Quelle: Wie wir unsere Leichtigkeit retten (2026) — Körber-Stiftung
Wer spricht?
Dirk von Petersdorff (1966, Kiel) — Literaturwissenschaftler, Lyriker und Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Jena. Kleist-Preisträger, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Bewegt sich als Ironiker zwischen Brentano und Tocotronic. Sein Sachbuch Wir Kinder der Leichtigkeit (2025) erzählt die Geschichte der kulturellen Unbeschwertheit seit den Siebzigern. → DenkerVita
Niclas Seydack (1990, Ostsee) — Freier Reporter in München für Die Zeit, Spiegel und SZ Magazin. Millennial-Stimme: aufgewachsen im analogen Bullerbü der Neunziger, geprägt von 9/11, Finanzkrise und Lockdown. Sein Buch Geile Zeit (2024) verhandelt das Lebensgefühl einer Generation zwischen Sorglosigkeit und jähem Erwachen. → DenkerVita
Ulrich Kühn (Moderation) — Journalist beim NDR, Leiter der Abteilung Kunst und Kulturjournalismus. Moderiert die renommierten Herrenhäuser Gespräche.
Veranstaltung der Körber-Stiftung in Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg, Reihe Gebundenes Leben zum Rahmenthema Zuversicht.
Inhalt
Leichtigkeit als Lebensgefühl — nicht als Theorie
▶ 7:52 — Petersdorff erklärt, warum er den Begriff Leichtigkeit in den Titel seines Buchs gehoben hat: Leichtigkeit sei kein abstraktes Konzept, sondern etwas Körperliches — man wisse, wenn man es habe. Es sei das Gegenteil von Schwermut und belastenden Gedanken. Anders als Sozialiberalismus oder Übersichtlichkeit ist Leichtigkeit ein Zustand, den man spürt, nicht nur denkt.
Die körperliche Dimension: Schuhe, Essen, Tanz
▶ 17:43 — In einer literarischen Lesung beschreibt Petersdorff drei Symbole der neuen Leichtigkeit der 80er Jahre:
- Nike Pegasus — Schuhe mit Luftsohle, erfunden von einem Raumfahrtingenieur. Das Gefühl, den Boden weniger zu berühren, die Erdanziehung zu schwächen.
- Ernährungswandel — Von schwerer BRD-Kost (Rouladen, Klöße, Rotkohl) zu Salat als eigenständiger Speise, Müsli, Nudeln. Die Kartoffel trat zurück, der Wochenmarkt ersetzte den Supermarkt.
- Michael Jacksons Moonwalk (1983) — Ein Tanzschritt, der elementare Ordnungsvorstellungen aushebelte. Vor und zurück wurden ununterscheidbar. Jackson tanzte, als wäre Schwerkraft optional.
„Als meine Gedanken sich so produktiv ausgedehnt hatten, wie das Meer, schloss ich das Heft, in dem noch heute etwas Strandsand von damals liegt, den ich nie herausschütten werde.”
Das Ende der großen Erzählungen als Befreiung
▶ 12:25 — Petersdorff verankert die Leichtigkeit ideengeschichtlich bei Lyotards Ende der großen Erzählungen (1979): Die marxistischen und Fortschrittsideologien verloren ihre Strahlkraft. Für ältere Generationen war das ein Verlust — für Petersdorff, der in die Phase „hineingeboren” wurde, ein Befreiungsakt. Keine überwölbenden Wahrheiten mehr, stattdessen die Freiheit, eigene Wege zu gehen.
Eigene Einschätzung
Der Generationseffekt ist auffällig: Wer die großen Erzählungen noch als Orientierung erlebt hat, empfindet ihren Verlust als Schmerz. Wer sie nur als Engführung kennengelernt hat, erlebt ihn als Befreiung. Das lässt sich direkt auf Petersdorffs Erfahrung an der Universität übertragen — wo Leute mit absolutem Wahrheitsanspruch vorne standen und er genau das als beengend empfand.
9/11 als Zäsur — das Ende der Millennial-Kindheit
▶ 10:09 — Seydack beschreibt den Moment, der seine Kindheit beendete: Er kam von der Schule, fand seine Schwester vor dem Fernseher — die sonst nur Talkshows schaute, jetzt aber Nachrichten. Live sahen sie die Twin Towers kollabieren. Nicht verstehen, aber ein „sehr großes Unbehagen spüren, besonders gespiegelt durch die Erwachsenen.”
Petersdorff bestätigt 2001 als den Einschnitt, der im Rückblick die Epoche der Leichtigkeit beendete. Noch heute hänge vieles — der Iran-Krieg, der islamische Fundamentalismus — mit diesem Ereignis zusammen.
Neoliberalismus als letzte große Erzählung
▶ 14:42 — Seydack identifiziert den Neoliberalismus als die einzige verbliebene „große Erzählung”: In der Schule ging es nicht mehr darum, ein kritisch denkender Mensch zu werden, sondern „möglichst gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden.” Als er Jahre später in seiner alten Schule las und fragte, ob es immer noch so sei, blickte er in „sehr unglückliche Gesichter — es sei sogar noch schlimmer geworden.”
Eigene Einschätzung
Die Ironie ist bitter: Lyotards Ende der großen Erzählungen hat nicht zur Befreiung von allen Erzählungen geführt, sondern zum Monopol einer einzigen — der ökonomischen Verwertungslogik. Petersdorff erlebte die Befreiung von Ideologien; Seydack erlebte die Unterwerfung unter eine neue.
Soziale Durchlässigkeit — die erste Generation ohne Aufstiegsversprechen
▶ 27:38 — Petersdorff erinnert daran, dass die Jahrzehnte der Leichtigkeit auch Jahrzehnte der sozialen Durchlässigkeit waren: Menschen aus einfachen Verhältnissen konnten durch Bildung und Anstrengung aufsteigen.
Seydack kontert mit der Kränkung seiner Generation: Die erste Generation, die es nicht besser haben wird als die Eltern. Er könne sich nicht einmal einen Umzug leisten, obwohl er zentral in München wohne. Große Träume — ein paar Jahre in Hamburg — seien schlicht nicht finanzierbar.
Das fragile „Wir” — Petersdorffs Skepsis, Seydacks Sehnsucht
▶ 50:21 — Petersdorff warnt vor dem großen „Wir”: Alle Erfahrungen des 20. Jahrhunderts mit großen Wir-Konstruktionen seien katastrophal gewesen. Er plädiert für viele kleine Wirs — Freundeskreise, Nachbarschaften, Vereine — die friedlich koexistieren. Eine Stadt wie Hamburg werde nie ein Wir hervorbringen, aber unzählige verschiedene Gruppen, die einander aushalten.
▶ 39:44 — Seydack hingegen vermisst das Wir: Der Neoliberalismus treibe die große Vereinzelung und das Konkurrenzdenken voran. Die Sehnsucht nach „Nichtvereinzelungsorten” — ein gemeinsam angesehenes Fußballspiel, ein Konzert, ein Gottesdienst — könne ein starker Motor sein.
Eigene Einschätzung
Hier prallen zwei legitime Perspektiven aufeinander: Petersdorff hat als Boomer die Gefahren des Kollektivismus historisch gelernt (Faschismus, Kommunismus). Seydack hat als Millennial die Gefahren des Individualismus biografisch erlebt (Vereinzelung, Konkurrenzdruck). Beide haben recht — die Frage ist nicht ob Wir, sondern welches Wir.
Humor als Überlebensstrategie — zwei Schattierungen
▶ 47:19 — Seydack beschreibt Humor als „Notwehr” seiner Generation: eine „nie ausgebildete Fähigkeit, Dinge wirklich ernst nehmen zu können, weil sie am Ende doch öfter mal als grausamer Witz serviert werden.” Er erzählt von einer ironischen Liebesbekundung, die symptomatisch sei: Man kann sich immer zurückziehen auf „war doch nicht ernst gemeint.”
▶ 51:53 — Petersdorff unterscheidet billige Ironie (spöttisch, niedermachend) von guter Ironie: Man habe Überzeugungen, aber nehme sie nicht als absolute Wahrheit — „mit einem gewissen Lächeln, einer Art Lockerheit.” Beunruhigend findet er, dass Aggression im öffentlichen Raum zugenommen habe. Man freue sich heute schon, wenn jemand einen Scherz macht.
Kunst als Freiheitsraum — von Herta Müller bis One Piece
▶ 54:11 — Petersdorff plädiert dafür, Kunst neu zu denken: Die gesellschaftliche Verunsicherung sei groß genug — Kunst müsse nicht permanent weiter irritieren. Er zitiert drei literarische Beispiele für Leichtigkeit in extremen Situationen:
- Herta Müller — Im rumänischen Geheimdienst-Terror nur noch ein Taschentuch als Raum: Es auf die Treppe ausbreiten und sich darauf setzen. Einen Raum schaffen mit dem, was man hat.
- Saša Stanišić — Herkunft: Sich aus einer traumatischen Kriegserfahrung ein neues Leben in einer neuen Sprache aufbauen.
- Wolfgang Herrndorf — Arbeit und Struktur: Die Entscheidung, die letzte verbleibende Lebenszeit sinnerfüllt zu gestalten.
▶ 59:27 — Seydack kontert mit entwaffnender Ehrlichkeit: Seine Ressource sei Nostalgie. Er schaue bis heute die Animeserien von damals und finde darin Trost. Ob man in Caspar David Friedrich oder in One Piece Trost finde, sei eigentlich egal.
Geschichtszeichen — Kants Idee als Zuversichtsmotor
▶ 60:59 — Petersdorff greift Kants Konzept der Geschichtszeichen auf: Ereignisse in der Geschichte, die Hoffnung machen, dass es vorwärts geht. 1989 sei so ein Zeichen gewesen. Auch in der Gegenwart gebe es sie — etwa die Wahl in Ungarn, bei der die Bilder aus Budapest an 1989 erinnerten. An solchen Zeichen müsse man festhalten, statt sich vom Negativen überwältigen zu lassen.
WM 2006 — Leichtigkeit durch Vielfalt
▶ 65:34 — Beide identifizieren die Fußball-WM 2006 als seltenen gemeinsamen Leichtigkeitsmoment. Petersdorff erinnert sich an perfektes Wetter, eine gastfreundliche Atmosphäre und ein Deutschland, das plötzlich gut spielte — schnelles Kurzpassspiel statt schwerem deutschen Fußball.
▶ 67:06 — Seydack betont, dass die Mannschaft erstmals Vielfalt verkörperte: Odonkor, Podolski, Asamoah, Klose — eine positive Idee davon, wie Vielfalt aussehen kann. Gleichzeitig beschreibt eine Zuschauerin die ambivalenten Gefühle bei den Deutschlandfahnen: „Mein Lebensgefühl ist immer von Schuld und Nicht-dürfen geprägt — und in diesem Moment hatte ich zum ersten Mal eine Leichtigkeit, die sich aus dem ‚Wir Deutsche’ ergab, aber auf eine unschuldige Art.”
Öffentliche Räume und die Notwehr der Handygeneration
▶ 60:13 — Seydack appelliert: Bevor man Jugendliche für ihre Handys kritisiere, solle man ihnen Orte in der echten Welt anbieten. Es sei Notwehr, ins Handy zu schauen, wenn man nirgends hin könne, ohne Geld auszugeben. Mehr Raum für Teenager — „die auch manchmal nerven” — wäre ein konkreter Schritt.
Psychische Gesundheit als Generationenverdienst
▶ 70:58 — Seydack reklamiert die Entstigmatisierung psychischer Krankheiten als Verdienst seiner Generation: Offen darüber reden statt von „Irrenanstalt” und „Seelenklemptner.” Die aufgetürmte Schwere über Generationen hinweg bearbeiten zu können — auch das helfe, Leichtigkeit zu finden.
Faktencheck
Bestätigt — Nike brachte Ende der 70er Schuhe mit Luftsohle heraus
Der Nike Air Tailwind debütierte 1978 beim Honolulu Marathon und kam 1979 weltweit in den Handel — der erste Schuh mit Air-Technologie, entwickelt von Ingenieur M. Frank Rudy. Quelle: Wikipedia — Nike Air Tailwind
Bestätigt — Michael Jackson tanzte 1983 erstmals den Moonwalk
Jackson performte den Moonwalk am 25. März 1983 bei „Motown 25: Yesterday, Today, Forever” zu „Billie Jean”. (Hinweis: Das Transkript enthält „1933” — offensichtlicher Transkriptionsfehler.) Quelle: Wikipedia — Moonwalk (dance)
Bestätigt — Lyotards „La condition postmoderne" erschien 1979
Veröffentlicht 1979 bei Les Éditions de Minuit, Paris. Englische Übersetzung folgte 1984. Quelle: Wikipedia — The Postmodern Condition
Vereinfacht — Thatcher und „there is no such thing as society"
Thatcher kam 1979 an die Macht, das berühmte Zitat stammt aber erst aus einem Interview mit Woman’s Own vom 23. September 1987. Die zeitliche Nähe zur Leichtigkeitsepoche stimmt, aber die Zuordnung zum Regierungsantritt ist ungenau. Quelle: Margaret Thatcher Foundation
Bestätigt — Jugoslawienkriege: über 100.000 Tote
Die Gesamtzahl wird auf ca. 130.000–140.000+ geschätzt, dazu über 4 Millionen Vertriebene. Die Angabe ist korrekt, wenn auch konservativ. Quelle: Wikipedia — Yugoslav Wars
Bestätigt — WM 2006 mit Odonkor, Podolski, Klose, Asamoah
Alle vier standen im deutschen WM-Kader 2006. Podolski wurde als bester junger Spieler ausgezeichnet, Klose war Torschützenkönig. Das Turnier ging als „Sommermärchen” in die Geschichte ein. Quelle: Wikipedia — Sommermärchen
Vereinfacht — „Erste Generation, der es schlechter geht als den Eltern"
Verbreitetes Millennial-Narrativ, empirisch aber differenzierter: Reallöhne und Wohneigentum stagnieren für jüngere Kohorten, bei Bildung, Gesundheit und Lebenserwartung gibt es weiterhin Fortschritte. Die Aussage vereinfacht einen komplexen Sachverhalt. Breite Debatte u.a. bei Resolution Foundation (UK), Pew Research (US)
Vereinfacht — Herta Müllers Nobelpreisrede über das Taschentuch
Das Taschentuch ist das zentrale Motiv der Eröffnung ihrer Nobelvorlesung „Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis” (2009). Allerdings steht die Mutter dabei am Tor des Hauses, nicht auf einer Treppe. Petersdorff fasst die Episode im Gespräch frei zusammen. Quelle: Nobelprize.org — Herta Müller Lecture
Weiterführende Quellen
Aus der Video-Beschreibung und dem Gespräch:
- Dirk von Petersdorff: Wir Kinder der Leichtigkeit. Unsere Geschichte seit den 70ern (2025, C.H. Beck)
- Niclas Seydack: Geile Zeit. Autobiografie einer Generation (2024, Tropen / Klett-Cotta)
- Jean-François Lyotard: La condition postmoderne (1979) — „Das Ende der großen Erzählungen”
- Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur (Blog/Buch) — Tagebuch der letzten Lebensjahre
- Saša Stanišić: Herkunft (2019)
- Herta Müller: Nobelpreisrede (2009) — das Taschentuch als zentrales Motiv
- Iso Camartin: Jeder braucht seinen Süden — Südsehnsucht als innere Ressource
- Wilhelm Schmid: Mit sich selbst befreundet sein
- Immanuel Kant: Geschichtszeichen — Ereignisse, die Hoffnung auf Fortschritt machen
- Margaret Thatcher Foundation — Interview Woman’s Own 1987 — Originalkontext des „society”-Zitats
Verbindungen
→ Hartmut Rosa — Resonanz und Unverfügbarkeit
Was Petersdorff/Seydack als „Leichtigkeit” beschreiben, ist im Kern Rosas Resonanzbegriff: Momente gelingender Weltbeziehung ohne instrumentellen Zweck. Die WM 2006 als kollektiver Leichtigkeitsmoment ist ein Paradebeispiel einer Resonanzachse.
→ Eva von Redecker — Dieser Drang nach Härte
Konzeptuelles Gegenstück: Wo Petersdorff/Seydack den Verlust der Leichtigkeit diagnostizieren, analysiert von Redecker den „Drang nach Härte” als Reaktion auf dieselbe neoliberale Verunsicherung. Die einen flüchten in autoritäre Härte, die anderen trauern um die verlorene Leichtigkeit.
→ Erich Fromm — Haben oder Sein
Leichtigkeit als Sein-Modus: Die kulturelle Leichtigkeit der 70er/80er war ein Moment, in dem das Sein dem Haben noch nicht vollständig untergeordnet war. Der neoliberale Shift zur Selbstoptimierung ist Fromms Diagnose der Haben-Orientierung.
→ Moellers und Poschardt — Welche Freiheit wollen wir
Petersdorffs Kulturgeschichte der Leichtigkeit ist direktes kulturelles Gedächtnis zu Posschardts Diagnose: Der neoliberale Freiheitsbegriff war für eine Generation zunächst als Befreiung erlebt — bevor er sich in Selbstoptimierungsdruck und moralische Bevormundung umwandelte.
→ Aladin El-Mafaalani — Kinder als diskriminierte Minderheit (taz lab 2025)
Die erste Generation, der es schlechter geht als den Eltern, trifft auf El-Mafaalanis Analyse der strukturellen Benachteiligung junger Menschen. Generationengerechtigkeit von der kulturell-emotionalen vs. strukturell-politischen Seite.
→ Wilhelm Heitmeyer — Die Durchrohung der Gesellschaft
Das fragile „Wir” bei Petersdorff/Seydack spiegelt Heitmeyers Diagnose des Empathieverlusts durch ökonomisierten Konkurrenzdruck. Individualisierung und Kapitalismus erodieren den sozialen Kitt.
→ Annette Kehnel — Vom Mittelalter für die Zukunft lernen
Kehnels historische Commons liefern Vorbilder für das, was Petersdorff/Seydack als „öffentliche Räume als Refugien der Leichtigkeit” fordern — gegen die neoliberale Privatisierung des Gemeinsamen.
→ Teresa Buecker — Zeit NEU DENKEN
Der Verlust der Leichtigkeit lässt sich als Zeitarmut lesen: Bueckers Analyse, wie Leistungsverdichtung die Freiräume für zweckfreies Erleben zerstört, ergänzt die kulturelle Diagnose um eine strukturelle Dimension.
→ Gefangene des Systems — Elitenerziehung und die Verrohung der Macht
Seydacks Beschreibung der Schule als Arbeitsmarkt-Vorbereitung ist die weiche Version derselben Subjekt→Objekt-Achse: Kind als Verwertungsobjekt, nicht als entfaltendes Subjekt. Nicht Eliteinternat-Intensität, aber dieselbe Achse.
→ Architekten des Lebendigen — Systeme die dem Leben dienen
Drei Andockpunkte: (1) Seydacks Appell für öffentliche Räume ohne Konsumzwang ist die Nachfrage-Seite von Yus Spatial-Awe-Prinzip; (2) Petersdorffs „kleine Wirs” beschreibt genau die Architektur der Bausteine (Genossenschaften, Bürgerenergie); (3) Petersdorffs Plädoyer, Kunst dürfe auch „gelingendes Leben” darstellen, mappt auf Hüthers Gelingen ≠ Erfolg.











