Biografie
Journalist und Sachbuchautor, geboren 1971 in Leipzig, lebt und arbeitet in Hamburg. Über dreißig Jahre im Beruf — und fast die gesamte Zeit davon in genau jenem System, das er heute kritisiert.
Seine Biografie ist die eines Aufsteigers aus dem ostdeutschen Nachrichtenhandwerk: ab 1994 freier Journalist (Beiträge für Stern, Focus, Dresdner Morgenpost, AP, RTL), ab 1996 fester freier Mitarbeiter im MDR-Landesfunkhaus Sachsen. Von 1998 bis 2003 fünf Jahre Privatfernsehen — Redakteur und stellvertretender Redaktionsleiter beim Fernsehzentrum Leipzig (Camp TV), zuständig für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, mit Beiträgen für Sat.1, Pro7, N24 und Kabel 1. Von 2003 bis 2017 dann gehobener Redakteur bei MDR aktuell in Leipzig: Redakteur vom Dienst, Planer, Chef vom Dienst, Reporterstücke und Liveschalten für Tagesschau, Tagesthemen, Brennpunkt, Morgen- und Mittagsmagazin. Von 2014 bis 2017 zugleich Vorsitzender des Beirats der MDR-Intendantin.
Von Januar 2018 bis Dezember 2023 war er Redakteur in der crossmedialen Planung bei ARD-aktuell in Hamburg — sechs Jahre in dem Gremium, das entscheidet, was überhaupt in die Tagesschau kommt, bevor irgendjemand über die Formulierung streitet. Seit Januar 2024 arbeitet er als freier Journalist und Autor.
Die DDR-Sozialisation benennt er selbst als den Bruch, der ihn im ARD-Milieu nie ganz heimisch werden ließ: „ich hatte das Gefühl, in der ARD aufgrund meiner Herkunft nicht dazuzugehören”. Dieses Fremdeln ist nicht Beiwerk seiner Medienkritik, sondern deren Ausgangspunkt — er schreibt über Herkunft, weil er sie am eigenen Leib als Zugangsschranke erfahren hat.
(Kein Wikipedia-Artikel vorhanden, Stand 08/2026 — biografische Angaben nach seiner eigenen Vita-Seite und Presseberichten.)
Bücher & Publikationen
| Titel | Jahr | Beschreibung |
|---|---|---|
| inside TAGESSCHAU — Zwischen Nachrichten und Meinungsmache | 2025 | Insiderbericht aus sechs Jahren Tagesschau-Planung: wie Themen gesetzt, Experten ausgewählt und unbequeme Stoffe verzögert werden. Spiegel-Bestsellerliste 16 Wochen (Höchstplatz 3), Börsenblatt Sachbuch Paperback 20 Wochen (Höchstplatz 2). Verlag: Langen Müller. |
| Schwarzbuch Staatsfunk — Desinformation statt Information | 2026 | Nicht sein Buch, sondern ein Beitrag darin. Herausgeber sind Josef Kraus und Walter Krämer; Teske ist einer von rund 33 Autoren des Sammelbands und schildert darin aus eigener Erfahrung, wie unliebsame Themen blockiert und Experten nach politischer Passung gefiltert worden seien. Erschienen 22.06.2026, ebenfalls Langen Müller. |
(Teske bietet beide Bücher signiert per Mail an kontakt@alexander-teske.de an — daraus folgt keine
Autorschaft am Schwarzbuch über seinen Einzelbeitrag hinaus.)
Öffentliche Arbeit & Kanal
- Website: alexander-teske.de — Vita, Lesungstermine, Presseschau zum Buch
- YouTube-Kanal: Alexander Teske — Langform-Interviews (60–80 Minuten) und kürzere Medienkritik-Stücke
- Finanzierung: ausdrücklich spendenbasiert (PayPal, Direktüberweisung), kein Werbe- oder Sponsoringmodell, keine Paywall. Er bittet am Ende jeder Folge um „eine Schenkung” — ein Modell, das ihn von Anzeigenkunden unabhängig macht und zugleich an die Zustimmung seines Publikums bindet.
- Lesungen und Diskussionen zum Buch, u. a. in Theatern und Buchhandlungen in Ost- und Westdeutschland
- Kontakt:
kontakt@alexander-teske.de
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Eine exklusive Elite entscheidet alles im Land! — 80 Minuten mit dem Elitenforscher Michael Hartmann (11.08.2026) über die Kernelite von rund 1.000 Menschen, die wachsende Homogenität der Spitzen und Hartmanns Vorschlag einer Quote für Arbeiterkinder. Teske widerspricht offen — das macht das Gespräch stark.
- Ex-General Erich Vad fordert Frieden statt Eskalation mit Russland — Langgespräch zur Russlandpolitik
- Ex-Lehrerverbandschef: Schulen sind ein Desaster — mit Josef Kraus, dem Mitherausgeber des „Schwarzbuch Staatsfunk”
- Max Mannhart von Apollo News über die Angriffe auf Journalisten — Pressefreiheit aus der Perspektive eines rechtsliberalen Onlinemediums
- Was deutsche Medien über Ungarn verschweigen — Medienkritik am Beispiel der Ungarn-Berichterstattung
Kernthesen
- Die Nachrichtenredaktion ist ein sozial homogener Zirkel. Die Entscheiderinnen und Entscheider bei ARD-aktuell seien fast ausschließlich Westdeutsche ohne Migrationsgeschichte, akademisch geprägt, milieuähnlich sozialisiert — die Tagesschau bilde deshalb nicht die Republik ab, sondern ein Segment davon.
- Die entscheidende Manipulation liegt nicht im Wort, sondern in der Auswahl. Nicht die einzelne Formulierung verzerrt, sondern die Frage, welches Thema überhaupt auf die Planungsliste kommt und welcher Experte gefragt wird. Wer die Agenda setzt, braucht keine Tendenz im Text.
- „Getönte Brille” statt Verschwörung. Teske behauptet keine Steuerung von oben, sondern eine unbewusste Deckungsgleichheit von Weltbild und Themenwahl: Redaktionen halten für relevant, was in ihrem eigenen Lebensumfeld relevant ist.
- Herkunft ist die vergessene Diversitätsdimension. Über Geschlecht werde geredet, über soziale Herkunft und Ostdeutschsein kaum — dabei entscheide gerade das über Zugang zu den Redaktionen.
- Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist reformbedürftig, nicht abzuschaffen. Seine Kritik zielt auf Personal, Planung und Binnenpluralismus. Eine Abschaffungsforderung erhebt er in seinen Gesprächen nicht; im Hartmann-Interview lässt er dessen klare Verteidigung des Rundfunkbeitrags als Schlusswort stehen.
- Skepsis gegen jede Romantisierung des „einfachen Volkes”. Aus seiner DDR-Erfahrung hält er dagegen, wenn ein „Arbeiter-und-Bauern-Staat” als Gegenbild zur Akademikerelite gezeichnet wird.
Politische / ideologische Einordnung
Teske ist ein Binnenkritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, dessen Argument im Kern ein soziologisches ist — und das macht seine Einordnung anspruchsvoller, als der Ton mancher seiner Resonanzräume vermuten lässt.
Was für die Nähe zum konservativ-medienkritischen Milieu spricht: Sein Verlag Langen Müller hat ein deutlich konservatives Profil. Sein Beitrag steht im „Schwarzbuch Staatsfunk”, dessen Titel allein („Staatsfunk”) ein Kampfbegriff der ÖRR-Gegner ist und das über Tichys Einblick, den Achgut-Shop und den JF-Buchdienst vertrieben wird. Sein Buch wurde in Tichys Einblick gefeiert („grün-roter Politzirkus”). Auf seinem Kanal führen die Themenwahl und Teile der Gästeliste — Josef Kraus, Apollo News, die Ungarn-Berichterstattung — erkennbar in dieses Milieu. Sein Publikum ist dort anschlussfähig, wo Rundfunkkritik nach rechts kippt, und er nimmt das in Kauf.
Was dagegen spricht, ihn dort einzusortieren: Sein Kernargument ist ein Herkunfts- und Milieuargument, kein parteipolitisches — strukturell dasselbe wie das des dezidiert linken Elitenforschers Michael Hartmann, den er einlädt und dem er ausführlich Raum gibt. Er widerspricht seinen Gästen offen: gegen Hartmann verteidigt er den Wert akademischer Bildung und hält der Idealisierung der Arbeiterherkunft seine DDR-Erfahrung entgegen. Er lässt Hartmanns Verteidigung des Rundfunkbeitrags gegen die Abschaffungsinitiative unwidersprochen stehen — wer den ÖRR schleifen will, schneidet solche Passagen. Sein Kanal ist spendenfinanziert, ohne Anzeigenkunden, deren Interessen mitschreiben. Und er weitet die Diversitätsfrage ausdrücklich auf Gruppen aus, die im rechten Diskurs sonst keine Rolle spielen: Schwerbehinderte, Migranten, Ostdeutsche.
Die faire Zusammenfassung: Ein Journalist, dessen empirische Beobachtung (Redaktionen sind sozial zu eng) breiter tragfähig ist als das Milieu, in dem sie am lautesten beklatscht wird. Die Kritik an der publizistischen Umgebung bleibt sachlich zulässig — sie ersetzt aber nicht die Prüfung seiner Befunde, und aus der Wahl des Verlags folgt kein Urteil über den Inhalt. Umgekehrt gilt: Wer seine Beobachtungen ernst nimmt, sollte auch fragen, wem die Verallgemeinerung vom homogenen Milieu zur „Meinungsmache” politisch nützt.
Verbindungen zu anderen Denkern
- Michael Hartmann — Dasselbe Argument aus zwei unvereinbaren Ecken: Wer oben entscheidet, ist sozial schmal rekrutiert, und das prägt, was überhaupt für relevant gehalten wird. Hartmann zeigt es empirisch für die Machtelite, Teske erzählt es aus der Planungskonferenz — beide argumentieren mit Herkunft, nicht mit Parteibuch, und genau das macht die Beobachtung schwerer abzuräumen als die Lager, in denen sie gehandelt wird. Die Reibung bleibt trotzdem stehen: Teske ist ÖRR-Binnenkritiker aus einem Milieu, das den Rundfunk gern ganz los wäre, Hartmann ein dezidiert linker Soziologe, der den Rundfunkbeitrag verteidigt. Im gemeinsamen Gespräch widerspricht Teske Hartmanns Quote für Arbeiterkinder und hält der Idealisierung der Arbeiterherkunft seine DDR-Erfahrung entgegen.
- Nadia Zaboura — Der schärfste Widerspruch im Feld, und er entsteht ausgerechnet aus derselben Denkfigur. Auch Zaboura sucht die Verzerrung vor dem Text, in der strukturellen Vorentscheidung — nur wirkt sie bei ihr zugunsten des Faschismus, über falsche Balance und Scheinäquivalenz, während sie bei Teske ein westdeutsch-akademisches Weltbild absichert. Wer beide liest, steht vor der Frage, ob mehr Milieuvielfalt in der Redaktion und klare Kante gegen rechts dieselbe Reform sind oder zwei gegenläufige.
- Leonhard Dobusch — Dieselbe Anstalt, von den Gremien her gesehen: Dobusch saß im ZDF-Fernsehrat, Teske in der Planung von ARD-aktuell. Beide wollen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren statt abschaffen, benennen aber verschiedene Fehler — Dobusch die institutionelle Weichheit gegenüber autoritären Narrativen, Teske die Milieu-Enge derer, die die Themenliste machen. Offen bleibt zwischen ihnen, ob Binnenpluralismus eine Personalfrage ist oder eine Haltungsfrage.
- Rainer Mausfeld — Die Nachbarschaft, gegen die Teske sich abgrenzen muss. Mausfelds Beschreibung von Macht — Themen setzen, Rahmen vorgeben, Aufmerksamkeit lenken, statt Sätze zu zensieren — liest sich fast wie Teskes Auswahlthese. Der Unterschied liegt im Akteur: Mausfeld denkt Steuerung von oben, Teske besteht auf der unbewussten „getönten Brille” ohne Dirigenten. An dieser Demarkation entscheidet sich, ob aus einer soziologischen Beobachtung eine Manipulationserzählung wird.
- Steffen Mau — Zwei ostdeutsche Biografien, dieselbe Immunität gegen die Romantisierung des einfachen Volkes, entgegengesetzte Methode. Mau misst und kommt zu dem Schluss, dass die Gesellschaft nicht gespalten ist, sondern an Triggerpunkten erregbar; Teske schließt aus dem Erleben im Betrieb auf ein systematisches Ungleichgewicht der Entscheider. Mau ist damit das nüchterne Gegengewicht — er würde nach Zahlen fragen, wo Teske eine Redaktionskultur beschreibt, und liefert zugleich mit der Transformationserfahrung der 90er die Erklärung, warum Ostdeutschsein überhaupt eine Zugangsschranke werden konnte.
- Aladin El-Mafaalani — Die Diversitätsfrage von ihrer offiziellen Seite, und sie erklärt Teskes eigenes Fremdeln besser, als er es selbst tut. Sein Integrationsparadox besagt: Wer es an den Tisch schafft, verhandelt die Regeln mit und erlebt Reibung — der Konflikt ist das Zeichen des Ankommens, nicht des Scheiterns. Und wenn Bildung als Sortiermaschine arbeitet, ist die Redaktion homogen, lange bevor jemand einstellt. Teske dehnt Diversität ausdrücklich auf Ostdeutsche, Migranten und Schwerbehinderte aus — dieselbe Bewegung, aus einer Ecke, in der man sie selten erwartet.
Cortex-Notes
- Michael Hartmann — Herkunft schlägt Parteibuch — das Gespräch vom 11.08.2026, in dem Teske dem Elitenforscher offen widerspricht und dessen Verteidigung des Rundfunkbeitrags als Schlusswort stehen lässt












