Worum es geht
„An was denkt ihr, wenn ihr Irak hört?” Mit dieser Frage beginnt Hans Maggi, und er stellt sie am Ende noch einmal. Dazwischen liegen zwei Wochen auf dem Fahrrad durch die kurdische Autonomieregion im Norden des Landes — bei über vierzig Grad, von Checkpoint zu Checkpoint, und in einer Gastfreundschaft, die so unnachgiebig ist, dass die beiden Reisenden am Tag drei bis fünf Euro ausgeben. Es ist keine Ehrenrettung eines Landes. Es ist der Bericht darüber, was passiert, wenn ein Bild auf Menschen trifft.
Quelle: Hans Maggi, Kampf gegen die Hitze im Irak / Kurdistan — Fahrrad-Weltreise im Nordirak [#12] (Aufnahmen Juni 2023) → DenkerVita
Wo wir sind
Die Autonome Region Kurdistan liegt im Norden des Irak und ist seit der Verfassung von 2005 die einzige förmlich anerkannte Föderalregion des Landes — mit eigenem Parlament, eigener Regierung und eigenen Streitkräften, den Peschmerga. Rund 6,4 Millionen Menschen leben hier, etwa 1,6 Millionen davon in der Hauptstadt Erbil (kurdisch Hewlêr).
Gesprochen wird Kurdisch in zwei Hauptvarianten: Badini (ein Kurmandschi-Dialekt) im Norden um Dohuk und Amêdî, Sorani in der Mitte und im Süden. Englisch lernen die Kinder in der Schule nicht — Hans wundert sich darüber und merkt zugleich, wie viel dadurch ungesagt bleibt.
Die Region blieb vom Bürgerkrieg und der IS-Herrschaft, die den Zentralirak zerrissen, weitgehend verschont und gilt seit Jahren als vergleichsweise sicher. Die Ausnahme ist der Grenzstreifen zur Türkei: In den Bergen operieren PKK-Einheiten, und die türkische Armee fliegt dort regelmäßig Luft- und Drohnenangriffe. Genau an diese Linie stoßen die beiden.
Die Frage
Er stellt sie, bevor irgendetwas passiert. ▶ 0:00 — An was denkt ihr, wenn ihr Irak hört? Und beantwortet sie gleich selbst: die meisten würden wohl an etwas Negatives denken, irgendwo aus den Nachrichten aufgeschnappt. Das ist die einzige These des Videos, und sie steht am Anfang, damit man sie die ganze Zeit prüfen kann.
Der Einstieg ins Land ist Bürokratie und ein bisschen Schmuggel. Das Online-Visum lässt sich mit sechs verschiedenen Kreditkarten nicht bezahlen, auch nicht mit denen der Eltern; drei Stunden dauert es, bis jemand gefunden ist, der es von Hand durchbekommt — wie bei Asterix und Obelix auf dem Amt ▶ 1:32. Die Drohne verschwindet vorsichtshalber im Kochtopf, unter den Gewürzen. Ob jemand nachschaut, wissen sie nicht.
Dann sind sie drin, und das Erste, was geschieht, ist ein Auflauf. Franzi will an einer Tankstelle nur auf die Toilette, und binnen Minuten stehen zwanzig Leute um die Räder, drücken ihnen Süßigkeiten in die Hand, vier Säfte. In der Türkei waren wir Exoten. Und hier sind wir Aliens ▶ 2:17.
Am selben Abend, es ist schon dunkel und sie suchen einen Zeltplatz, hält ein Auto neben ihnen und fragt, ob sie nicht lieber im Haus schlafen wollen. Sie folgen dem Wagen. Am nächsten Morgen hat Hans über 39 Grad Fieber, und aus dem Weiterfahren werden fünf Nächte im Hotel.
Das Geschenk, das man nicht ablehnen kann
Was dann beginnt, ist schwer zu erzählen, ohne dass es nach Reklame klingt. Es hört einfach nicht auf. Autos halten am Straßenrand, um etwas zu überreichen. Im Restaurant wollen sie zahlen und dürfen nicht — ihr seid unsere Gäste, ihr kriegt das Essen umsonst ▶ 2:17. Hans widerspricht, es hilft nichts. An einem Rastplatz am Wasser sind sie kaum abgestiegen, da stehen Getränke, Wassermelone, ein Tablett mit frittierten Reisbällchen vor ihnen ▶ 7:16. Eine Frau lädt sie zum Frühstück: Brot, Käse, türkischer Kaffee, alles von den eigenen Ziegen. Ein Junge mit Glasauge kommt ins Lokal, und sie halten ihn erst für einen Bettler — dann bezahlt er ihr Essen und geht wieder ▶ 25:12.
Die schönste Szene ist die kleinste. Ein Müllauto hält neben ihnen, die Männer steigen aus, und man sieht ihnen an, dass sie etwas verschenken wollen. Dann bricht leichte Panik aus, weil sie nichts finden. Schließlich kommt einer zurück und überreicht ihnen — einen Müllsack ▶ 33:44.
Es kostet sie am Ende fast nichts, durch dieses Land zu fahren: Wir haben gerade einfach eine durchschnittliche Ausgabe von drei bis fünf Euro am Tag. Mehr braucht man gerade einfach nicht ▶ 30:09. Man sieht es ihnen allerdings an. Sie leben wochenlang von dem, was man ihnen reicht, und das sind Chips, Kekse, Kuchen, Baklava — wirklich die reine Chemie ▶ 10:35. Hans nimmt sich vor, wieder zu kochen. Sie tun es nicht.
Und dann, an einem Pool im Tal, formuliert Franzi die Frage, um die das ganze Video kreist. Ein Mann hat ihnen Gurken aus seinem Gewächshaus gebracht, Pfirsiche, Tee:
„Für uns ist es total schwer einzuordnen, wie geht sowas, oder wie kann man denn so sein? Also es ist ja voll schön — aber wo ist der Unterschied zwischen den Ländern und den Menschen und den Gedanken? Das ist so berührend irgendwie.” ▶ 21:30
Sie kommt nicht weiter als bis zum Staunen. Kurz darauf sitzen die beiden nebeneinander und schauen sich an: Wir wissen nicht mehr, was wir sagen sollen ▶ 22:22.
Weitergedacht
Zwei Menschen erleben zwei Wochen lang eine Großzügigkeit, für die sie keine Erklärung finden — und die Sprachlosigkeit hält an. Was sagt es über uns, dass geschenktes Essen erklärungsbedürftig wirkt und verkauftes nicht?
Was die Trophäe kostet
Hans lässt auch die Kehrseite stehen. Wo sie ankommen, wird die Verwandtschaft gerufen, dann die Nachbarn. Sobald wir irgendwo sind, sind wir wie die Trophäe, die gezeigt werden muss. Und dann gibt es einen Bildermarathon ▶ 27:40. So viele Fotos wie an diesem Abend mussten sie noch nie machen.
In derselben Nacht bleibt die Kamera zum ersten Mal aus. Es sei unangebracht gewesen, sagt Hans, und der Gastgeber wollte nicht, dass sie die Frauen filmen. Also gibt es von diesem Abend keine Bilder — nur den Satz, dass es schön war.
Einmal kippt es ins Unangenehme. Ein Mann fasst Franzi ins Gesicht, hält die ganze Zeit ihre Hand; sie ist froh, als er weg ist, und sagt es deutlich. Im selben Atemzug ordnet sie es ein: Das war jetzt gerade eine Ausnahme ▶ 25:12. Auch Hans war es unangenehm. Der Vorfall bleibt im Video, ohne zum Beleg für irgendetwas gemacht zu werden.
Der Körper
Die Hitze richtet den Tag ein. Um vier klingelt der Wecker, damit der Paß im Dunkeln anfängt; um acht steht das Thermometer weit über dreißig, und ab Mittag gehört der Tag nicht mehr ihnen. Also so heiß hatten wir es wirklich noch nie auf der Reise ▶ 32:51.
Hans hatte sich für unempfindlich gehalten. Jetzt genügen zwanzig Minuten ohne Trinken, und die Straße kippt weg; alle drei Minuten wird ihm schwindlig. Was ihn rettet, kostet nichts. An einem Zaun spritzt eine defekte Leitung ins Gras, und er stellt sich darunter, klitschnass bis auf die Unterhose ▶ 41:56.
Nachts wird es kaum besser. Weil kein Baum Schatten wirft, stellen sie nur die Außenplane auf und liegen zehn Minuten später wie im Gewächshaus ▶ 13:04. Ameisen, vom Mittagsplatz eingeschleppt, halten Hans die halbe Nacht auf der Jagd. Franzi schläft gegen Mitternacht ein. Um vier klingelt dieser Kackwecker.
Dann läuft eine Hündin mit ihren Jungen hinter ihnen her, kilometerweit. Franzi weiß, was man nicht tun darf — nicht streicheln, nicht füttern —, sie tut es nicht, und das Tier bleibt trotzdem. Erst eine Abfahrt hängt es ab. Jetzt stehen sie halt oben, mit ihren traurigen Augen ▶ 38:38. Sie bekommt es nicht aus dem Kopf. Immerhin, sagt sie, sah die Mutter gut genährt aus.
Was hinter den Bergen liegt
An einem Pool erzählt ihnen jemand etwas, das Hans nicht glaubt. Die Sicht ist seit Tagen milchig, die Berge verschwunden, die Sonne steht wie eine LED-Lampe am Himmel — und der Mann sagt, der Staub komme von Bomben, die an der türkisch-irakischen Grenze abgeworfen würden. Das kann ich mir gar nicht vorstellen, das muss ich falsch verstanden haben ▶ 22:22.
Er fragt nach. Zwei Soldaten am nächsten Checkpoint sagen, das sei Quatsch. Hans lässt es stehen, ohne es aufzulösen: Er weiß es nicht, und er sagt, dass er es nicht weiß.
Kurz darauf wird die Grenze konkret. An einem Polizeiposten führt man sie ins Büro des Chefs, und der lässt sie nicht weiter — zu ihrer eigenen Sicherheit, es gebe hier PKK-Kämpfer, die Berge seien gefährlich ▶ 25:58. Erst am nächsten Morgen dürfen sie durch. Die Familie, bei der sie die Nacht verbringen, bestätigt es; der Gastgeber ist selbst Soldat. Und sie hören den Satz, der die Sache benennt:
„Uns wurde gesagt, dass es dort Drohnen gibt, die auf einen schießen. Dass die nicht erkennen, ob du ein Tourist bist oder ein Feind.” ▶ 28:32
Eingeordnet — die Drohnen an der Grenze
Was Hans hier weitergegeben wird, ist keine Legende. Die türkische Armee fliegt seit Jahren Drohnen- und Luftangriffe gegen PKK-Stellungen auf irakisch-kurdischem Gebiet; allein im Jahr dieser Aufnahmen trafen sie mehrfach Ziele in der Region, im August 2023 etwa bei Sidekan mit sieben Toten, darunter zwei Sanitäter. Menschenrechtsorganisationen zählen seit 2015 über hundert getötete Zivilisten in Irakisch-Kurdistan infolge türkischer Angriffe. Die Warnung der Dorfbewohner beschreibt also eine reale Lage — und erklärt zugleich, warum das Checkpoint-System, das die beiden als lästig empfinden, überhaupt existiert. Quellen: August 2023 Turkish airstrikes in Iraq · The Defense Post, 16.05.2023
Hans wird davon ruhiger. Ihm sei erst jetzt aufgefallen, dass sie wirklich von Checkpoint zu Checkpoint fahren und wie wichtig das eigentlich ist ▶ 29:19. Vorher war das nur eine Kontrolle, die aufhält. Und dann, unmittelbar danach, beide fast gleichzeitig: Ich fühle mich sehr sicher hier. — Ich fühle mich auch extrem sicher. Sie fügen hinzu, dass es gefährlicher klinge, als es sei.
Beides gilt. Die Region ist sicher, weil jemand sie sichert; die Ruhe auf der Straße ist keine Abwesenheit von Krieg, sondern ein Kordon davor. Wer nur die Straße sieht, hält das Zweite für das Erste.
Weitergedacht
Ein Reisender erfährt, dass zwanzig Kilometer weiter Drohnen fliegen — und fühlt sich sicherer als vorher, weil er versteht, wer ihn abschirmt. Wie viel von unserem eigenen Sicherheitsgefühl beruht darauf, die Kontrolllinie nie gesehen zu haben?
Erbil
Für das Iran-Visum müssen sie nach Erbil. Die Strecke wäre ein sinnloser Umweg, also lassen sie die Räder bei Gastgebern stehen und nehmen den Bus.
Das ist so eine andere Welt hier. Wie reich hier mit einmal alles ist — oder reich scheint ▶ 48:30. Glastürme, riesige Bauten, Restaurants mit Preisen aus einer anderen Rechnung. Zwei Menschen, die seit Wochen mit drei Euro am Tag auskommen, weil ihnen alles geschenkt wird, können sich hier kein Mittagessen leisten. Irgendwie ein komisches Gefühl.
Und zum ersten und einzigen Mal auf dieser Etappe versucht jemand, sie übers Ohr zu hauen. Vor dem Einkaufszentrum verlangt ein Taxifahrer hundert Dollar für die Rückfahrt. Am Busterminal, ein paar Straßen weiter, machen Fahrer dieselbe Strecke für dreizehn ▶ 49:15.
Das iranische Visum klappt und kostet weniger als in Ankara. Das chinesische, das sie für den Weg über den Pamir bräuchten, klappt erwartungsgemäß nicht — woraufhin sie von einem Tag auf den anderen beschließen, nach Armenien zu fahren und dort einen Anwalt zu suchen. Also das klingt wie aus einem Buch ▶ 52:28. So werden auf dieser Reise die Ziele gemacht.
Draußen auf dem Land wird geschenkt wie zuvor. Sie gehen in ein Obstgeschäft, um einzukaufen, und tragen zwei volle Säcke wieder heraus — ein Geschenk von uns allen aus Kurdistan, da gebe es keine Widerrede ▶ 54:25. Die letzte Nacht verbringen sie bei einer Familie am Fluss: Schnee auf den Gipfeln, zwei Kühe, ein Garten, und ein Hahn, der Franzi um fünf aus dem Schlaf holt.
Unterwegs hat sich eine Erwartung still aufgelöst. Die Gebetsrufe, in der Türkei noch überall, hört man hier kaum. Ganz krass, weil ich dachte, dass es im Irak alles viel strenger und religiöser ist ▶ 53:40.
Am Ende steht die Anpassung an das nächste Land: Franzi muss zum ersten Mal ein Kopftuch tragen, Hans gibt ihr seine längeren T-Shirts. Wir sind die Ausländer, wir müssen uns anpassen ▶ 57:10.
Zwischen den Zeilen
Hans macht aus zwei Wochen kein Urteil über ein Land. Er hat den Nordirak gesehen, nicht den Irak — eine Autonomieregion mit eigener Regierung, die vom Krieg des restlichen Landes verschont blieb, und selbst dort nur die Straßen, die freigegeben waren. Das sagt er nicht als Einschränkung, aber es steht in jedem Checkpoint.
Was bleibt, ist die Frage, die Franzi am Pool nicht auflösen konnte. Menschen mit wenig Geld geben zwei Fremden mehr, als diese annehmen können, so lange und so beharrlich, dass die beiden ratlos werden. Bei uns hat Großzügigkeit einen Anlass; hier hat sie keinen, außer dass jemand vorbeikommt.
Und dann ist da noch das andere, das gleichzeitig wahr ist: der Staub am Himmel, den niemand erklären will, die Berge, in die man nicht darf, die Drohne, die nicht unterscheidet. Beides liegt in derselben Landschaft, in Sichtweite voneinander.
Am Schluss stellt Hans seine Frage noch einmal — was das Bild vom Irak vorher war und was jetzt. Er beantwortet sie nicht.
Weiterdenken
Was diese Reise uns fragt
- Zwei Wochen Begegnung verändern ein Bild, das aus Jahren Nachrichten stammt. Was sagt das über die Reichweite von Nachrichten — und was über die von Begegnung?
- Die Gastfreundschaft ist so unbedingt, dass Ablehnen unmöglich wird. Ab wann wird Großzügigkeit zur Last für den, der sie empfängt — und darf man das sagen, ohne undankbar zu sein?
- Hans hört von Bomben, glaubt es nicht, fragt nach, bekommt widersprüchliche Antworten und lässt die Sache offen. Wann ist „ich weiß es nicht” die ehrlichste Auskunft, die ein Bericht geben kann?
- Auf dem Land wird ihnen alles geschenkt, in Erbil verlangt der erste Taxifahrer das Achtfache. Was macht Wohlstand mit Gastfreundschaft — und ist das überall dieselbe Bewegung?
- Sie fühlen sich sicher, weil ein Checkpoint-System sie abschirmt, das sie zuvor für Schikane hielten. Welche Ordnungen halten unser eigenes Leben zusammen, ohne dass wir sie je bemerkt haben?
Weiterführende Quellen
Aus der Video-Beschreibung:
- Gefahrene Route (Google Maps) — die vollständige Strecke der Weltreise
- rueckenwind-reise.de — Website des Reiseprojekts
- Instagram @rueckenwind_reise — tagesaktuelle Einblicke
- my Boo — Bambusfahrräder — die Kieler Manufaktur, deren Räder die beiden fahren
Zur Einordnung herangezogen:
- Kurdistan Region — Introductory profile (House of Commons Library) — Autonomiestatus, Institutionen, Bevölkerung
- August 2023 Turkish airstrikes in Iraq — türkische Angriffe im Grenzgebiet
- Turkish Drone Kills Three PKK-Linked Fighters (The Defense Post, 16.05.2023) — Drohneneinsätze im Aufnahmejahr
Verbindungen
- → DenkerVita: Hans Maggi — der Reisende, für den die Begegnung vor der Landschaft kommt
- Hans Maggi — Sokotra — dieselbe Haltung zwei Jahre später und allein: dort die Insel am Rand der Welt, hier die Region, die man nur aus Nachrichten kennt. In beiden Fällen sind es Menschen mit wenig, die zu viel geben
- Düzen Tekkal — Deutschland ist bedroht — die härteste Gegenprobe zu dieser Note. Tekkal flog im August 2014 in den Nordirak, als der IS in den Shingal einfiel und die Jesiden ermordete. Hans fährt neun Jahre später durch dieselbe Großregion und wird beschenkt, bis er nicht mehr weiß, wohin damit. Beide Berichte stimmen. Wer nur einen kennt, kennt den Ort nicht
- Aziz Abu Sarah — Abu Sarah hat aus genau Hans’ Ausgangsfrage eine Methode gemacht: Seine „Dual Narrative”-Reisen führen zwei Erzählungen desselben Ortes nebeneinander, weil ein Feindbild dort zerfällt, wo der Feind ein Gesicht bekommt. Hans macht unabsichtlich dasselbe Experiment — mit sich selbst als Versuchsperson
- Patrick Legun — Die Ziegelsklaven von Lahore — dieselbe Erzählform, entgegengesetzter Befund: ein junger Mann fährt selbst hin, filmt und bringt zurück, was er gesehen hat. Legun findet Schuldknechtschaft, Hans findet Gastfreundschaft. Dass beide ehrlich gearbeitet haben, ist der eigentliche Punkt — Augenzeugenschaft garantiert kein Ergebnis, nur Nähe
- Rutger Bregman — Ist der Mensch wirklich gut — bei Bregman ist die Großzügigkeit fremder Menschen eine Beweislage aus Studien und Schiffbrüchen; hier ist sie zwei Wochen Alltag am Straßenrand. Seine These bekommt in diesem Video ihr unspektakulärstes Beweisstück: einen geschenkten Müllsack
- Erich Fromm — Haben oder Sein — Fromms Unterscheidung erklärt Franzis Ratlosigkeit am Pool. Sie sucht nach dem Grund für ein Geschenk, weil sie Großzügigkeit als Transaktion denkt. Ihre Gastgeber denken sie als Zustand












