Biografie
- Beruf: Freie Journalistin und Politikwissenschaftlerin, Newsletter-Autorin, Podcast-Produzentin und Moderatorin.
- Herkunft: Geboren 1989 in Slemani (Sulaimaniyya), Nordirak; die Familie gehört der kurdischen Bevölkerung an. 1998 nach Nürnberg gekommen, dort zur Schule gegangen. Ihre Schwester ist die Tech-Kritikerin und Kolumnistin Aya Jaff.
- Ausbildung: Studium der Politikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften.
- Werdegang: Freie Reporterin für den kurdischen Sender Rudaw; 2015–2020 in der politischen Kommunikation bei Siemens. Seit 2014 Autorin des englischsprachigen Newsletters what happened last week?. 2021 Mentorin im Journalism Innovators Program der Hamburg Media School, 2021 als „Kultur- und Kreativpilotin Deutschlands” ausgezeichnet. Seit 2023 Senior-Beraterin und Kuratoriumsmitglied des Bonn Institute for Journalism and Constructive Dialogue (Joint Venture von Deutscher Welle, RTL und Rheinischer Post).
- Auszeichnungen: Grimme Online Award für den Podcast 190220 – Ein Jahr nach Hanau; CIVIS-Medienpreis-Nominierung für Wir schaffen das – Ein Satz, der Deutschland veränderte.
Öffentliche Arbeit, Kanäle & Engagement
| Format | Beschreibung |
|---|---|
| what happened last week? | Englischsprachiger Newsletter seit 2014, über 26.000 Abonnent:innen in mehr als 100 Ländern. Kuratiert die wichtigsten internationalen Nachrichten mit Fokus auf den Globalen Süden — Asien, Afrika, Lateinamerika — und in der Berichterstattung vernachlässigte Regionen. |
| 190220 – Ein Jahr nach Hanau | Podcast über den rassistischen Anschlag in Hanau (2020), ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award. |
| Weitere Podcasts | Wir schaffen das – Ein Satz, der Deutschland veränderte; Produktionen u. a. über die Zustände im Flüchtlingslager Moria. |
| Website | Persönliche Website mit Projekten, Vorträgen und Kontakt. |
| Kolumne beim Freitag | Regelmäßige Beiträge, u. a. zu Protestbewegungen und der Gen Z im Globalen Süden. |
| Bonn Institute | Beratung und Kuratorium — konstruktiver Journalismus und internationaler Dialog. |
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Wird der Journalismus der heutigen Welt gerecht? mit Sham Jaff — Gespräch über blinde Flecken westlicher Berichterstattung und einen globaleren Blick.
- Sham Jaff on regions Western media underreports on — englischsprachiges Interview über unterberichtete Weltregionen.
- Sham Jaff spricht mit Alena Jabarine über Hanau — Wertebotschafterin-Gespräch zum Anschlag in Hanau.
- Interview bei fluter: „Henne-Ei-Problem” — über Medien, Aufmerksamkeit und den Globalen Süden.
Kernthesen
- Der Globale Süden ist kein Randthema. Nachrichten aus Asien, Afrika und Lateinamerika verdienen eigenständige Aufmerksamkeit — „es muss nicht immer alles für Deutschland wichtig sein”, um berichtenswert zu sein.
- Das Henne-Ei-Problem der Aufmerksamkeit. Redaktionen berichten wenig über den Globalen Süden, weil sie geringes Interesse vermuten — und das Desinteresse verfestigt sich, weil kaum berichtet wird. Wer den Kreis durchbricht, schafft neues Publikum.
- Konstruktiver Journalismus. Guter Journalismus benennt nicht nur Missstände, sondern zeigt Zusammenhänge, Lösungsansätze und Handlungsräume — Perspektive statt bloßer Alarm.
- Nähe zu den Betroffenen. Ob Hanau oder Moria — Berichterstattung, die von den Menschen ausgeht, die es angeht, statt über sie hinweg.
- Völkerrecht aus globaler Perspektive. Die Krise des Völkerrechts betrifft nicht nur den Westen; wie sein Bruch im Globalen Süden gelesen wird, gehört in die Debatte.
Politische / ideologische Einordnung
(Sham Jaff versteht sich als Journalistin, nicht als Aktivistin einer Parteilinie. Ihre Arbeit ist geprägt von einer dekolonialen, globalen Perspektive und dem Anspruch des konstruktiven Journalismus — Nähe zu Betroffenen von Rassismus, Flucht und Marginalisierung, ohne sich einem klassischen Links-Rechts-Schema zuzuordnen.)
Verbindungen zu anderen Denkern
(wird von Montaigne befüllt)












