Quelle: Atomkraft-Comeback? Was hinter den neuen Mini-Reaktoren steckt – MONITOR

Wer spricht?

MONITOR (WDR/ARD) — investigatives Politmagazin, seit 1965, mehrfach Grimme-preisgekrönt. Ausrichtung: linksliberal, kritisch gegenüber Lobbyismus und Konzerneinfluss. Autor:innen dieses Beitrags: Lutz Polanz und Selome Abdulaziz. Stand: 25.05.2026.

Im Film zu Wort kommen u.a.:

  • Horst Blume — Anti-Atom-Aktivist, kämpfte vor 50 Jahren mit einer Bürgerinitiative gegen den THTR-300 in Hamm-Uentrop.
  • Markus Söder (CSU) — bayerischer Ministerpräsident, will ein SMR-Versuchskraftwerk „made in Bavaria”.
  • Katharina Reiche (CDU) — Bundesenergieministerin, hält Mini-AKW für vielversprechend. → MONITOR-Recherche zu Reiche
  • Alexander Wimmers (TU Berlin) — Mitautor des World Nuclear Industry Status Report.
  • Friederike Fries — Kernenergie-Expertin.

Kernthese

„Die Atomenergie ist und bleibt eine der teuersten Energieerzeugungsformen, die es gibt. Einfach, weil es extrem komplexe Anlagen sind.” — Alexander Wimmers, TU Berlin


Inhalt

Eine totgesagte Debatte kehrt zurück

▶ 0:00

Die Ausgangslage des Beitrags ist eine politische Wiederbelebung: Eine Debatte, die nach dem deutschen Atomausstieg „schon so gut wie tot” war, wird „tatkräftig wiederbelebt” — vorwiegend von der Union. Der Vorwurf, der Ausstieg sei „ein strategischer Fehler für Europa” gewesen, dient dabei als Türöffner. Im Zentrum steht ein neues Versprechen: SMR — Small Modular Reactors, sogenannte Mini-AKW. Sie seien „effizienter”, „günstiger” und hätten „eine höhere Energieeffizienz”, werben Unionspolitiker in Fernsehinterviews.

MONITOR formuliert die Leitfrage des Films nüchtern: Könnten Mini-AKW „wirklich die Energieprobleme lösen? Und wenn ja, zu welchem Preis?” Die Dramaturgie ist klassisch investigativ: erst das aktuelle Versprechen, dann der historische Realitätstest, schließlich die Kostenrechnung. Was den Beitrag stark macht, ist nicht die Empörung, sondern die Methode — er prüft das Werbeversprechen an der eigenen Geschichte der Technologie.

Weitergedacht

Wenn dasselbe Versprechen — billig, sicher, revolutionär — schon einmal scheiterte: Was genau soll diesmal anders sein, außer der Vorsilbe „Mini-”?


Die Zeitreise: Hamm-Uentrop, das Milliardengrab

▶ 1:31

Der dramaturgische Kern des Films ist eine Zeitreise nach Hamm-Uentrop, wo 1971 der Bau des Thorium-Hochtemperaturreaktors THTR-300 begann — ebenfalls ein „neuartiges” Kraftwerk, das eine „technische Revolution einläuten sollte”. Aktivist Horst Blume, der damals mit einer Bürgerinitiative dagegen kämpfte, erinnert sich an exakt dieselbe mediale Euphorie wie heute:

„In den Medien, insbesondere Zeitungen und Fernsehen, wurde dieses Projekt hochgelobt, euphorisch begrüßt als technische Innovation.”

Die Bilanz fiel vernichtend aus. Der Reaktor lief — nach 16 Jahren Bauzeit — gerade einmal 423 Tage, bevor nach etlichen Störfällen Schluss war. Er wurde sechsmal so teuer wie geplant und zu drei Vierteln aus Steuermitteln finanziert. MONITORs Wort dafür: „Ein Milliardengrab.” Diese historische Parallele ist das stärkste Argument des Beitrags, weil sie nicht behauptet, die neue Technik werde scheitern, sondern zeigt, dass die Rhetorik identisch ist — und Rhetorik ist überprüfbar, auch wenn die Technik es (noch) nicht ist.


Söders Blaupause und die Verlockung der Serienfertigung

▶ 3:05

Markus Söder möchte in Bayern ein SMR-Versuchskraftwerk bauen — „eine Blaupause, die wir in Deutschland angehen können” — und natürlich „mit ordentlich Fördermitteln”. Anfang der 2030er Jahre soll die Technologie einsatzbereit sein und „eine Schlüsselrolle” im Energiesystem spielen.

Der konzeptionelle Kern der SMR-Idee ist die Serienfertigung: Einzelne, baugleiche Kraftwerksmodule sollen in Fabriken produziert und je nach Bedarf kombiniert werden — die Hoffnung, Atomkraft durch Skaleneffekte endlich billig zu machen. MONITOR ordnet ein: Die Anlagen sind „nicht wirklich klein”, erste Versuchsreaktoren existieren in Russland und China, und ein US-Vorzeigeprojekt (NuScale/UAMPS) wurde wegen Kosten von über 9 Milliarden Dollar bereits wieder eingestellt. Die zentrale industrielle Wette — Stückzahl senkt Preis — ist also bislang nirgends eingelöst.

Eigene Einschätzung

Die Serienfertigungs-Logik klingt nach gesundem Ökonomenverstand: Was vom Band läuft, wird billiger. Aber sie verwechselt ein Auto mit einem Kernreaktor. Autos werden billig, weil man Millionen identischer Exemplare verkauft und Sicherheitsrisiken pro Stück gering sind. Ein Reaktor multipliziert mit der Stückzahl auch das nukleare Risiko und den Müll — genau das, was man eigentlich minimieren will. Die Skalierung, die Geld spart, ist dieselbe Skalierung, die das Problem vergrößert.


Die Kostenexplosionen: Olkiluoto, Flamanville, Hinkley Point

▶ 3:54

MONITOR macht die abstrakte Kostenfrage an drei realen europäischen Großprojekten konkret — und das Muster ist eindeutig:

  • Olkiluoto (Finnland): 17 Jahre Bauzeit statt geplanter 4; Kosten mit 11 Mrd. Euro mehr als das Dreifache.
  • Flamanville (Frankreich): ebenfalls 17 Jahre; Kosten laut französischem Rechnungshof auf 23,7 Mrd. Euro explodiert.
  • Hinkley Point (Großbritannien): Bau seit 2017, Kosten inzwischen bei rund 55 Mrd. Euro.

„Bisher laufen Atomprojekte regelmäßig aus dem Ruder”, fasst MONITOR zusammen. Lange Genehmigungs- und Bauzeiten, Kostenexplosion — das schlägt direkt auf die Strompreise durch. Die entscheidende Zahl liefert eine Studie des Fraunhofer-Instituts zu den Stromgestehungskosten: Solarstrom kostet 4–7 Cent/kWh, Windstrom an Land 4–9 Cent — neue Atomkraft dagegen 14 bis 49 Cent. Atomstrom ist damit, je nach Anlage, das Drei- bis Zwölffache des Erneuerbaren-Stroms.

Weitergedacht

Selbst wenn man die Erneuerbaren-Kosten verdoppelt, bleibt Atomstrom deutlich teurer. Welches Argument bleibt für SMR übrig, wenn weder Preis, Tempo noch Müllbilanz für sie sprechen — und warum wird es trotzdem politisch vorgetragen?


Das Serienargument hält der Prüfung nicht stand

▶ 5:27

Der Beitrag nimmt das stärkste Pro-SMR-Argument ernst und prüft es: Wenn die Mini-AKW in Serie aus der Fabrik kommen, könnten sie ja billiger werden. Alexander Wimmers von der TU Berlin entzieht dem den Boden — selbst unter konservativen Annahmen:

„Selbst wenn wir bei PV und Wind konservative Schätzungen annehmen und die Stromgestehungskosten verdoppeln, sind die Stromgestehungskosten von Kernkraftwerken immer noch deutlich, deutlich höher.”

Kernenergie-Expertin Friederike Fries beziffert die Bedingung, unter der die Serienfertigung überhaupt greifen würde: Jedes Mini-AKW ist „pro installierte Leistung teurer als ein großer AKW”. Um die versprochenen Kostensenkungen zu erreichen, bräuchte man „vermutlich mehrere hunderte Mini-AKW vom gleichen Typ”. Damit kippt das Argument in sein Gegenteil: Die einzige Bedingung, unter der SMR billig würden — massenhafter Bau identischer Reaktoren —, ist zugleich die Bedingung, die Risiko und Atommüll vervielfacht.


Sicherheit und der ungelöste Müll

▶ 6:15

Bei der Sicherheit bleibt MONITOR differenziert: Die Reaktoren sollen über neueste Sicherheitstechnik verfügen, und die Menge radioaktiver Substanzen pro Anlage ist kleiner. Aber „das atomare Risiko bleibt trotzdem”. Wimmers benennt die offene Flanke präzise — die versprochenen passiven Sicherheitssysteme seien noch „nicht gezeigt worden”:

„Wir müssen davon ausgehen, es könnte funktionieren, aber wir wissen es noch nicht.”

Beim Atommüll wird die Bilanz politisch brisant. Das SPD-geführte Umweltministerium ist strikt dagegen: SMR seien „teuer in der Entwicklung”, „teuer in der Verantwortung am Ende für den Steuerzahler” und „genauso gefährlich wie herkömmliche Atomkraftwerke”. Laut Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung müsste in Deutschland „eine ganze Reihe” Mini-AKW gebaut werden, um nennenswerte Strommengen zu erzeugen — was mehr Müll bedeutet. Schon heute hat die Kernenergie in Deutschland 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Abfall hinterlassen, der für hunderttausende Jahre von Mensch und Umwelt ferngehalten werden muss. Die Frage, wohin der Müll soll und was das kostet, ist „völlig ungeklärt” — sichtbar an der Mahnwache im westfälischen Ahaus, wo Atommüll aus ganz Deutschland zwischengelagert wird.

Eigene Einschätzung

Die ehrlichste Stelle des Films ist das „Wir wissen es noch nicht”. Es markiert den Punkt, an dem aus Technologie ein Glaubensartikel wird: Die Befürworter rechnen mit einer Sicherheits- und Kostenrevolution, die noch nirgends demonstriert wurde, und begründen damit Milliarden-Investitionen heute. Das ist keine Technikfeindlichkeit — es ist die Frage, wer das Risiko trägt, wenn die Wette nicht aufgeht. Und der Schlussakt des Films beantwortet sie.


Die Pointe: Wer am Ende zahlt

▶ 8:38

MONITOR schließt den Kreis zurück nach Hamm-Uentrop — und liefert die ökonomische Pointe des ganzen Films. Die Betreibergesellschaft des längst stillgelegten THTR-300, verantwortlich für Sicherung und Rückbau, hat Insolvenz angemeldet. Die Anteilseigner — darunter die Branchenriesen RWE und E.ON sowie Stadtwerke und Kommunen — „sehen sich vertraglich nicht mehr dazu verpflichtet” zu zahlen. Bleiben rund 1 Milliarde Euro, die der Steuerzahler begleichen muss.

Damit legt der Beitrag das wiederkehrende Muster offen: Die Gewinne der Atomeuphorie wurden privatisiert, die Kosten des Scheiterns landen — über 50 Jahre verzögert — bei der Allgemeinheit. Horst Blumes Schlusswort ist eine Mahnung an die heutigen SMR-Befürworter:

„Das sollten sich auch die Menschen, die jetzt wieder für Atomkraftwerke plädieren, mal genauer ansehen — denn dieses wird zwangsläufig in der einen oder anderen Form auch in Zukunft wieder passieren.”

Der „Traum vom sicheren und billigen Atomstrom”, so MONITORs letzter Satz, ist in Hamm-Uentrop „längst ausgeträumt”.


Faktencheck

Bestätigt — THTR-300 lief nur 423 Tage

Der Thorium-Hochtemperaturreaktor Hamm-Uentrop (THTR-300) war von 1985 bis 1989 am Netz und im Leistungsbetrieb nur rund 423 Volllasttage in Betrieb, bevor er nach Störfällen stillgelegt wurde. Baukosten ein Vielfaches der Planung, überwiegend öffentlich finanziert. Quelle: Wikipedia — THTR-300

Bestätigt — Stromgestehungskosten Fraunhofer ISE

Die Fraunhofer-ISE-Studie zu Stromgestehungskosten weist für PV und Onshore-Wind Werte im Bereich 4–9 Cent/kWh aus, für neue Kernkraft deutlich höhere Werte. Atomstrom ist damit eine der teuersten Erzeugungsformen. Quelle: Fraunhofer ISE — Studie Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien

Bestätigt — Kostenexplosionen Olkiluoto, Flamanville, Hinkley Point

Olkiluoto 3: ~14 Jahre Verzögerung, Kosten ~11 Mrd. €. Flamanville 3: ~12 Jahre Verzögerung, Kosten laut französischem Rechnungshof rund 19–23,7 Mrd. €. Hinkley Point C: massive Kostensteigerungen, Schätzungen über 45 Mrd. £. Quelle: World Nuclear Industry Status Report 2024

Bestätigt — US-SMR-Projekt eingestellt

Das NuScale/UAMPS-Projekt (Carbon Free Power Project, Idaho) wurde Ende 2023 wegen gestiegener Kosten abgebrochen — der geschätzte Strompreis war auf rund 89 $/MWh gestiegen. Quelle: Reuters — NuScale, UAMPS agree to terminate SMR project

Bestätigt — 27.000 m³ hochradioaktiver Abfall

Für Deutschland wird das Endlager-relevante Volumen hochradioaktiver bzw. wärmeentwickelnder Abfälle in der Größenordnung von ~27.000 m³ angegeben (BGE/BASE). Die Endlagerfrage ist ungelöst, ein Standort soll erst in den 2030er–2040er Jahren feststehen. Quelle: BGE — Endlagerung hochradioaktiver Abfälle

Vereinfacht — „Mini" suggeriert kleine Anlagen

SMR werden meist mit 50–300 MW elektrischer Leistung definiert. „Modular” und „klein” beziehen sich auf den Reaktorblock, nicht zwingend auf den Gesamtkomplex inklusive Sicherheits-, Kühl- und Müllinfrastruktur. MONITORs Hinweis, die Anlagen seien „nicht wirklich klein”, ist korrekt, aber die genaue Größe variiert stark je nach Typ. Quelle: IAEA — Small Modular Reactors


Weiterführende Quellen

Im Video erwähnte Quellen und Akteure:


Weiterdenken

Was Sokrates vielleicht gefragt hätte

  • Wenn die Serienfertigung erst ab „mehreren hundert” baugleichen Reaktoren billig wird — wer trifft die Entscheidung, dieses Risiko hundertfach einzugehen, und wer haftet, wenn einer davon scheitert?
  • Das THTR-Versprechen klang vor 50 Jahren wortgleich wie das SMR-Versprechen heute. Was sagt es über unsere Technikdebatten, dass dieselbe Rhetorik dieselbe Wirkung entfaltet — obwohl der Ausgang dokumentiert ist?
  • Atomstrom kostet das Drei- bis Zwölffache von Solar- und Windstrom. Wenn das Kostenargument so klar gegen Atomkraft spricht — welches Interesse erklärt dann, dass es politisch trotzdem vorangetrieben wird? (vgl. MONITOR — Energiewende rückwärts? Katharina Reiche und der E.ON-Lobbyismus)
  • Hamm-Uentrop privatisierte den Gewinn und sozialisierte die Milliarde Rückbaukosten. Welche heutigen Projekte folgen demselben Muster, bei dem die Rechnung erst in Jahrzehnten fällig wird — und merken wir es rechtzeitig?
  • Was wäre das stärkste Argument für SMR, das in diesem Beitrag fehlt — und warum kommt es bei MONITOR nicht vor?

Verbindungen

Mario Buchinger — Lügen der Kernenergie (6▸6) Neue Reaktorgenerationen

Die direkte Schwesternote: Buchinger zerlegt exakt den Mythos, den MONITOR hier journalistisch prüft — dass „neue Reaktorgenerationen” (SMR, Thorium) die alten Probleme lösen. Beide kommen zum selben Schluss: Das Versprechen wirkt politisch schon heute, obwohl die Technik Jahrzehnte entfernt ist. MONITOR liefert mit Hamm-Uentrop das historische Fallbeispiel zu Buchingers struktureller Analyse.

Mario Buchinger — Es gibt keine Renaissance der Kernenergie

Schon im Titel der MONITOR-Frage („Renaissance der Atomkraft?”) steckt das Narrativ, das Buchinger frontal widerlegt. Wo Buchinger mit globalen Ausbauzahlen argumentiert, zeigt MONITOR die deutsche Mikroebene: Söders „Blaupause”, Reiches Euphorie, das insolvente THTR-Erbe. Dieselbe These, zwei Maßstäbe.

Mario Buchinger — Lügen der Kernenergie (3▸6) Kernenergie ist wirtschaftlich

Buchinger und MONITOR teilen das Kostenargument als härteste Waffe gegen die Atomkraft: extrem komplexe Anlagen, Stromgestehungskosten ein Vielfaches der Erneuerbaren, Kostenexplosionen als Regelfall statt Ausnahme. MONITOR untermauert das mit Wimmers’ TU-Berlin-Befund und den Fraunhofer-Zahlen.

Energiesubventionen Deutschland — Atomkraft vs. Erneuerbare Energien

Hamm-Uentrop ist das Lehrstück zur Subventionsasymmetrie dieser Note: Gewinne privatisiert, Rückbaukosten (1 Mrd. €) nach 50 Jahren beim Steuerzahler. Der THTR-300 wurde schon damals zu drei Vierteln aus Steuermitteln finanziert — die „billige” Atomkraft war nie billig, nur die Kosten waren unsichtbar verteilt.

Michael Sterner — Soeders Energie-Irrtum Faktencheck

Sterner widerlegt Söders Energiepolitik mit denselben Zahlen, die MONITOR nennt (Flamanville, Olkiluoto). MONITOR zeigt Söders SMR-Vorstoß („made in Bavaria”) im Original, Sterner liefert den wissenschaftlichen Faktencheck dazu — zwei Perspektiven auf dieselbe bayerische Atomwerbung.

MONITOR — Energiewende rückwärts? Katharina Reiche und der E.ON-Lobbyismus

Dieselbe Ministerin, dasselbe Magazin: Während Reiche dort die Erneuerbaren legislativ ausbremst, wirbt sie hier für Mini-AKW. Beide MONITOR-Recherchen zeichnen das Bild einer Energiepolitik, die teurere, zentralisierte Erzeugung bevorzugt und die billigere, dezentrale benachteiligt — der rote Faden ist die Interessenstruktur, nicht die Technik.

Claudia Kemfert — Ist die Abhängigkeit vom Öl unser Untergang? (Der Standard)

Kemfert ordnet die Atomkraft ökonomisch als teuerste Stromform mit ungelöstem Endlagerproblem ein — exakt MONITORs Befund. Während Atom-Befürworter „Resilienz” und „Versorgungssicherheit” anführen, zeigen beide: Die schnellste und günstigste Antwort auf Energiekrise und fossile Abhängigkeit sind die Erneuerbaren, nicht ein Reaktor, der frühestens in den 2030ern läuft.

Energie

Diese Note ist Teil des Energie-Panoramas — konkret der Sektion „Die neue Nachfrage: Wird KI zum trojanischen Pferd der Atomkraft?“. Das Panorama bettet den SMR-Hype in den größeren Zusammenhang ein: Reiche-Lobbyismus, Subventionsasymmetrie, Batteriespeicher-Blockade und die Frage, ob die explodierende KI- und E-Mobilitäts-Nachfrage rein erneuerbar gedeckt werden kann (Fraunhofer/IEA/Jacobson vs. Clack).