Wer ist das?

Marina Klimchuk — Freie Journalistin, schreibt für ZEIT, taz, Stern, WOZ, GEO und weitere. Kam in den 1990ern als jüdische Kontingentflüchtlingin nach Deutschland. Lebte zwei Jahre in den USA — zwischen Greyhound-Bussen, Depression und demokratischem Niedergang. Schwerpunkte: Migration, Erinnerungskultur, internationale Konflikte. → DenkerVita

Biografie

Marina Klimchuk kam in den 1990er Jahren als jüdische Kontingentflüchtlingin nach Deutschland — damit gehört sie selbst zu der Geschichte, über die sie schreibt. Diese biographische Verortung prägt ihr Schreiben: Migration ist für sie kein abstraktes Politikfeld, sondern gelebte Erfahrung.

Als freie Journalistin hat sie sich einen Namen gemacht mit Reportagen aus Krisengebieten und an den Rändern der Gesellschaft: Ukraine, Naher Osten, USA. Ihre zwei Jahre in den USA — geprägt von Greyhound-Reisen, demokratischem Niedergang und persönlicher Krise — schlugen sich in preisgekrönten Texten nieder.

Für ihren biographischen Essay Nahes fernes Heimatland nach Russlands Vollinvasion der Ukraine erhielt sie den Helmut-Stegmann-Preis. Den VDRJ-Preis 2025 gewann sie für Der Bus — eine Greyhound-Reise von der Ostküste zur Westküste der USA, in der sie Amerika in seiner ganzen Zerrissenheit porträtierte.

Ihre Stärke liegt im Nähe-Schaffen: Sie ist vor Ort, sie trinkt an Bars, sie spricht mit dem Taxifahrer — und macht daraus Texte, die das Universelle im Lokalen sichtbar machen.

Bücher & Publikationen

Keine eigenständigen Bücher bisher bekannt. Veröffentlichungen in:

  • Die ZEIT
  • taz
  • Stern
  • WOZ (Wochenzeitung Zürich)
  • GEO
  • DIE FURCHE
  • Tagesspiegel
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Biographischer Essay: Nahes fernes Heimatland (Helmut-Stegmann-Preis) Reisereportage: Der Bus (VDRJ-Preis 2025)

Empfehlenswerte Videos & Vorträge

Kernthesen

  1. Migration ist immer auch eine persönliche Geschichte — die Statistik erklärt nicht, was es bedeutet, am Rand einer neuen Gesellschaft zu stehen.
  2. Das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft schließt sich schnell um Gewalt, die Andere betrifft — besonders wenn diese Anderen keine gemeinsame Sprache mit der Mehrheit teilen.
  3. Amerika 2025/26 ist ein Land, in dem Gespräche über Politik vermieden werden, um Beziehungen zu erhalten — das ist keine Toleranz, sondern eine Form des Schweigens.
  4. Lokales Desinteresse an globalen Nachrichten ist kein Unwissen, sondern eine soziale Strategie: Wer sich nicht beschäftigt, muss keine Haltung einnehmen.
  5. Journalismus bedeutet, vor Ort zu sein — nicht als Beobachter, sondern als Mensch, der auch scheitert, zweifelt und Widersprüche aushält.

Verbindungen zu anderen Denkern

Pflege durch Montaigne

Gedankenwelten-Notes