Quelle: Das perfide Spiel! Wer schiebt die Schuld wem in die Schuhe? (März 2026)

Wer spricht?

Koschi (Vorname: Manuel, Nachname nicht öffentlich) ist ein aus Deutschland nach Buffalo, New York ausgewanderter politischer Kommentator — seit 8 Jahren mitten im amerikanischen Alltag. Auf Koschi Politik – USA Aktuell erklärt er mehrmals wöchentlich das US-Politikgeschehen für deutschsprachige Zuschauer: Analysen, Reaktionsvideos, Einordnungen zu Trump, MAGA, ICE und dem täglichen Wahnsinn amerikanischer Politik. Kein journalistisch-institutioneller Hintergrund — Stärke liegt im gelebten Insiderwissen als Deutschamerikaner in einer Swing-State-Region (Western New York). Politisch klar links-liberal positioniert, scharfe Kritik an der republikanischen Rechten, kein Bothsidesism.


Inhalt

Das Video verknüpft mehrere gleichzeitig laufende Krisen der Trump-Administration im März 2026 und zeigt, wie systematisch Verantwortung verschoben wird.

1. Insider Trading: Korruptionsvorwürfe gegen Trump

Kurz vor Trumps öffentlicher Ankündigung, die Iran-Angriffe zu stoppen, fanden ▶ 1:47 massive, ungewöhnliche Handelsaktivitäten statt:

  • S&P 500 Futures im Wert von 1,5 Milliarden Dollar gekauft — 4- bis 6-mal höher als normales Handelsvolumen
  • Öl-Futures im Wert von 192 Mio. Dollar gleichzeitig verkauft
  • Senator Chris Murphy machte den Vorfall öffentlich

Selbst MAGA-Influencer bezeichnen Trump als “korruptesten Präsidenten aller Zeiten” — nicht als Kritiker von links, sondern aus dem Kern der Rechtsbewegung.

Wer genau handelte — Trump selbst, die “Trumpfamilie”, saudische Freunde oder Mitarbeiter mit Zugang zu seinem Truth-Social-Account — bleibt offen.

2. DHS Shutdown und das Flughafen-Chaos

Das Weiße Haus schob die Schuld für den 37-tägigen DHS-Haushaltsstillstand den Demokraten in die Schuhe. Die Realität laut ▶ 4:51:

  • Senats-Mehrheitsführer John Thune (Republikaner) brachte einen parteiübergreifenden Kompromiss ein, den Demokraten akzeptiert hätten
  • Trump lehnte ihn persönlich ab — er wollte keinen Deal ohne den Safe America Act (Wahlidentifikationsgesetz)
  • Es gab 10 Abstimmungen im Kongress, bei denen Demokraten die TSA-Finanzierung ohne ICE ermöglichen wollten — 10 Mal stimmten Republikaner auf Trumps Weisung dagegen
  • Selbst GOP-Senator Kennedy bei Fox News: “Die Demokraten haben uns einen Deal angeboten. Der einzige, der ihn nicht wollte, ist Trump.”

Regierungsabschluss unter Trump sind ▶ 4:06 40 Mal häufiger als unter früheren Präsidenten — und das trotz Mehrheit im Senat, Repräsentantenhaus und Präsidentschaft.

3. Hegseth als Sündenbock für den Irankrieg

Trump versuchte, Verteidigungsminister Pete Hegseth für die Entscheidung zum Irankrieg verantwortlich zu machen: ▶ 12:10 “Pete, du warst das doch, oder? Du hast als erster gesagt, let’s do it.”

Hegseth ist dabei doppelt problematisch:

  • Selbst Republikaner, die ihn bestätigten, bereuen dies — er gilt als größeres Ärgernis als RFK als Gesundheitsminister
  • Seine Kommunikation im Weißen Haus ist widersprüchlich und unprofessionell: Während Trump von “konstruktiven Gesprächen” mit dem Iran spricht, erklärt Hegseth ▶ 14:27: “We negotiate with bombs”

4. Forderung nach dem 25. Verfassungszusatz

Scott McDonald, Mitbegründer der amerikanischen konservativen Bewegung, richtet sich öffentlich an JD Vance: ▶ 17:28

“Kündige deine Unterstützung für einen Übergang gemäß dem 25. Verfassungszusatz an. […] Jetzt hast du die Möglichkeit, das Land zu retten. Der Trump muss weg.”

Der 25. Zusatzartikel ermöglicht die Absetzung eines Präsidenten, der körperlich oder geistig nicht in der Lage ist, sein Amt auszuüben — eingeleitet durch den Vizepräsidenten.


Faktencheck

Vereinfacht / Nicht eindeutig belegt

“40 Mal häufiger” Government Shutdowns unter Trump — Koschi zitiert eine CNN-Grafik. Die genaue Methodik dieser Berechnung ist unklar. Korrekt ist: Unter Trump gab es überdurchschnittlich viele und lange Shutdowns. Die Zahl “40x” ist vermutlich eine dramatisierende Darstellung.

Vereinfacht / Nicht eindeutig belegt

Insider Trading-Vorwürfe — Chris Murphy machte den Handel öffentlich und die Zahlen (1,5 Mrd. S&P-Futures) stimmen mit Medienberichten überein. Ob Trump oder sein Umfeld direkt involviert war, ist zum Zeitpunkt des Videos nicht bewiesen. Die Muster sind auffällig, aber kein Beweis. Wichtige Einschränkung, die Koschi selbst andeutet.

Bestätigt

Trump lehnte den Thune-Kompromiss ab — Mehrere unabhängige Medien (u.a. Mediaite) berichteten übereinstimmend über den Vorfall. Auch GOP-Senator Kennedy bestätigte dies bei Fox News.

Bestätigt

Hegseth genießt kaum Vertrauen — Übereinstimmende Berichte aus Washington DC (K Street, Hill, Weißes Haus) belegen breite Unzufriedenheit mit Hegseth, auch innerhalb der republikanischen Partei.

Bestätigt

Scott McDonalds Statement zu 25. Zusatzartikel — Das Statement existiert und ist öffentlich dokumentiert.


Einordnung

Dieses Video ist ein Mosaiksteinchen im größeren Bild von Trumps zweiter Amtszeit: Eine Administration, die Krisen selbst produziert und dann systematisch Verantwortung externalisiert — auf Demokraten, auf Berater, auf Kabinettsmitglieder. Das Muster ist dabei nicht neu, aber im März 2026 eskaliert es:

  • Außenpolitisch: Der Irankrieg läuft ohne klare Strategie, der Verteidigungsminister kommuniziert konträr zum Präsidenten.
  • Innenpolitisch: Selbst die eigene Partei widerspricht öffentlich der Schuldzuweisung beim DHS-Shutdown.
  • Institutionell: Erste konservative Stimmen fordern die Absetzung über den 25. Zusatzartikel.

Das “perfide Spiel” im Titel ist präzise: Es geht nicht nur um Fehler, sondern um das bewusste Verschieben von Verantwortung als politisches Instrument.

Verbindungen

MONITOR — Irankrieg und das Ende des Völkerrechts

Völkerrechtlicher Rahmen des Iran-Krieges; Ergänzung zu Koshis Innenperspektive

Nico Lange — Hat Trump die Kontrolle über den Iran-Krieg verloren

Strategische Analyse: Trump verliert Kontrolle; deckt sich mit Hegseth-Debakel

Reinhard Heinisch — Verliert Trump den Iran-Krieg in Amerika

Innenpolitische Erosion der Trump-Unterstützung; direkte Parallele zu Koshis Beobachtungen

Diba Mirzaei — Irankrieg & Geschichte (Jung & Naiv 815)

Iranische Perspektive auf den Krieg; Hintergrund zu Trumps “konstruktiven Gesprächen”

Sternstunde Philosophie — Der Iran-Krieg und die Geopolitik der Gegenwart

Geopolitischer Kontext des Konflikts

Dr. Pablo Hagemeyer — Narzissmus, innere Leere und das Selbst

Trumps Muster, Verantwortung auf andere zu schieben, ist ein klassisches narzisstisches Abwehrmuster

Dietrich Bonhoeffer — Theorie der Dummheit

Bonhoeffers “eingespannte Dummheit”: Kabinettsmitglieder wie Hegseth, die trotz offensichtlicher Inkompetenz Macht behalten, weil das System sie trägt

Philip Manow — Autoritäre Zeiten: Die Macht der Wähler

Strukturelle Bedingungen für Trumps Regierungsstil: Populismus und Erosion demokratischer Normen

Koschi Politik — Pete Hegseth und das christlich-nationalistische Militär

Gleicher Kanal; hier institutionelle Umsetzung von Trumps Schuldzuweisungen im Militär — Hegseth als Sündenbock und Frontmann

Paul Lance — Amerikaner fragt Deutsche ueber Trump

Lance beschreibt dieselbe Sündenbockstrategie aus der Innenperspektive: Deutsche erkennen das Muster sofort (Migranten, Muslime, Somalier) als historisch identisch mit der NS-Propaganda


Verbindungen

KALAYO — Epstein-Zensur nachgewiesen, Blanche vor dem Senat

Schiff gibt dem „perfiden Spiel“ einen Namen: die Massenvernichtungswaffe der Ablenkung, die Empörung im Stundentakt entwertet.