Biographischer Snapshot
Wer spricht?
Lilith Roska arbeitet im Social-Media- und Redaktionsteam der Arolsen Archives — des weltweit größten Archivs zu den Opfern der NS-Verfolgung (Bad Arolsen, Bestand zu rund 17,5 Millionen Menschen, UNESCO-Weltdokumentenerbe). Als Online-Redakteurin erzählt sie die Geschichten NS-Verfolgter für ein junges Publikum auf TikTok, Instagram und Facebook und erklärt, wie digitale Erinnerungskultur gegen Geschichtsrevisionismus im Netz arbeitet.
Biografie
- Fachgebiet: Digitale Erinnerungskultur, Online-Redaktion, Öffentlichkeitsarbeit
- Institution: Arolsen Archives — International Center on Nazi Persecution, Bad Arolsen
- Rolle: Online-Redakteurin / Public Relations. Teil des zweiköpfigen Social-Media-Teams, das Inhalte für Instagram, TikTok, Facebook und die YouTube-Kanäle des Hauses selbst produziert — von Text über Grafik bis Videoschnitt.
(Zur persönlichen Biografie ist wenig öffentlich dokumentiert — Roska tritt als Fachstimme ihres Hauses auf, nicht als Person des öffentlichen Lebens. Um nichts zu erfinden, bleibt dieser Abschnitt bewusst knapp.)
Öffentliche Arbeit, Kanäle und Engagement
- Arolsen Archives — das Haus, für das sie kommuniziert: weltgrößtes Archiv zu NS-Verfolgten, UNESCO-Weltdokumentenerbe.
- everynamecounts — Crowdsourcing-Initiative der Archives. Roska erklärte über Posts auf Instagram, TikTok und Facebook, wie das Crowdsourcing der everynamecounts-Challenge funktioniert (u.a. 2023), mit dem Freiwillige weltweit ein digitales Denkmal für die Opfer der NS-Verfolgung erfassen.
- Arolsen Archives auf TikTok — „Talk about it! Geschichte ist jetzt”: erklärende Videos und Lebensgeschichten für 14- bis 27-Jährige, als Gegengewicht zur rechten Geschichtsumdeutung auf der Plattform.
- Arolsen Archives auf Instagram
- LinkedIn-Profil
- re:publica-Profil
- re:publica 26 — „Zahlen, Memes, Emojis: Wie Rechtsextreme Geschichte auf Social Media umdeuten” (20.05.2026) — Talk mit Gina Wiedemann.
Kernthesen
(aus dem Kontext des re:publica-Talks und der Arbeit der Arolsen Archives)
- Codierte Zahlen, Memes, Emojis. Rechtsextreme Geschichtsumdeutung tarnt sich auf Social Media in Zahlencodes, Memes und Emojis — eine Sprache, die für Eingeweihte lesbar bleibt und der Plattform-Moderation entgeht.
- Holocaust-Relativierung auf TikTok. Kurzvideo-Trends und ironische Formate werden gekapert, um NS-Verbrechen zu verharmlosen — genau dort, wo Jugendliche ihr Geschichtsbild formen.
- Erinnerung konkret machen. Dokumentierte Namen und Einzelschicksale aus dem Archiv sind das Gegenmittel: Geschichtsrevisionismus verliert an Boden, wo Erinnerung belegbar und persönlich wird.
- Auf Augenhöhe kommunizieren. Junge Menschen erreicht man nicht durch Belehrung, sondern im Format der Plattform, in ihrer Sprache — Erinnerungskultur muss die digitalen Räume selbst betreten.
Verbindungen zu anderen Denkern
- Gina Wiedemann — ihre Kollegin im Social-Media-Team der Arolsen Archives; gemeinsamer re:publica-26-Talk „Zahlen, Memes, Emojis“.
- Annika Brockschmidt — verwandte Arbeit an der Entschlüsselung rechter Codes und ihrer Anschlussfähigkeit in der Popkultur.












