Herfried Münkler
Biographischer Snapshot
Wer spricht?
Prof. em. Dr. Herfried Münkler (15. August 1951 in Friedberg, Hessen) — Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte. Von 1992 bis zur Emeritierung 2018 Lehrstuhlinhaber für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Studium der Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie in Frankfurt am Main. Promotion 1981 bei Iring Fetscher über Machiavelli, Habilitation 1987 über die Entstehung der Staatsräson. Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften seit 1992, 42 Doktoranden und 18 Habilitanden (Stand 2014) — darunter ein Gutteil der heutigen deutschen Ideengeschichts-Professur.
Über dreißig Bücher. Preis der Leipziger Buchmesse 2009 für Die Deutschen und ihre Mythen, Bruno-Kreisky-Preis 2023 für Welt in Aufruhr.
Kernbegriffe: die neuen Kriege (Entstaatlichung · Asymmetrisierung · Autonomisierung), postheroische Gesellschaft, Imperium vs. Hegemonie, Macht in der Mitte, die Rückkehr der Großmächte-Ordnung.
Biografie
Friedberg in der Wetterau, Anfang der Fünfziger. Die Eltern im Schuldienst, zwei Geschwister, an der Augustinerschule das altsprachliche Profil — Latein und Griechisch, Abitur 1970. Wer Münkler heute über Thukydides, das augusteische Rom oder den Peloponnesischen Krieg reden hört, hört diese Schulbank noch mit. Die Antike ist bei ihm kein Zierrat, sondern das Archiv, aus dem er die Gegenwart erklärt.
In der Jugend Juso, später SPD-Mitglied, zeitweise in der hessischen Kommunalpolitik aktiv. Das Studium führt ihn an die Frankfurter Goethe-Universität — Germanistik, Politikwissenschaft, Philosophie — mitten hinein in ein Milieu, das damals von der Kritischen Theorie durchzogen ist. Sein akademischer Lehrer wird Iring Fetscher, einer der wenigen, die dort politische Ideengeschichte als eigenständiges Handwerk betreiben, nicht als Vorstufe zur Gesellschaftskritik.
Der erste Fund: Machiavelli. Die Dissertation von 1981 trägt den Titel Machiavelli. Die Begründung des politischen Denkens der Neuzeit aus der Krise der Republik Florenz und gilt bis heute als Standardwerk. Münkler liest den Florentiner gegen sein Klischee: kein Zyniker der Macht, sondern ein Republikaner, dessen Denken aus einer konkreten Katastrophe hervorgeht — dem Zusammenbruch der Republik Florenz. Was dabei entsteht, ist der Gedanke, dass Politik eine eigene Logik hat, die sich weder aus der Theologie noch aus der Moral ableiten lässt. Diese Trennung wird zu Münklers lebenslanger Arbeitsstelle. 1987 folgt die Habilitation Im Namen des Staates. Die Begründung der Staatsraison in der frühen Neuzeit — dieselbe Frage, eine Etage höher: Wie kommt ein Staat dazu, sich selbst als obersten Zweck zu setzen?
Dazwischen, 1985, ein Buch, das aus der Reihe fällt und doch alles zusammenhält: Machtzerfall, eine Studie über die letzten Tage des Dritten Reiches, dargestellt am Beispiel seiner Heimatstadt Friedberg. Der Zerfall politischer Ordnung, beobachtet an dem Ort, an dem er aufgewachsen ist. Ordnung und ihr Ende — daran arbeitet er seither.
1992: der Ruf nach Berlin. Zwei Jahre nach der Vereinigung übernimmt der westdeutsche Frankfurter den Lehrstuhl für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität — einer Universität, die sich gerade neu erfinden muss, im Zentrum einer Hauptstadt, die es noch nicht wieder gibt. Rufe nach Zürich (1992) und Augsburg (2002) lehnt er ab. Berlin bleibt sein Ort: 26 Jahre Lehrstuhl, Dekan, Institutsdirektor, dazu Akademieprofessur und die Leitung von Arbeitsgruppen zu Gemeinwohl, Fremdheit, Eliten. Zwanzig Jahre lang steht er der Internationalen Marx-Engels-Stiftung vor und verantwortet die MEGA-Gesamtausgabe — ein Ideengeschichtler, der Marx ediert, ohne Marxist zu sein.
2002: das Buch, das zu früh kam. Die neuen Kriege erscheint in einem Deutschland, das noch von der Friedensdividende lebt. Münkler beschreibt darin Kriege, die keine Staaten mehr führen, die kein Ende kennen und die sich selbst finanzieren. Ein Jahr nach dem 11. September trifft das einen Nerv; das Buch wird in die Klassiker der Sozialwissenschaften aufgenommen. Es folgen Imperien (2005), Der Wandel des Krieges (2006) und ein Werkstrang, der eine Debattenlage vorwegnimmt, die in Deutschland erst zwanzig Jahre später politisch wird.
Der öffentliche Intellektuelle. Spätestens mit Die Deutschen und ihre Mythen (2008, Preis der Leipziger Buchmesse) und Der Große Krieg (2013, zum Jahrhundertjahr 1914) wird Münkler eine Stimme über das Fach hinaus: Talkshows, Kolumnen, Politikberatung. Er sitzt im Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik und arbeitet 2014 am Projekt Review 2014 des Auswärtigen Amts mit — sein Beitrag dort dreht den Spieß um: Deutsche Außenpolitik folge faktisch Interessen, nicht Werten, und man solle das ehrlich sagen, statt die eigene Glaubwürdigkeit an eine Erzählung zu hängen, die die Praxis dauernd dementiert.
2015: Münkler-Watch. Ein anonymes Blog, betrieben aus dem Kreis seiner Studierenden, protokolliert seine Vorlesungen und legt ihm rassistische, sexistische und militaristische Positionen zur Last. Der Fall wird zur Grundsatzdebatte über akademische Freiheit, Kritik und Anonymität; ein großer Teil der Fachwelt stellt sich hinter ihn, der Blog verstummt nach einigen Monaten. Die Episode bleibt aufschlussreich in beide Richtungen: Sie zeigt einen Hochschullehrer, der Zumutungen des Denkens verteidigt, und ein Publikum, das sie nicht mehr bereit ist zu ertragen.
Nach 2018. Die Emeritierung wird zur produktivsten Phase. Der Dreißigjährige Krieg (2017) liest die europäische Urkatastrophe des 17. Jahrhunderts als Modell für Konflikte, die aus sich heraus nicht enden können. Marx, Wagner, Nietzsche (2021) porträtiert das 19. Jahrhundert als Umbruchsepoche. Mit dem 24. Februar 2022 wird der emeritierte Professor endgültig zur meistgefragten Stimme der deutschen Kriegsdebatte — zitiert bis in die Reden von Friedrich Merz hinein. Welt in Aufruhr (2023) verdichtet das zu einer Ordnungsdiagnose, Macht im Umbruch (2025) führt sie auf Deutschland zurück und steht auf Platz 1 der Sachbuch-Bestsellerliste.
Verheiratet ist er seit 1983 mit der Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler, mit der er mehrfach gemeinsam publiziert (Lexikon der Renaissance, Die neuen Deutschen, Abschied vom Abstieg).
Bücher & Publikationen
| Titel | Jahr | Worum es geht |
|---|---|---|
| Machiavelli. Die Begründung des politischen Denkens der Neuzeit | 1982 | Die Dissertation, bis heute Standardwerk: Machiavelli als Republikaner, dessen Denken aus der Krise von Florenz die Eigenlogik des Politischen begründet |
| Im Namen des Staates. Die Begründung der Staatsraison in der frühen Neuzeit | 1987 | Habilitation: Wie der frühneuzeitliche Staat lernt, sich selbst zum obersten Zweck zu erklären |
| Pipers Handbuch der politischen Ideen (5 Bde., mit Iring Fetscher) | 1985–93 | Das Standardwerk zur politischen Ideengeschichte im deutschsprachigen Raum |
| Die neuen Kriege | 2002 | Das Hauptwerk: Entstaatlichung, Asymmetrisierung und Autonomisierung kriegerischer Gewalt — Kriege ohne Staaten, ohne Fronten, ohne Ende |
| Der neue Golfkrieg | 2003 | Der Irakkrieg als Testfall imperialer Kriegführung |
| Imperien. Die Logik der Weltherrschaft — vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten | 2005 | Die Unterscheidung von Imperium und Hegemonie; imperiale Ordnungsleistung, Randzonen, Selbstüberdehnung |
| Der Wandel des Krieges. Von der Symmetrie zur Asymmetrie | 2006 | Die theoretische Vertiefung: warum symmetrische Kriegsbilder die Gegenwart nicht mehr fassen — Ort der postheroischen These |
| Die Deutschen und ihre Mythen | 2008 | Preis der Leipziger Buchmesse: welche Erzählungen ein Land tragen, das seinen Gründungsmythen misstraut |
| Mitte und Maß. Der Kampf um die richtige Ordnung | 2010 | Antike, Mittelalter und Moderne als Fundgrube für ein Rezept des gemäßigten Zusammenlebens |
| Der Große Krieg. Die Welt 1914 bis 1918 | 2013 | Der Erste Weltkrieg als Urkatastrophe und als Durchbruch der Moderne |
| Macht in der Mitte. Die neuen Aufgaben Deutschlands in Europa | 2015 | Deutschland als ungewollte Zentralmacht Europas — Verantwortung ohne Hegemonieanspruch |
| Kriegssplitter. Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert | 2015 | Wie sich Gewaltformen über ein Jahrhundert hinweg auffächern |
| Die neuen Deutschen. Ein Land vor seiner Zukunft (mit Marina Münkler) | 2016 | Migration 2015/16: Einwanderung als Realität, nicht als Ausnahmezustand |
| Der Dreißigjährige Krieg. Europäische Katastrophe, deutsches Trauma | 2017 | 1618–1648 als Modell des Krieges, der sich selbst am Leben hält |
| Abschied vom Abstieg. Eine Agenda für Deutschland (mit Marina Münkler) | 2019 | Gegen die Erzählung des unvermeidlichen Niedergangs |
| Marx, Wagner, Nietzsche. Welt im Umbruch | 2021 | Drei Zeitgenossen als Seismografen des 19. Jahrhunderts |
| Die Zukunft der Demokratie | 2022 | Repräsentation unter Druck — inklusive der Idee, Ämter teilweise zu verlosen |
| Welt in Aufruhr. Die Ordnung der Mächte im 21. Jahrhundert | 2023 | Bruno-Kreisky-Preis: das Ende des unipolaren Moments, fünf Großmächte, Europas offene Rolle |
| Macht im Umbruch. Deutschlands Rolle in Europa | 2025 | Bestseller Nr. 1: die Weltordnungsdiagnose, angewandt auf die deutsche Lage |
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Trump, Putin, China: Europas Platz in der neuen Weltordnung — Keynote auf dem Industriekongress (INDUSTRIEMAGAZIN), 05.07.2026: die Weltordnungsdiagnose vor Wirtschaftspublikum
- Muss es Kriege geben, Herfried Münkler? — ZEIT-Podcast „Nur eine Frage”: Kriegsdefinition von Hobbes bis Clausewitz, der fehlende „Hüter des Friedens”
- Willkommen im Dschungel — vom Ende der alten Weltordnung — NZZ Standpunkte 2024, ausführliches Gespräch zu Welt in Aufruhr
- phoenix persönlich — Herfried Münkler bei Eva Lindenau — Porträtgespräch, 13.02.2026
- Macht im Umbruch — Münkler und Andreas Rödder über eine Welt aus den Fugen — Streitgespräch zweier Historiker über Deutschlands Rolle
- Sind wir im Krieg? — Sternstunde Philosophie (SRF): Terror, Krieg und die Grenzen der Begriffe
- Der Ökonomen-Talk — „Welt in Aufruhr” — die Ordnungsfrage aus wirtschaftlicher Perspektive
Kernthesen
-
Die neuen Kriege — Gewalt ohne Staat, ohne Front, ohne Ende. In Die neuen Kriege (2002) beschreibt Münkler drei Bewegungen, die den klassischen Staatenkrieg ablösen: die Entstaatlichung (Warlords, Milizen, Söldnerfirmen statt Armeen), die Asymmetrisierung (der Schwächere weicht der Entscheidungsschlacht aus und trifft dort, wo der Starke verwundbar ist) und die Autonomisierung der Gewalt — Gewaltmärkte, die sich über Rohstoffe, Drogen, Schutzgeld und abgezweigte Hilfslieferungen selbst finanzieren. Damit kippt die Ökonomie des Krieges: Wo Gewalt sich trägt, gibt es keine Partei mehr, die vom Frieden profitiert. Solche Kriege hören nicht auf, weil einer gewinnt, sondern höchstens, wenn ihnen der Nachschub ausgeht.
-
Die postheroische Gesellschaft. Den Begriff übernimmt Münkler von Edward Luttwak und dreht ihn ins Gesellschaftstheoretische. Wohlstandsgesellschaften mit niedriger Geburtenrate und abgekühlter Religiosität verlieren zwei Dinge zugleich: die demografische Verfügungsmasse für Kriege und den kulturellen Apparat, der Opfer sinnvoll macht. Sie denken in Logiken des Tauschs, nicht des Opfers. Daraus folgt Münklers unbequeme Pointe: Wer nicht bereit ist zu sterben, ist gegenüber einem Gegner, der es ist, strukturell im Nachteil — Militärtechnik gleicht das nicht aus. Es ist die Erklärung dafür, warum überlegene westliche Armeen aus Afghanistan, Irak und anderen Theatern ohne Sieg abziehen.
-
Imperium und Hegemonie sind nicht dasselbe. Eine Hegemonialmacht bleibt in einem System formal gleicher Staaten der Erste unter Gleichen; ihre Vorrangstellung beruht auf Zustimmung und ist reversibel. Ein Imperium kennt keine Gleichen: Seine Ordnung läuft asymmetrisch von einem Zentrum in Randzonen, seine Grenze ist keine Linie zwischen Ebenbürtigen, sondern eine Zone, und es legitimiert sich durch eine Mission und durch Ordnungsleistungen — Sicherheit, Handelswege, Recht, Währung —, für die es Tribut in irgendeiner Form nimmt. Die entscheidende Frage jedes Imperiums ist die der Selbstbegrenzung: Wann hört es auf zu wachsen, bevor die Kosten der Peripherie das Zentrum auffressen? Wer die USA verstehen will, muss wissen, welche der beiden Rollen sie gerade spielen.
-
Macht in der Mitte — Deutschland als ungewollte Zentralmacht. Geografie, Wirtschaftskraft und die Krisen der 2010er Jahre haben Deutschland in eine Position gebracht, die es nicht gesucht hat und historisch fürchtet. Münklers Position hält beide Enden fest: Rückzug ins Moralische ist keine Unschuld, sondern ein Ausfall, der andere zahlen lässt — und die Zentralmacht der Mitte darf ihre Nachbarn nicht dominieren, weil ein Europa gegen Deutschland genau das Bündnis erzeugt, das die deutsche Geschichte teuer bezahlt hat. Verantwortung ohne Hegemonieanspruch, das ist der schmale Grat.
-
Mythen halten Gesellschaften zusammen — und Deutschland hat keine mehr. Die Deutschen und ihre Mythen (2008) untersucht die Erzählungen, aus denen politische Gemeinschaft entsteht, und findet in Deutschland ein zerbrochenes Repertoire: Die alten Mythen sind durch ihren Missbrauch verbrannt, die neuen — Verfassungspatriotismus, Wirtschaftswunder, das negative Fundament Auschwitz — tragen unterschiedlich weit. Das ist keine Nostalgie nach Barbarossa. Es ist die Frage, woraus ein Gemeinwesen Zusammenhalt zieht, wenn es sich weigert, sich zu erzählen.
-
Die Rückkehr der Großmächte. In Welt in Aufruhr (2023) datiert Münkler das Ende des unipolaren Moments und sieht eine Ordnung entstehen, die von fünf Mächten getragen wird — USA, China, Russland, Indien und, falls es zusammenhält, Europa. Keine strebe die Alleinherrschaft an, weil alle deren Preis kennen. Für die EU folgt daraus eine Bedingung mit offenem Ausgang: Nur bei innerer Einigkeit bleibt sie ein Pol; misslingt sie, steigt Europa aus dem Kreis der Gestalter in den der Gestalteten ab.
Politische Einordnung
Münkler ist SPD-Mitglied, in der Jugend Juso, ausgebildet in einem linksliberalen Frankfurter Milieu — und trotzdem in der Kriegsfrage seit Jahrzehnten quer zu weiten Teilen der Linken. Sein Realismus ist keine Parteinahme für Militär, sondern eine methodische Entscheidung: Er beschreibt Ordnungen so, wie sie funktionieren, und trennt diese Beschreibung von der Frage, wie sie sein sollten. Im ZEIT-Gespräch macht er das explizit — normativ solle es keine Kriege geben müssen; sozialwissenschaftlich, angesichts fehlender Friedenshüter, laute die Antwort Ja.
In der Ukraine-Debatte gehört er seit 2022 zu den lautesten Stimmen für Waffenlieferungen. Sein Argument ist instrumentell: Verhandlungen entstehen nicht durch Appelle, sondern durch militärische Rückschläge, die einer Seite das Weiterkämpfen unattraktiv machen. Die Vorstellung, Putin komme an den Tisch, wenn man ihn freundlich bittet, hat er wiederholt als Naivität bezeichnet — ebenso wie er beobachtet, dass russische Eskalationsdrohungen im Westen genau die Selbstabschreckung erzeugen, die sie erzeugen sollen. Sein Satz aus dem Sommer 2022, man könne „nicht in Unterhosen gegen Russland antreten”, zielt auf die deutsche Verteidigungsfähigkeit.
Das macht ihn über die Lager hinweg zitierfähig — Friedrich Merz beruft sich auf ihn — und für beide Flanken angreifbar. Von links wirft ihm Raul Zelik vor, Imperien sei eine „Kampfschrift”, die den Eliten die Weltbeschreibung souffliere, die sie zur Selbstlegitimation brauchen. Aus dem Fach kommt der Einwand, seine Bücher näherten sich stellenweise dem Essayistischen und überfrachteten sich mit Material. Auf der anderen Seite loben Rezensenten wie G. John Ikenberry Imperien als eine der wenigen wirklich herausragenden Arbeiten zum Thema.
Innenpolitisch überrascht er mit Vorschlägen, die quer zum sicherheitspolitischen Realisten stehen: mehr Losverfahren bei der Besetzung öffentlicher Aufgaben auf kommunaler Ebene, Unternehmen, die Ehrenamt aktiv fördern. Die Demokratie, so das Motiv, hält sich nicht durch Wahlen allein, sondern durch Menschen, die zeitweise Verantwortung übernehmen, ohne sie angestrebt zu haben.
Verbindungen zu anderen Denkern
(wird von Montaigne befüllt)
Gedankenwelten-Notes
- Herfried Münkler — Muss es Kriege geben — ZEIT-Podcast: Kriegsdefinition, postheroische Gesellschaft, der fehlende Hüter des Friedens
- Herfried Münkler — Europas Platz in der neuen Weltordnung — Keynote 2026: die Auflösung der Krieg/Frieden-Unterscheidung, Europas Sandwichposition, Atlantizismus gegen Eurasismus, Messianismus gegen Katechon












