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Ingrid Brodnig — DenkerVita

Hass im Netz wächst aus der Bauweise der Plattformen, zeigt Ingrid Brodnig. Die österreichische Journalistin gibt Betroffenen, gerade Politikerinnen, Mittel zur Gegenwehr.

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Künstlerhand: Wiener Werkstätte (Koloman Moser)

Warum: Eine Wiener Hand für eine Wienerin: Die Secession-Geometrie zeigt Brodnigs Arbeit als das, was sie ist — mit dem Stift einen Lichtkreis in ein Dickicht aus Dornen schlagen, in dem Ordnung erst dort entsteht, wo das Licht hinreicht.

Prompt: Wiener Werkstätte flat graphic portrait style, Koloman Moser influence: a stylized woman figure in profile at a writing desk, face simplified to geometric planes without realistic features, holding a pen like a small torch that casts a clean circle of light; around the light circle, a dense ornamental dark pattern of tangled thorny lines and tiny arrows dissolves into orderly squares where the light reaches. Palette: black, cream, gold, deep teal, one warm red accent. Elegant Secession geometry, decorative borders, no photorealism, 1200x500 wide banner.

Wer spricht?

Ingrid Brodnig (*1984, Graz) ist österreichische Journalistin, Buchautorin und eine der profiliertesten deutschsprachigen Stimmen zu Hass im Netz und Desinformation. Sie war Redakteurin bei Falter und Profil, wurde 2017 zur „Digitalen Botschafterin" Österreichs bei der EU ernannt und schreibt seit 2024 eine Kolumne im Standard. Ihre Bücher — von Hass im Netz bis Feindbild Frau — verbinden nüchterne Analyse digitaler Enthemmung mit konkreten Handreichungen: Sie will nicht nur erklären, warum die Debatte verroht, sondern zeigen, was man dagegen tut.

Biografie

Ingrid Brodnig wird am 9. November 1984 in Graz geboren. Sie studiert an der FH Joanneum „Journalismus und Unternehmenskommunikation" — ein bodenständiger, praxisnaher Weg in einen Beruf, den sie später zur öffentlichen Aufklärungsarbeit ausweitet.

Nach dem Studium arbeitet sie zunächst für das Wiener Stadtmagazin Falter, dann als Redakteurin des Nachrichtenmagazins Profil, dort mit Schwerpunkt Medien und Digitalthemen. Der Wendepunkt kommt im Februar 2017: Sie verlässt die feste Redaktion, um sich als Publizistin und digitale Expertin selbstständig zu machen — von da an gehört ihr das Thema ganz. Wenige Wochen später, im April 2017, ernennt die österreichische Bundesregierung sie zur „Digitalen Botschafterin" (Digital Champion) Österreichs in der EU.

Seither ist Brodnig weniger Berichterstatterin als Übersetzerin: Sie erklärt, wie Algorithmen Empörung belohnen, wie Desinformation je nach Generation anders funktioniert, wie sich Betroffene von Hass wehren können. Sie hält Vorträge und Workshops, tritt in Talkshows auf, schreibt Bücher, die regelmäßig in Bestsellerlisten und auf Preislisten landen. Seit Mai 2024 ist sie Kolumnistin der Tageszeitung Der Standard.

Ausgezeichnet wurde sie unter anderem mit dem Bruno-Kreisky-Sonderpreis für das politische Buch (2016, für Hass im Netz), als „Medienjournalistin des Jahres" (2021) und „Kolumnistin des Jahres" (2023).

Bücher & Publikationen

TitelJahrBeschreibung
Der unsichtbare Mensch2013Wie die Anonymität im Internet die Gesellschaft verändert — ihr erstes großes Buch über digitale Debattenkultur.
Hass im Netz2016Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können. Ausgezeichnet mit dem Bruno-Kreisky-Sonderpreis.
Lügen im Netz2017Wie Fake News, Populisten und unkontrollierte Technik uns manipulieren — Anleitung zum Erkennen und Kontern.
Übermacht im Netz2019Warum wir für ein gerechtes Internet kämpfen müssen — über die Marktmacht der Plattformkonzerne.
Einspruch!2021Verschwörungsmythen und Fake News kontern — ein praktischer Argumentations-Werkzeugkasten.
Wider die Verrohung2023Über die gezielte Zerstörung öffentlicher Debatten und wie man ihr begegnet.
Feindbild Frau2026Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und verdrängt werden — und was wir alle dagegen tun können. Auf Basis von Gesprächen mit Abgeordneten und Spitzenpolitikerinnen aus Deutschland und Österreich.

Empfehlenswerte Videos & Vorträge

Kernthesen

Politische Einordnung

Brodnig ist keiner Partei zuzuordnen, aber klar demokratie- und aufklärungsorientiert. Sie benennt rechte und rechtsextreme Netzwerke als treibende Kraft organisierter digitaler Gewalt und plädiert für stärkere Plattformregulierung — Positionen, die ihr aus dem rechten Lager selbst Anfeindungen einbringen. Ihr Ton bleibt dabei betont sachlich und lösungsorientiert; sie versteht sich als Vermittlerin zwischen Betroffenen, Publikum und Politik, nicht als Aktivistin einer bestimmten Seite. Ihre Arbeit ist Teil einer breiteren journalistischen Auseinandersetzung mit Desinformation, Meinungsfreiheit und der Ökonomie der Empörung.

Verbindungen zu anderen Denkern

Gedankenwelten-Notes

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Im Bestand

Ingrid BrodnigGegenstrategien zum FrauenhassKatharina NocunDenkerVitaRenée DiRestaDenkerVitaEva von RedeckerDenkerVitaLars WienandDenkerVita

fünf gedachte Verweise

verlinktdieselbe Quelle, nie verlinkt
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