GedankenraumKerstin Paschke — DenkerVita
Jeder vierte Jugendliche nutzt Social Media suchtartig. Kerstin Paschke, Jugendpsychiaterin am UKE Hamburg, behandelt diese Jugendlichen und fordert Plattformregeln, die rasch greifen.
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Zeitgenössische Flat-Illustration (kühles Screen-Glühen) — Eine junge Gestalt, sanft umschlungen von leuchtenden Ranken aus Bildschirmen, Controllern und Benachrichtigungsblasen, die von allen Seiten ziehen, während eine ruhige, fürsorgliche Hand einen Ausweg reicht. Der kühle Screen-Glow trägt Paschkes Feld — Mediensucht im Kindes- und Jugendalter und die Sorge darum.
Prompt: Contemporary flat editorial illustration, cool screen-glow, 1200x500 wide banner. A young figure gently entangled in glowing tendrils of screens, game controllers and notification bubbles pulling from all sides, while a calm caring hand offers a way out; media addiction and care. Cool blue and violet glow, warm accent for the helping hand, clean flat shapes. No photorealism, no realistic faces.
Biographischer Snapshot
Dr. Kerstin Paschke (Deutschland) — Privatdozentin, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie Diplom-Psychologin. Seit Juni 2025 ärztliche Leiterin des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am UKE Hamburg. Über 50 Publikationen zur Medienabhängigkeit bei Jugendlichen.
Ihre Forschung verbindet neurobiologische Grundlagenforschung mit klinischer Praxis: Sie behandelt Jugendliche mit Social-Media-Sucht, forscht zur Epidemiologie digitaler Abhängigkeiten und tritt zugleich als öffentliche Stimme für stärkere Plattformregulierung auf. In der politischen Debatte vertritt sie eine seltene Position: Mehr Schutz ja — aber immer in Verbindung mit therapeutischen Strukturen und Medienkompetenz.
Biografie
Kerstin Paschke hat sich über mehr als 15 Jahre auf das Schnittfeld zwischen Entwicklungspsychologie, Neurobiologie und digitalem Suchtverhalten spezialisiert. Ihre akademische Laufbahn führte sie zur Habilitation im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie. Im Juni 2025 übernahm sie die ärztliche Leitung des DZSKJ am UKE Hamburg — einer Einrichtung, die traditionell Substanzabhängigkeiten bei Kindern und Jugendlichen behandelt und die sie konsequent in Richtung digitale Medienabhängigkeit erweitert hat.
Die DAK-Studie, an der sie beteiligt ist, ist zur wichtigsten deutschen Erhebungsgrundlage für die Verbreitung suchtartiger Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen geworden. Ihre klinische Arbeit mit betroffenen Jugendlichen und deren Familien verleiht ihrer wissenschaftlichen Position eine Erdung, die rein akademischen Beiträgen fehlt.
Bücher & Publikationen
Keine Bücher für die Allgemeinheit, dafür Fachliteratur:
- Publikationen zum Thema Medienabhängigkeit (Peer-Review-Journals)
- DAK-Studie "Jugend und Social Media": jährliche Erhebung zur Prävalenz problematischer Nutzung
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
Kernthesen
- Soziale Medien sind neurobiologisch süchtig machend konstruiert — nicht versehentlich, sondern als Konsequenz des Aufmerksamkeitsökonomie-Geschäftsmodells.
- Jugendliche sind strukturell besonders verletzlich: Das Belohnungssystem ist voll ausgebildet, Impulskontrolle noch nicht — "Porsche mit VW-Käfer-Bremsen."
- Schutz ist Voraussetzung für Befähigung, nicht ihr Gegenteil. Ohne gesicherten Entwicklungsraum keine echte Medienkompetenz.
- Prävalenz verdoppelt seit 2019: 1 von 4 Jugendlichen (10–17 J.) zeigt suchtartige Social-Media-Symptome — 1,5 Mio. Kinder in Deutschland.
- Regulation muss kurzfristig wirksam sein: Der DSA und andere rechtliche Grundlagen sind gut, scheitern aber an der Umsetzungsgeschwindigkeit — die Erkrankungslast steigt schneller als die Bürokratie reagiert.
Verbindungen zu anderen Denkern
Wird von Montaigne befüllt.
Gedankenwelten-Notes
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Im Bestand
zwei gedachte Verweise · zwei geteilte Quellen, die noch niemand verlinkt hat