Biographischer Snapshot

Wer ist sie?

Dr. Kerstin Paschke (Deutschland) — Privatdozentin, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie Diplom-Psychologin. Seit Juni 2025 ärztliche Leiterin des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am UKE Hamburg. Über 50 Publikationen zur Medienabhängigkeit bei Jugendlichen.

Ihre Forschung verbindet neurobiologische Grundlagenforschung mit klinischer Praxis: Sie behandelt Jugendliche mit Social-Media-Sucht, forscht zur Epidemiologie digitaler Abhängigkeiten und tritt zugleich als öffentliche Stimme für stärkere Plattformregulierung auf. In der politischen Debatte vertritt sie eine seltene Position: Mehr Schutz ja — aber immer in Verbindung mit therapeutischen Strukturen und Medienkompetenz.

Biografie

Kerstin Paschke hat sich über mehr als 15 Jahre auf das Schnittfeld zwischen Entwicklungspsychologie, Neurobiologie und digitalem Suchtverhalten spezialisiert. Ihre akademische Laufbahn führte sie zur Habilitation im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie. Im Juni 2025 übernahm sie die ärztliche Leitung des DZSKJ am UKE Hamburg — einer Einrichtung, die traditionell Substanzabhängigkeiten bei Kindern und Jugendlichen behandelt und die sie konsequent in Richtung digitale Medienabhängigkeit erweitert hat.

Die DAK-Studie, an der sie beteiligt ist, ist zur wichtigsten deutschen Erhebungsgrundlage für die Verbreitung suchtartiger Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen geworden. Ihre klinische Arbeit mit betroffenen Jugendlichen und deren Familien verleiht ihrer wissenschaftlichen Position eine Erdung, die rein akademischen Beiträgen fehlt.

Bücher & Publikationen

Keine Bücher für die Allgemeinheit, dafür Fachliteratur:

Empfehlenswerte Videos & Vorträge

Kernthesen

  1. Soziale Medien sind neurobiologisch süchtig machend konstruiert — nicht versehentlich, sondern als Konsequenz des Aufmerksamkeitsökonomie-Geschäftsmodells.
  2. Jugendliche sind strukturell besonders verletzlich: Das Belohnungssystem ist voll ausgebildet, Impulskontrolle noch nicht — “Porsche mit VW-Käfer-Bremsen.”
  3. Schutz ist Voraussetzung für Befähigung, nicht ihr Gegenteil. Ohne gesicherten Entwicklungsraum keine echte Medienkompetenz.
  4. Prävalenz verdoppelt seit 2019: 1 von 4 Jugendlichen (10–17 J.) zeigt suchtartige Social-Media-Symptome — 1,5 Mio. Kinder in Deutschland.
  5. Regulation muss kurzfristig wirksam sein: Der DSA und andere rechtliche Grundlagen sind gut, scheitern aber an der Umsetzungsgeschwindigkeit — die Erkrankungslast steigt schneller als die Bürokratie reagiert.

Verbindungen zu anderen Denkern

Wird von Montaigne befüllt.

Gedankenwelten-Notes