neugeborene/Säuglinge von 2–5 kg (Novartis „Coartem Baby”, mit Medicines for Malaria Venture; Hersteller Schweiz) und ergänzte neue Schnelltests. Datums-Korrektur: Swissmedic-Zulassung Juli 2025 (nicht 2024), Ghana-Start Oktober 2025 — die Jahre im Video sind um eins zu früh, ohne strategischen Wert. Quelle: WHO 24.04.2026 · Novartis
Bestätigt — Malaria-Impfstoffe wirken
Gavi belegt: 25 afrikanische Länder haben Malaria-Impfstoffe (RTS,S/R21) seit 2024 eingeführt, über 50 Mio. Dosen verteilt. Kenia, Malawi, Ghana und Kamerun melden deutliche Rückgänge schwerer Fälle; >70 % Schutz im ersten Jahr bei saisonaler Gabe. In Burkina Faso fielen Malaria-Tote bei unter-5-Jährigen um ~50 % binnen eines Jahres. Quelle: Gavi
Vereinfacht — Geothermie könnte 42 % ersetzen
Die Kernzahl stimmt, ist aber modelliertes Potenzial, nicht gebaute Kapazität — bei einem konstruktiven Format die typische Über-Optimismus-Stelle. Ember rechnet: ~43 GW Enhanced Geothermal unter 100 €/MWh könnten ~301 TWh/Jahr liefern = ~42 % der EU-Kohle-/Gas-Erzeugung 2025 (nicht „Europas” gesamt). Es ist eine Was-wäre-wenn-Analyse bei langen Genehmigungszeiten, kein Ausbaupfad. Quelle: Ember — Hot stuff: Geothermal energy in Europe · Euronews
Weiterführende Quellen
Aus der Video-Beschreibung (kuratierte Quellenliste des Kanals):
Ecosia — 250 Millionen Bäume:
Erneuerbare überholen Fossile:
Orang-Utan-Brücke:
Seepferdchen in Sydney:
Lausitzer Seenland:
- Optimist Daily — Germany’s coal mines are now Europe’s largest lake district
- The Guardian — Lusatia lignite mining and the lake district
Universelles Blutplasma:
Malaria-Medikament für Säuglinge:
- WHO — Prequalifies first-ever malaria treatment for newborns and infants
- Euronews — World’s first malaria treatment for newborn babies gets approval
Malaria-Impfstoffe wirken:
Geothermie in Europa:
Unabhängige Quellen (Sherlock):
- Carbon Brief — Clean energy pushes fossil-fuel power into reverse for ‘first time ever’ — unabhängige Einordnung der Ember-Zahlen 2025
- Smithsonian Magazine — Orang-Utan-Brücke — unabhängiger Beleg zum Guardian-Artikel
- Sydney Institute of Marine Science — Sydney Seahorse Project — Primärquelle des Forschungsprogramms hinter Planet Wild
- Novartis — Coartem Baby Zulassung — korrekte Zeitleiste (Swissmedic Juli 2025, Ghana Okt. 2025)
- Lusatian Lake District — Wikipedia — Übersicht der 23 Seen und LMBV-Sanierung
Weiterdenken
Was Sokrates vielleicht gefragt hätte
- Fast jede dieser Meldungen erzählt von einer einfachen Lösung für ein schweres Problem — liegt das an der Wirklichkeit, oder an der Auswahl dessen, was sich als gute Nachricht erzählen lässt?
- Die Lausitzer Seen kosteten 25 Jahre und 15 Milliarden, um zu reparieren, was Jahrzehnte zerstörten — ist eine gelungene Renaturierung wirklich eine gute Nachricht, oder die teuer beglichene Rechnung für eine schlechte?
- Erneuerbare gewinnen, weil China sie billig macht, nicht weil die Welt sich bekehrt hat — zählt bei gutem Ergebnis die Motivation, oder macht uns die falsche Triebkraft langfristig verwundbar?
- Dass es 2026 das erste Malaria-Medikament für Säuglinge gibt — wie viele andere „erste Behandlungen für die Verwundbarsten” fehlen noch, einfach weil sich der Markt für sie nicht lohnt?
Verbindungen
→ Good News - Gute Nachrichten Mai 2026
Direkte Fortsetzung der Monatsserie. Der Energiewende-Strang zieht sich durch: Wo Mai den IEA-Push und Amsterdams Werbeverbot zeigte, zeigt Juni die gekippte Bilanz (Erneuerbare decken das gesamte Nachfragewachstum) und die Geothermie als neue Grundlast-Säule. Im Längsschnitt wird sichtbar, dass die Energiewende das wiederkehrende Leitmotiv jeder Ausgabe ist.
→ Good News - Gute Nachrichten Mai 2026 Teil 2
Gesundheits-Parallele: Mai meldete Chiles Lepra-Elimination und −60 % Kindersterblichkeit seit 1990, Juni das Malaria-Doppel (Säuglingsmedikament + wirkende Impfstoffe, Burkina Faso −50 %). Beide Ausgaben zeigen denselben Befund — die globale Kindersterblichkeit fällt durch unspektakuläre, skalierbare Interventionen.
→ Maren Urner — Radikal hoffnungsvoll
Urner liefert das neurokognitive Fundament des ganzen GoodNews-Formats: Negativitätsbias, „Angst-Journalismus” und konstruktiver Journalismus als Gegenentwurf. Leppins neun Erfolgsmeldungen sind die praktische Anwendung ihrer „radikalen Hoffnung” — das Bessere zeigen, statt nur den täglichen Weltuntergang.
→ ARTE — Woher bekommen wir saubere Energie? (Gute Nachrichten vom Planeten)
Schwesterformat aus derselben „Gute Nachrichten”-Tradition — ebenfalls erneuerbare Energie als Erfolgsgeschichte erzählt. Beide bündeln konkrete Lösungen (Solar, Wind, Geothermie) statt Klimaresignation und teilen die Haltung: die Energiewende läuft bereits, man muss nur hinsehen.
→ Tim Meyer und Jan Hegenberg — China Energiewende
Direkte Vertiefung von Erfolgsmeldung 2: Erneuerbare decken erstmals das gesamte Nachfragewachstum, fossile Erzeugung fällt — Treiber China. Meyer/Hegenberg liefern die Datentiefe und das industrielle Vor-Ort-Bild zu genau dieser Schlagzeile.
→ erneuerbare tv — Sommerwaerme im Erdreich
Konkretisiert Erfolgsmeldung 9 (Geothermie der nächsten Generation): MEFA in Kupferzell zeigt Erdwärme-Speicherung als reale, gasfreie Grundlast zu 2,5 ct/kWh — der Praxisbeleg dafür, dass Geothermie nicht Zukunftsmusik, sondern bereits Betriebsrealität ist.
→ Breaking Lab — CO2-Geothermie und Factor 2 Energy
Zweite Säule zu Erfolgsmeldung 9: Beautemps stellt Next-Gen-Geothermie vor, die zugleich Strom erzeugt und CO₂ speichert. Ergänzt Leppins „könnte 42 % von Europas Kohle/Gas ersetzen” um die technologische Funktionsweise grundlastfähiger Geothermie.
→ Mark Benecke — Umwelt-Messungen Sommer 2026
Das Yin zum Yang: Benecke trägt die ungeschönten Klimamessdaten zusammen, während Leppin die Lichtblicke sammelt. Zusammen ergeben sie das vollständige Bild — Fortschritt bei Erneuerbaren ist real, aber er läuft gegen eine sich weiter verschärfende Lage; gute Nachrichten sind kein Grund zur Entwarnung.
→ Tilo Wesche - Rechte der Natur Eigentum Kolonialismus
Philosophischer Unterbau für die Naturschutz-Meldungen (Orang-Utan-Seilbrücke, Seepferdchen-Rettung, Lausitzer Seenrenaturierung): Wesche denkt Natur als Rechtssubjekt statt als Eigentum. Leppins Beispiele sind gelebte Praxis dieser Haltung — der Mensch, der Lebensräume zurückgibt, statt sie nur zu verwerten.










