GedankenraumSham Jaff — DenkerVita
Nicht alles muss für Deutschland wichtig sein, um berichtenswert zu sein: Sham Jaff sammelt seit 2014 im Newsletter Nachrichten aus dem Globalen Süden, die sonst untergehen.
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Persische Miniatur — Lapisblau, Safran und Gold mit Ornamentbordüre — die Schreibende am niedrigen Pult, deren Seiten als weiße Vögel in viele Länder fliegen: Berge Kurdistans, Städte, Lesende aus aller Welt. Ihr Newsletter als das, was er ist — Briefe an die Welt, aus einer Tradition, die das Erzählen in Miniaturen heiligt.
Prompt: Persian miniature style with fine ornamental borders, lapis blue, saffron, emerald and gold leaf: a woman with dark hair seated at a low writing desk at center composing a letter, around her a wide landscape divided into small detailed scenes — mountains of Kurdistan at left, a river, city rooftops, tiny groups of people from many lands reading her pages that fly to them as white birds, flat perspective, jewel colors, intricate patterns, stylized faces in miniature tradition, no photorealism, wide 1200x500 banner
Biografie
- Beruf: Freie Journalistin und Politikwissenschaftlerin, Newsletter-Autorin, Podcast-Produzentin und Moderatorin.
- Herkunft: Geboren 1989 in Slemani (Sulaimaniyya), Nordirak; die Familie gehört der kurdischen Bevölkerung an. 1998 nach Nürnberg gekommen, dort zur Schule gegangen. Ihre Schwester ist die Tech-Kritikerin und Kolumnistin Aya Jaff.
- Ausbildung: Studium der Politikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften.
- Werdegang: Freie Reporterin für den kurdischen Sender Rudaw; 2015–2020 in der politischen Kommunikation bei Siemens. Seit 2014 Autorin des englischsprachigen Newsletters what happened last week?. 2021 Mentorin im Journalism Innovators Program der Hamburg Media School, 2021 als „Kultur- und Kreativpilotin Deutschlands" ausgezeichnet. Seit 2023 Senior-Beraterin und Kuratoriumsmitglied des Bonn Institute for Journalism and Constructive Dialogue (Joint Venture von Deutscher Welle, RTL und Rheinischer Post).
- Auszeichnungen: Grimme Online Award für den Podcast 190220 – Ein Jahr nach Hanau; CIVIS-Medienpreis-Nominierung für Wir schaffen das – Ein Satz, der Deutschland veränderte.
Öffentliche Arbeit, Kanäle & Engagement
| Format | Beschreibung |
|---|---|
| what happened last week? | Englischsprachiger Newsletter seit 2014, über 26.000 Abonnent:innen in mehr als 100 Ländern. Kuratiert die wichtigsten internationalen Nachrichten mit Fokus auf den Globalen Süden — Asien, Afrika, Lateinamerika — und in der Berichterstattung vernachlässigte Regionen. |
| 190220 – Ein Jahr nach Hanau | Podcast über den rassistischen Anschlag in Hanau (2020), ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award. |
| Weitere Podcasts | Wir schaffen das – Ein Satz, der Deutschland veränderte; Produktionen u. a. über die Zustände im Flüchtlingslager Moria. |
| Website | Persönliche Website mit Projekten, Vorträgen und Kontakt. |
| Kolumne beim Freitag | Regelmäßige Beiträge, u. a. zu Protestbewegungen und der Gen Z im Globalen Süden. |
| Bonn Institute | Beratung und Kuratorium — konstruktiver Journalismus und internationaler Dialog. |
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Wird der Journalismus der heutigen Welt gerecht? mit Sham Jaff — Gespräch über blinde Flecken westlicher Berichterstattung und einen globaleren Blick.
- Sham Jaff on regions Western media underreports on — englischsprachiges Interview über unterberichtete Weltregionen.
- Sham Jaff spricht mit Alena Jabarine über Hanau — #Wertebotschafterin-Gespräch zum Anschlag in Hanau.
- Interview bei fluter: „Henne-Ei-Problem" — über Medien, Aufmerksamkeit und den Globalen Süden.
Kernthesen
- Der Globale Süden ist kein Randthema. Nachrichten aus Asien, Afrika und Lateinamerika verdienen eigenständige Aufmerksamkeit — „es muss nicht immer alles für Deutschland wichtig sein", um berichtenswert zu sein.
- Das Henne-Ei-Problem der Aufmerksamkeit. Redaktionen berichten wenig über den Globalen Süden, weil sie geringes Interesse vermuten — und das Desinteresse verfestigt sich, weil kaum berichtet wird. Wer den Kreis durchbricht, schafft neues Publikum.
- Konstruktiver Journalismus. Guter Journalismus benennt nicht nur Missstände, sondern zeigt Zusammenhänge, Lösungsansätze und Handlungsräume — Perspektive statt bloßer Alarm.
- Nähe zu den Betroffenen. Ob Hanau oder Moria — Berichterstattung, die von den Menschen ausgeht, die es angeht, statt über sie hinweg.
- Völkerrecht aus globaler Perspektive. Die Krise des Völkerrechts betrifft nicht nur den Westen; wie sein Bruch im Globalen Süden gelesen wird, gehört in die Debatte.
Politische / ideologische Einordnung
(Sham Jaff versteht sich als Journalistin, nicht als Aktivistin einer Parteilinie. Ihre Arbeit ist geprägt von einer dekolonialen, globalen Perspektive und dem Anspruch des konstruktiven Journalismus — Nähe zu Betroffenen von Rassismus, Flucht und Marginalisierung, ohne sich einem klassischen Links-Rechts-Schema zuzuordnen.)
Verbindungen zu anderen Denkern
- Konstantin Flemig — DenkerVita — Flemig berichtet über Kriege, von denen er vorher weiß, dass sie keine Klicks bringen; Jaffs Erinnerung an den folgenlosen Giftgaseinsatz im Irak verlängert seine Linie von Syrien zum Sudan nach hinten. → Sudan: Chlorbomben im vergessenen Krieg
Gedankenwelten-Notes
Im Bestand
sechs gedachte Verweise