Biografie
Jahrgang: 1958 (DDR, sozialisiert an der TU Dresden)
Ausbildung & Akademische Laufbahn:
- Studium 1978–1982: Thermischer und hydraulischer Maschinenbau + Informationsverarbeitung, TU Dresden
- Promotion 1985: Automatisierung von Kernkraftwerken
- Habilitation 1989: Komplexe energetische und ökologische Bewertung verfahrenstechnischer Prozesse (TU Dresden) — visionär für später dominante Themen: Energieeffizienz, Emissionsminderung, Systemoptimierung
Unternehmerische Karriere:
- 1990–1994: Geschäftsführer der Großmann & Partner GmbH (Übergangsfirma, Altlastensanierung)
- 1994: Gründung GICON-Consult GmbH (10 Mitarbeiter, Dachgeschosswohnung, Tiergartenstraße Dresden)
- 1994–2020: Aufbau zur GICON-Gruppe (~700 Mitarbeiter, führendes Ingenieurbüro Ostdeutschlands)
- Seit 2020: Vorsitzender der Geschäftsleitung (strategische Ausrichtung, Portfolio-Entwicklung)
Status: Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger nach § 29a/29b BImSchG (Genehmigungsverfahren, Sicherheitsanalytik)
Bücher & Publikationen
| Typ | Umfang | Beschreibung |
|---|---|---|
| Veröffentlichungen | ~200 | Wissenschaftliche Artikel, Konferenzbeiträge, Fachbuchkapitel zu Energietechnik, Umweltschutz, Altlastensanierung, Sicherheitstechnik, Automatisierung (1989–2026) |
| Patente | 30+ (Großmann persönlich); ~100 (GICON-Verbund) | Schwerpunkte: erneuerbare Energien, Offshore-Fundamente, Windenergie-Engineering, Mikroalgenbiotechnologie |
| Vorlesungsreihe (Neapel) | 2025 ff. | ”From Research to Innovation – a challenging route from research to market” — Strukturierter Überblick der Reifegradentwicklung (TRL-1 bis TRL-9) anhand von GICON-Fallstudien |
Publikationen in Quellen:
- Energy Reviews, ACS Publications, Renewable Energy Journals (selektierte Beispiele)
- Konferenzproceedings: Bioprocessing Summit, International Energy Conferences, ISARC (Robotics)
- Technik-Magazine: Wind Power Monthly, Offshore Wind Business
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
| Titel | Medium | Inhalt |
|---|---|---|
| Euronews: Worlds Tallest Wind Turbine Being Built in Germany | Euronews (April 2026) | Interview Großmann zum GICON-Höhenwindturm, 365m, 220% Ertragssteigerung, Teleskopmechanismus, Sicherheit |
| Tomorrow.City: Germany Builds World’s Tallest Wind Turbine | Tomorrow.City | Technische Dokumentation: Gitterturm, innenliegender Lift, Hybridkraftwerk-Konzept in der Lausitz |
| DW Planet A: Reviving Old Wind Turbines | DW/YouTube | Ansatz zur Ertragssteigerung bestehender Standorte via Höhenwind-Nutzung |
| GICON CEO appointed Visiting Prof at Uni Naples (2025) | GICON News | Ankündigung Federico-II-Visiting-Professur, Exzellenzprogramm Energiewende |
| SPRIND High-Altitude-Wind-Turbine Project Page | SPRIND.org | Offizielle Projektbeschreibung, Förderung, technische Spezifikationen |
Interviews & Gespräche:
- Pressekonferenz zur GICON-SOF-Patentierung (USA Patent “Floating Platform with Improved Anchoring”, 2014)
- Kooperationsgespräche Saudi-Arabien (2024) — Mikroalgen-Projekte, CO₂-Bindung
- Neapel-Vorlesungen (ab 2025) — live dokumentiert auf Uni-Server
Kernthesen
1. Der Ingenieur als “Innovationsbrücke” zwischen Wissenschaft und Industrie
Große Technologie-Sprünge gelingen nicht durch Spezialisierung auf reine Grundlagenforschung oder reine Industrialisierung, sondern durch Figuren, die beide Welten verstehen und aktiv vermitteln. Der Ingenieur ist Übersetzer: von wissenschaftlichen Prinzipien zu marktreifen Produkten, und umgekehrt von praktischen Problemen zurück zur Forschung.
Großmanns eigene Laufbahn (Habilitand → Unternehmer → Gastprofessor) verkörpert diese Doppelrolle. GICON war nie ein reines Dienstleistungsbüro, sondern ein F&E-getriebenes System mit eigenem IP-Portfolio — das ist die Brücke.
2. Von TRL-1 zu TRL-9: Geschwindigkeit mit Qualitätsfokus
Innovation braucht Struktur. Die NASA-Skala der Technology Readiness Levels (TRL) definiert 9 Stufen vom “Ich habe eine Idee” (TRL-1) zum “Das System läuft zuverlässig im Feld” (TRL-9).
Großmann’s These: Die meisten Innovationen scheitern nicht an schlechten Anfangsideen, sondern an der “Talsohle des Todes” zwischen Prototyp (TRL-6) und Markteinführung (TRL-9). Hier werden Projekte unterfinanziert oder verlieren an Qualitätsrigour.
Seine Lösung: Modulare Innovation — nutze bewährte Komponenten (Standard-Windturbinen, konventionelle Stahlgittermasten) und konzentriere die Neuheit auf definierte Systemteile (Teleskopmechanismus, Fundamentsysteme). So verkürzt man Entwicklungszyklen, ohne auf Sicherheit zu verzichten.
3. Energiewende ist Systemaufgabe, nicht Technologie-Sammelsurium
Einzelne Windturbinen, einzelne Solarpanele ändern nichts. Die Energiewende braucht integrierte Systeme:
- Hybride Kraftwerke — Höhenwind + bodennahe Wind + Solar auf einem Standort, gegenseitige Schwankungsglättung
- Offshore-Strategie — schwimmende Fundamente (GICON-SOF) erschließen tiefes Wasser, reduzieren Flächenkonflikt
- Biotechnologische CO₂-Senken — Mikroalgen binden CO₂ 30× effizienter als Regenwälder pro m², erzeugbar in Wüsten
- Sektorkopplung — Strom, Wärme, Wasserstoff, Biomasse in einem Energiesystem denken
4. Umweltverantwortung ist Qualitätsmerkmal, nicht Zusatzkosten
Großmanns Habilitation (1989) behandelte bereits die “komplexe ökologische Bewertung” von Prozessen — nicht als nachträglicher Compliance-Gedanke, sondern als Designprinzip.
Bei GICON bedeutet das: Umweltmonitoring (z.B. ornithologische Studien an Windkraftanlagen) ist nicht Genehmigungsauflage, sondern Quelle für technische Innovationen (bessere Fundamente, intelligente Abschaltalgorithmen). CO₂-Senken durch Algen sind nicht Kompensation, sondern Wertschöpfungsfeld.
5. Systemische Energiewende ist auch Strukturwandel-Politik
Der Höhenwindturm steht in der Lausitz — einer der größten Kohle-Regionen Europas. Das ist nicht Zufall. Sprunginnovationen sind Werkzeug für regionale Transformation: neue Industrien, neue Kompetenzzentren, neue Arbeitsplätze.
Großmanns Verständnis: Technologie allein ist nicht genug. Ingenieure müssen auch verstehen, wie ihre Innovationen in lokale Wertschöpfungsketten, in Behördenprozesse, in gesellschaftliche Akzeptanz eingebettet sind.
Politische / ideologische Einordnung
Schwer zu klassifizieren — Großmann ist Techniker, nicht Ideologe.
Was sich aber ablesen lässt:
- Pro-Innovation, aber risikoavers — Sicherheit und Qualität sind keine Verzögerungsfaktoren, sondern Voraussetzungen
- Pragmatisch liberal — arbeitet mit SPRIND (Staat), mit Privatsektor, mit internationalen Partnern (Saudi-Arabien) — keine dogmatische Haltung zu Ownership/Regulierung
- Umweltbewusst ohne Romantik — Energiewende ist notwendig, aber nicht durch Verzicht zu schaffen, sondern durch Technik-Innovation
- Systemisch-holistisch — keine Parteilichkeit für einzelne Energieträger (Wind vs. Wasserstoff vs. Biomasse), sondern Kombination je nach Standort/Kontext
- Regional-entwicklungsorientiert — Verständnis für Strukturwandel-Aspekte (nicht nur Klima, auch Arbeitsplätze, lokale Wertschöpfung)
- Sozial engagiert — Unterstützung von Rollimaus e.V. zeigt, dass Nachhaltigkeit für ihn auch soziale Inklusivität meint
Keine klare Zuordnung zu Links/Rechts/Grün etc. — das ist charakteristisch für einen Praktiker-Ingenieur.
Auszeichnungen & Institutionelle Anerkennung
| Auszeichnung | Jahr | Anlass |
|---|---|---|
| Hugo-Junkers-Preis | 2013 | Mitteldeutsches Biosolarzentrum (Hochschule Anhalt), GICON-Photobioreaktor, “Tannenbaum-Reaktor”; unabhängige Jury (Wissenschaft/Industrie/Wirtschaft) |
| Federico-II-Visiting Professor | 2025 | Universität Neapel, Programma di Dipartimento di Eccellenza (Exzellenz-Cluster), europäische Innovation in erneuerbaren Energien |
| Gastprofessor | 2010 ff. | Szewalski-Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Danzig (Strömungs- und Turbomaschinentechnik) |
| Sachverständiger | § 29a/29b BImSchG | Permanente Bestellung durch deutsches Genehmigungswesen |
| SPRIND-Förderung | 2023 ff. | Höhenwindturm-Projekt als “Sprunginnovation”, Agentur für Sprunginnovationen der Bundesregierung |
Verbindungen zu anderen Denkern
(wird von Montaigne befüllt — hier als Platzhalter)
- Horst Bendix — Co-Initiator des GICON-Höhenwindturms (ehem. Kirow/Leipzig, Schwermaschinenbau-Know-how)
- Prof. Martin Kaltschmitt (TU Hamburg) — Energiesystem-Modellierung, Biomasse
- Johannes Birkner (Hochschule Anhalt) — Algenbiotechnologie, Biosolarzentrum-Co-Leitung
- Wissenschaftliche Partner — Universitäten und Institute in Polen, Italien, Saudi-Arabien (via GICON-Kooperationen)
Gedankenwelten-Notes
(alle Notes im Vault die diese Person behandeln)
→ Recherche durchführen nach Veröffentlichung dieser DenkerVita
Besonderheiten & Notizen
Persönliche Merkmale:
- Redet offen über “absolute Priorität Sicherheit” — kein Risiko-Verharmloser
- Verwendet konsequent TRL-Sprache — Zeichen für Strukturdenken
- Betont immer wieder “Brückenfunktion” — nicht nur Ingenieur, sondern bewusst Vermittler zwischen Welten
- Nüchtern, präzise, technisch präzise (auch in Medien-Interviews)
Projekta noch in Realisierung:
- GICON-Höhenwindturm in Schipkau (Betrieb ab 2026/2027 angestrebt) — wird Messbeweis für 2,2× Ertragssteigerung liefern
- Mikroalgen-Pilotanlage in Saudi-Arabien — CO₂-Senkenfunktion unter Extrembedingungen
- Offshore-TLP-Konzepte — von Demonstrator zu kommerziellen Windparks
Offene Forschungsfragen (die Großmann antreiben):
- Wie lange laufen Windkraftanlagen zuverlässig? (Plant Betrieb > 20 Jahre statt Standard 20 J.)
- Wie misst man wahren Nutzen hybrider Kraftwerke in komplexen Stromnetzen?
- Skaliert Mikroalgen-Biotechnologie auch unter Marktbedingungen?
Literaturhinweise für Vertiefung
Primärquellen:
- GICON.de/biografien-mitglieder (offizielle Biografie)
- GICON.de/history (Unternehmensgeschichte)
- GICON.de/philosophy (Unternehmensphilosophie, Qualitätspolitik)
- SPRIND.org — High-Altitude-Wind-Turbine (Projektseite mit technischen Specs)
Sekundärquellen:
- Euronews (2026) — “World’s Tallest Wind Turbine Being Built in Germany”
- Tomorrow.City — Höhenwindturm-Feature
- Wind Power Monthly — GICON-SOF-Patent-Berichte
- Offshore Wind Business — schwimmende Fundamente
Akademische Partner:
- Universität Neapel (Federico-II) — Energiewende-Forschung
- Hochschule Anhalt — Algenbiotechnologie
- Polnische Akademie der Wissenschaften (Danzig) — Strömungstechnik












