Biografie
- Beruf / Fachgebiet: Soziologe (Dr. rer. soc.), Postdoc-Forscher; empirische Sozialforschung, Computational Methods, politische Soziologie
- Institution: Center for Advanced Internet Studies (CAIS), Bochum — Research Associate in der Abteilung „Research Data & Methods”, seit Mai 2024 kommissarische Teamleitung
- Forschungsschwerpunkt: Dezentrale Netzwerke — das Fediverse, Mastodon und das Tor-Netzwerk; politische Partizipation im Internet; Datenethik dezentraler Plattformen
- Werdegang:
- seit März 2022: Research Associate am CAIS (Research Data & Methods)
- Juni 2024: Promotion (PhD) in Soziologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf — Dissertation über die Motive politischer Partizipation im Internet
- seit 2019: wiss. Mitarbeiter am Institut für Sozialwissenschaften / Lehrstuhl Soziologie II (HHU Düsseldorf), Doktorand am NRW-Forschungskolleg „Online-Partizipation”
- 2019: M.A. Sozialwissenschaften (HHU Düsseldorf)
- 2015–2018: studentische Hilfskraft am Institut für Informatik und am Düsseldorf Institute for Internet and Democracy (DIID)
Bücher & Publikationen
| Titel | Jahr | Beschreibung |
|---|---|---|
| „Don’t research us” — How Mastodon instance rules connect to research ethics (in Publizistik 69(3), 357–380, mit Deubel, Breuer, Weller) | 2024 | Empirische Analyse der Regelwerke von Mastodon-Instanzen: Nur ein kleiner Teil thematisiert die wissenschaftliche Nutzung ihrer Daten — Datenethik im dezentralen Social Web |
(Wähner publiziert überwiegend in soziologischen Fachzeitschriften und auf Konferenzen — z.B. „Beyond Twitter: Data Ethics in the Decentralized Social Media Landscape”, Social Media & Society Conference, London 2024. Bislang keine eigenständige Buchveröffentlichung; Buchsuche dient als Ausgangspunkt.)
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Auf die Dauer hilft nur Power — Herausforderungen für dezentrale Netzwerke aus Sicht der Soziologie — 39C3 (Dez. 2025): dezentrale Netzwerke als Kollektivgut-Problem, ihre originäre Instabilität und das Modell öffentlicher Grundfinanzierung
- Digitale Souveränität durch dezentrale Netzwerke? Das Beispiel Mastodon — re:publica 26: empirische Untersuchung deutschsprachiger Mastodon-Instanzen und der Befund einer faktischen Zentralisierung trotz dezentraler Architektur
Kernthesen
- Dezentrale Netzwerke sind Kollektivgüter — Nutzer profitieren vom Fediverse oder Tor, ohne selbst zur Bereitstellung der Infrastruktur beizutragen (Trittbrettfahrer-Problem). Das ist kein technisches, sondern ein soziologisches Kooperationsproblem.
- Originäre Instabilität: Weil die Netzwerke auf erhebliche Ressourcen angewiesen sind, die Einzelne oder Organisationen mobilisieren müssen, sind sie strukturell instabil — es sei denn, man kommerzialisiert das Nutzerverhalten (genau das, was die Dezentralität vermeiden wollte).
- Dezentralität garantiert keine Dezentralisierung: Die empirische Analyse deutschsprachiger Mastodon-Instanzen zeigt, dass sich Nutzer faktisch auf wenigen großen Instanzen konzentrieren — die Architektur ist verteilt, die Macht aber wieder zentralisiert.
- Lösung auf organisationaler statt technischer Ebene: Nachhaltige Sicherung erfordert Partizipationsmodelle und vor allem eine öffentliche Grundfinanzierung — digitale Souveränität ist eine Frage von Macht und Ressourcen, nicht von Code.
- Datenethik im dezentralen Web: Mastodon-Instanzen regeln die wissenschaftliche Nutzung ihrer Daten kaum — Forschung an dezentralen Plattformen wirft eigene ethische Fragen auf, die zentrale Plattformen so nicht stellen.
Politische / ideologische Einordnung
(Wissenschaftler ohne erkennbare parteipolitische Verortung. Seine Arbeit ist anschlussfähig an netzpolitische und zivilgesellschaftliche Debatten um digitale Souveränität — er argumentiert empirisch-soziologisch, nicht aktivistisch, plädiert aber sachlich für öffentliche Förderung dezentraler Infrastruktur.)
Verbindungen zu anderen Denkern
- Ralf Stockmann — Gemeinsam bilden beide die soziologisch-strategische Doppeldiagnose des Fediverse: Wähner liefert die empirische Grundlage (Gini 0,92, Tor-Konzentration, Kollektivgut-Problem), Stockmann die Praxis-Seite (UX-Defizite, Migrationsstrategie, „+1”-Kampagne). Ihre Vorträge sind als Einheit lesbar — Befund und Konsequenz.
- Martin Andree — Komplementäre Seiten derselben Machtfrage: Andree fokussiert die Plattformmonopole und ihre demokratiefeindliche Wirkung, Wähner die strukturellen Schwächen der dezentralen Alternative. Andrees Outlink-Pflicht und Wähners zivilgesellschaftliche Grundfinanzierung ergänzen sich: Der eine will die Monopole schwächen, der andere die Alternative stärken.
- Francesca Bria — Bria hat in Barcelona als CTO umgesetzt, was Wähner theoretisch fordert: öffentliche Institutionen als Träger demokratischer Digitalinfrastruktur. Beide operieren auf der Schnittfläche von Sozialwissenschaft und Technologie — Wähner empirisch-akademisch, Bria politisch-praktisch.







