Wer spricht?

Martin Oetting (Dr.) ist ein deutscher Marktforscher, Unternehmer und politischer Essayist — einer, der vom Werben übers Filmemachen zur großen Systemfrage kam. Promoviert über Mundpropaganda, jahrelang Mitinhaber und Forschungschef der Word-of-Mouth-Plattform trnd, schreibt er heute den Newsletter Wirtschaft21, betreibt einen politischen YouTube-Kanal und baut die zivilgesellschaftliche Initiative System Delta auf. Sein Anliegen: Wirtschaft nicht als Naturgesetz, sondern als gestaltbares System zu begreifen — und durch Druck aus der Bevölkerung die Parteien zur ehrlichen Auseinandersetzung mit der Faktenlage zu zwingen, bevor die Multikrise dem Faschismus die Tür öffnet.

Biografie

  • Beruf / Fachgebiet: Marktforscher, Kommunikationswissenschaftler, Unternehmer, Filmemacher, politischer Kommentator
  • Werdegang: Promotion über Mundpropaganda (Word-of-Mouth) und virales Marketing. Zwischen 2006 und 2016 Mitinhaber und Research Director der trnd AG — der ersten deutschen Word-of-Mouth-Marketing-Plattform. Sein Forschungsschwerpunkt: die Verbindung von Mundpropaganda mit einem partizipativen Marketingansatz (Involvement & Empowerment).
  • Wandel: Vom Werber zum Filmemacher und schließlich zur Systemfrage. Mit Formaten wie „Kaffee & Kapital” und „vollehalle” brachte er Menschen zusammen, die Wirtschaft, Demokratie und Klimapolitik integriert denken wollen. Heute entwickelt er über seine Omnipolis Media GmbH Medienprojekte zu den großen Transformationsfragen.
  • Heute: Newsletter Wirtschaft21, politischer YouTube-Kanal (seit Anfang 2025), Aufbau der Initiative System Delta (auf Grundlage der internationalen Organisation WEAll — Wellbeing Economy Alliance).
  • Nationalität: Deutsch

Öffentliche Arbeit, Kanäle & Engagement

NewsletterWirtschaft21 — informiert über die Arbeit an einer „neuen Wirtschaftslogik” und die Initiative System Delta
InitiativeSystem Delta — zivilgesellschaftliche Organisation (keine Partei), die durch Druck aus der Bevölkerung die Parteien zur Auseinandersetzung mit Fakten/Evidenz drängen will; orientiert an WEAll
YouTube@MartinOetting — politische Essay-Videos zu Wirtschaftslogik, Wachstum, Demokratie und Faschismus-Abwehr
MedienOmnipolis Media GmbH — Medienprojekte zu Transformationsfragen
Websitemartinoetting.com
LinkedInlinkedin.com/in/oetting

Buch & Film

TitelJahrFormBeschreibung
Ripple Effect: How Empowered Involvement Drives Word of Mouth2009Buch (Gabler)Erste wissenschaftliche Studie, die Mundpropaganda mit einem partizipativen Marketingansatz verbindet — auf Basis von Involvement- und Empowerment-Forschung.
Purpose — ein neuer Kompass für unsere WeltDokumentarfilmZeigt an internationalen Beispielen, wie eine Ökonomie entstehen kann, die planetare Grenzen ernst nimmt und Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt.

Empfehlenswerte Videos & Vorträge

Kernthesen

  • Die alten volkswirtschaftlichen Rezepte funktionieren nicht mehr. „Endloses Wachstum”, „Konsum ankurbeln”, „Investoren anlocken” lösen die Probleme des 21. Jahrhunderts nicht — sie zerstören Lebensgrundlagen und destabilisieren Gesellschaften.
  • Wirtschaft ist kein Naturgesetz, sondern ein gestaltbares System. Veränderung „nicht aus Ideologie, sondern aus Vernunft — nicht gegen Unternehmen, sondern mit ihnen.”
  • Ökonomische Sackgasse treibt Menschen zum Faschismus. Wenn wir die Wirtschaftslogik nicht umlenken, droht, was sich in den USA zeigt: rücksichtslose, faschistisch gesinnte Milliardäre an der Macht, befeuert von der fossilen Industrie.
  • Das Lügen-vs-Wahrheit-Dilemma der Parteien: Wer die Wahrheit über die Lage sagt, verliert kurzfristig gegen jene, die einfache Antworten versprechen. Die AfD wirkt als „Droge” — sie betäubt eine hilflose Angst, statt sie zu lösen.
  • Willy Brandt als Vorbild: mutige, unbequeme Politik, die den Menschen die unbequeme Wahrheit zumutet, statt sie zu beruhigen.
  • System Delta statt Partei: Wandel entsteht nicht durch eine weitere Partei, sondern durch organisierten Druck aus der Zivilgesellschaft, der die bestehenden Parteien zur Auseinandersetzung mit der Evidenz zwingt.

Politische / ideologische Einordnung

Oetting steht in der Tradition der Wellbeing-Economy- / Postwachstums-Bewegung (WEAll, Kate Raworths Donut-Ökonomie u.ä.): Kritik am Wachstumsparadigma, Vorrang ökologischer Grenzen und gesellschaftlichen Friedens vor BIP-Steigerung. Demokratisch-progressiv in der Stoßrichtung, aber betont ausdrücklich, mit der Wirtschaft und den Unternehmen arbeiten zu wollen, nicht gegen sie. Seine Faschismus-Analyse verknüpft ökonomische Verteilungsfrage und Klima mit dem Aufstieg der radikalen Rechten — die wirtschaftliche Hilflosigkeit als Nährboden, den Rechtsextremismus als Symptom.

Verbindungen zu anderen Denkern

(wird von Montaigne befüllt)

Gedankenwelten-Notes