Quelle: phoenixRunde — Machtpoker in Peking: Trump trifft Xi
Wer spricht?
Moderation: Anke Plättner (phoenix)
Frank Sieren (1967, Saarbrücken) — Journalist, Dokumentarfilmer, Bestseller-Autor. Handelsblatt-Korrespondent in Peking, wo er seit 1994 lebt — 32 Jahre vor Ort, längstdienender westlicher Wirtschaftsjournalist in China. Hat Dutzende Bücher über Chinas Aufstieg geschrieben (Der China Code, Zukunft? China!, Shenzhen). Kernthese: China ist kein Drama, sondern Realität des 21. Jahrhunderts — verstehen statt verdammen. Umstritten wegen seines wohlwollenden Blicks auf chinesische Rationalität. → DenkerVita
Prof. Thomas Jäger — Professor für internationale Politik und Außenpolitik an der Universität Köln. Spezialisiert auf US-Außenpolitik und internationale Ordnung.
Marina Kormbaki — Stellvertretende Leiterin des Spiegel-Hauptstadtbüros. Berichterstattung zu Außen- und Europapolitik.
Klaus Brinkbäumer — Journalist und Autor. Erklärt zusammen mit Rike Harz im Podcast OK, Amerika? die USA. Neuestes Buch: Der amerikanische Albtraum.
Trump als verunsicherter Dealmaker
Brinkbäumer trifft es scharf: Trump kommt als verunsicherter Präsident nach Peking. Er hatte den Besuch ursprünglich für April geplant — und dann verschoben, „um nach dem Krieg mit einer sicheren Ausgangsbasis zu verhandeln”. Jetzt ist er mitten im Krieg gelandet, und die Welt weiß, dass Friedrich Merz recht hatte: Die USA seien „gedemütigt” und hätten „keine Strategie”. Beide Begriffe haben Trump getroffen, weil sie so zutrafen.
„Trump fährt verunsichert und ich glaube auch, dass er ein bisschen eingeschüchtert ist gegenüber Xi.” — Brinkbäumer
Dazu: Der Gipfel ist schlecht vorbereitet. Außenminister Rubio und Verteidigungsminister Hegseth sind zwar dabei, aber nicht wirklich in die Planung einbezogen worden. Trump war vollständig auf den Irankrieg fokussiert und „stolpert ein bisschen hinein”. Kein klares Ziel, keine ausformulierte Strategie.
Weitergedacht
Wenn Trump Stärke als primäres Selbstbild benötigt — wie verhält er sich in Verhandlungen, wenn er weiß, dass sein Gegenüber das Machtgefälle genau kennt?
Xi: Die stille Überlegenheit
Xi Jinping gibt sich betont ruhig. Er verkörpert, so Sieren, „das alte Reich” — 22 Jahrhunderte Geschichte, die man nicht in Quartalsberichten denkt. Er äußert sich kaum zu Details, schaut stets weit in die Zukunft, spricht von Zusammenarbeit und Kräfteausbalancierung. Und er muss nicht nach Washington fliegen: Trump kommt zu ihm.
Die symbolische Überlegenheit ist bereits gesichert, bevor ein Wort gesprochen wurde. Weder Xi noch der chinesische Außenminister empfangen Trump am Flughafen. In China werden solche Dinge peinlich genau beobachtet und nach innen kommuniziert: „Wir sind wieder oben.” Nach 150 Jahren „Pech und Pannen” — 1820 hatte China noch 30% Anteil an der Weltwirtschaft, fiel auf 3%, ist jetzt wieder bei 17% — ist der Besuch des US-Präsidenten innenpolitisch Gold.
„Schon darin liegt ein Sieg für China: Die Amerikaner wollen etwas von uns. Wir brauchen gar nichts von denen.” — Sieren
Weitergedacht
Wenn Xi die Inszenierung als Staatsmann über schnelle Deals stellt — ist das Schwäche oder überlegene Strategie?
Das ungleiche Treffen — Wer braucht wen?
Jäger bringt die Asymmetrie auf den Punkt: China will eine einzige Sache — Zugang zum amerikanischen Markt. Trump hat eine „ganze Latte”: Unterstützung im Irankonflikt, sicherheitspolitische Neuordnung, Taiwan, Pazifik-Fragen, Handelsbilanz. Die Verhandlungsposition ist maximal ungleich.
Hinzu kommt: 15 Monate Trump haben die USA so geschwächt, dass er einem chinesischen Präsidenten gegenübersteht, der das „ganz gelassen ausspiegeln kann”. Die einzigartige Stellung der USA in der Weltordnung — über Jahrzehnte unangefochten — ist dahin. Und damit auch die liberale Globalisierung, die sie getragen hat.
Der amerikanische Handel mit China ist um 20% eingebrochen. Chinas Gesamthandel mit der Welt stieg im letzten Jahr um 7%. Die Umleitung läuft — weg von den USA, hin zum globalen Süden.
Beef, Beans & Boeing — Die Minimallösung
Was soll aus dem Gipfel werden? Die amerikanische Presse fasst es in drei Wörtern: „Beef, Beans and Boeing” — Rindfleischexporte, Sojabohnen, Flugzeuge. Das ist Trumps Spielfeld: Zahlen runterrattern, sich als Dealmaker inszenieren. Die Chinesen werden diese Brocken werfen, sagt Sieren — sie wissen, wie man Trump zufriedenstellt.
Die eigentlich heiklen Fragen bleiben unbeantwortet: Chinas Einfluss im Irankonflikt, KI-Regulierung, das chinesische Atomwaffenarsenal, das massiv ausgebaut wird. Für all das fehlt die Vorbereitung. Brinkbäumer: „Es gibt kein klares Ziel oder eine Strategie.” Die große Wirtschaftsdelegation — Elon Musk, Boeing-Chef und andere — kommt in der Hoffnung auf offene Türen, nicht auf vorverhandelte Deals.
Weitergedacht
Wenn „Beef, Beans & Boeing” die öffentliche Messlatte ist — welche Entscheidungen können im Hintergrund getroffen werden, ohne politischen Widerstand zu erzeugen?
Taiwan: Das neue Verhandlungsmaterial
Das brisanteste Signal des Gipfels kommt schon vor dem ersten Gespräch: Trump hat offen angekündigt, mit Xi über Waffenlieferungen nach Taiwan zu sprechen. Das ist ein historischer Tabubruch — es war immer ein US-Tabu, mit Peking überhaupt über Taiwan-Rüstungsexporte zu verhandeln. Dazu kommt sein früheres Statement, Taiwan „gehöre Xi, er könne damit machen, was er wolle” — auch wenn er das mit Bedingungen versehen hat.
In Japan, Taiwan, Philippinen und Südkorea sorgt das für enorme Unsicherheit. Sieren: „Da bricht gerade was auf.” Parallel dazu wurden US-Soldaten aus Japan und Südkorea abgezogen, um im Nahen Osten eingesetzt zu werden. Das Muster ist erkennbar.
Kormbaki: Europa ist massiv abhängig von Chips aus Taiwan. Eine chinesische Annexion würde eine globale Wirtschaftskrise auslösen. Deshalb ist die Sorge auch in Berlin real — nicht moralisch, sondern industriepolitisch.
Und doch: Sieren und Jäger sind sich einig, dass ein chinesischer Angriff auf Taiwan strategisch unwahrscheinlich bleibt. Denn ein verwüstetes Taiwan produziert keine Chips mehr — was weder Xi noch Trump politisch überleben würden. „Das ist das stärkste Argument dafür, dass sie das nie riskieren werden.”
Seltene Erden: Chinas stärkste Waffe
Im April 2025, nach Trumps 145%-Zöllen, konnte China mit einem Konterschlag antworten, den Washington offenbar nicht kommen sah: massive Exportrestriktionen bei seltenen Erden. Essentiell nicht nur für US-Industrie, sondern auch für europäische Rüstungsgüter, E-Mobilität und Halbleiterproduktion. Das Moratorium gilt bis Oktober 2026 — eine der größten Hebelmassen im Gespräch.
Kormbaki: Auch wer U-Boote nach Indien verkaufen will, braucht Permanentmagneten aus China. Die Abhängigkeit ist systemisch, nicht randständig. Und der Aufbau eigener Kapazitäten ist trotz Bemühungen kaum vorangekommen.
China hat als Reaktion auf die Zölle auch eine Eisenbahnlinie von Iran über Zentralasien nach China fertiggestellt — einen Landweg für Öl und Gas, der die Straße von Hormus teilweise ersetzen soll. Nicht vollständig, aber als Signal: China hat vorgesorgt.
Weitergedacht
Ist die westliche Abhängigkeit von chinesischen Seltenen Erden ein Versagen der Industriepolitik — oder unvermeidliche Konsequenz der Globalisierungslogik, der Europa selbst angehangen hat?
Das Ende der liberalen Globalisierung
Jäger formuliert das fundamentale Missverständnis des Westens: Für uns war Globalisierung der Zweck — eine freie Welt, in der überall produziert und konsumiert wird, und die den Menschen offen steht. Man hoffte, dass Russland und China durch wirtschaftliche Einbindung demokratischer werden würden.
In Peking und Moskau hat man das immer als Mittel betrachtet — als Hebel für den machtpolitischen Aufstieg. Die liberale Globalisierung war für China nützlich, solange sie nützte. Jetzt wird sie umgeleitet.
„All das, womit Trump angetreten ist — das ist alles überhaupt nichts wert. Weil er gemerkt hat, die Vereinigten Staaten sind einfach nicht mehr stark genug, diese Ordnung aufrechtzuerhalten.” — Jäger
Trump will eigentlich die alte Weltordnung bewahren — jene, in der der Westen als Minderheit die Spielregeln der Weltmehrheit bestimmen konnte. Aber: „Der Westen ist nur noch er.” Die Europäer haben sich davon distanziert. Der globale Süden formiert sich anders. Und China führt die Gegenbewegung an — nicht für Demokratie, betont Jäger, sondern für mehr Mitbestimmung nach eigenen Vorstellungen.
Chinas strategische Klarheit
Was hat China besser gemacht? Brinkbäumer: China hält durch, was es vor Jahrzehnten geplant hat. Der Westen korrigiert sich von Regierung zu Regierung — was die eine beschlossen hat, wirft die nächste um. „China hat diese strategische Klarheit, die dem Westen im Moment fehlt — und den langen Atem.”
Jäger ergänzt den blinden Fleck: „Wir haben uns jahrelang China selbst schöngemacht, indem wir sagten, der Chinese kann nur kopieren.” 20 Jahrhunderte chinesischer Innovationsgeschichte wurden ignoriert. Dann kamen die E-Autos — und plötzlich bestimmte China die Geschwindigkeit und Richtung der Innovation. „Nicht, weil die Chinesen so gut sind, sondern weil wir geschlafen haben.”
Der Energiebereich zeigt die Verschiebung: Die USA setzen noch stark auf Öl. China auf Solar, E-Mobilität, erneuerbare Energien — mit massivem Vorsprung. Das ist kein Zufall, sondern Jahrzehnte der Planung.
Europa als Zuschauer
Europa war vor Trump da — Merz, Macron, Starmer, Carney alle im Laufe der Monate in Peking, um Verhältnisse neu auszutarieren. Jetzt schaut Europa zu. Die Hoffnung: Trump bewegt Xi dazu, seinen Einfluss auf Russland und Iran geltend zu machen. Die Einschätzung: eher gering.
Kormbaki: In Berlin, Paris und London gibt es eine auffällige öffentliche Zurückhaltung — „bloß keine Erwartungen überfrachten.” Gleichzeitig intensivieren sich neue Kooperationen zwischen europäischen Mittelmächten und Japan, Südkorea, Australien — man formiert sich neu um die amerikanische Leerstelle.
Sieren: Aus asiatischem Blickwinkel spielen die Europäer „praktisch überhaupt keine Rolle.” Das ASEAN-Meeting vom Wochenende davor hat gezeigt, wohin die Bewegung geht: gemeinsame Stromnetze, gemeinsame Reserven — die Länder rücken zusammen.
Menschenrechte? „Interessiert Trump nicht und interessiert natürlich China nicht.” Mit welcher Glaubwürdigkeit könnte Trump in Peking Rechtsstaatlichkeit einfordern — wenn er sie zu Hause mit Füßen tritt?
Faktencheck
Bestätigt — Chinas Weltmarktanteil historisch
China hatte um 1820 fast ein Drittel der globalen Wirtschaftsleistung; der heutige KKP-bereinigte Anteil liegt je nach Berechnungsbasis zwischen 17–18 %. Der Einbruch auf ~3% im 20. Jahrhundert ist historisch belegt. Quelle: 20 Minuten — Chinas Aufstieg zur Normalität
Vereinfacht — Chinas Eisenbahnlinie Iran–Zentralasien „fertiggestellt"
Der erste Güterzug von Xi’an nach Teheran traf im Mai 2025 ein — die Route ist operational. Jedoch nutzt der Korridor größtenteils bereits existierende Gleise durch Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan; es ist kein Neubau. „Fertiggestellt” ist irreführend: Es handelt sich um die Eröffnung einer Betriebsroute. Quelle: Special Eurasia — Iran-China Railway Corridor
Vereinfacht — Trumps 145%-Zölle und Seltene-Erden-Reaktion
Die 145%-Zölle (April 2025) und Chinas Exportrestriktionen stimmen grundsätzlich, aber die Maßnahmen kamen in zwei Wellen (April und Oktober 2025) und wurden ab November 2025 teilweise bis November 2026 ausgesetzt. Ein einfaches Ursache-Wirkung-Verhältnis übersieht die Stufenstruktur. Quelle: Clark Hill — China Hits Pause on Rare-Earth Export Controls
Falsch — US-China-Handel „um 20% eingebrochen"
Der tatsächliche Einbruch war deutlich größer: US-Importe aus China sanken um rund 30%, US-Exporte nach China um ca. 26%, der Handelsüberschuss Chinas fiel um 31,7%. Peterson Institute: „In 2025, US-China trade fell by nearly one-third.” Die 20%-Zahl unterschätzt das Ausmaß erheblich. (Faktencheck: falsch) Quelle: PIIE — Trump-China trade wars: Five takeaways from US imports in 2025
Vereinfacht — Truppabzug aus Japan und Südkorea für Nahen Osten
Das WSJ berichtete über Pläne, 4.500 Soldaten aus Südkorea nach Guam zu verlegen — das Pentagon dementierte dies offiziell. Ein abgeschlossener Abzug „für den Nahen Osten” ist nicht als Fakt belegt. Quelle: Stars and Stripes — South Korea denies US troop withdrawal talks
Bestätigt — TSMC ist Weltmarktführer bei Chips
TSMC hält rund 70% Marktanteil im globalen Foundry-Markt (Q3 2025: 70,4%), mit weitem Abstand vor Samsung (~7%). Quelle: Statista — Top semiconductor foundries market share 2025
Weiterführende Quellen
Im Gespräch erwähnt:
- Klaus Brinkbäumer / Rike Harz — Podcast OK, Amerika? — Wöchentliche Analyse der USA
- Buch: Klaus Brinkbäumer — Der amerikanische Albtraum — Analyse des Trump-Amerika
- Frank Sieren — Bücher über China (u.a. Zukunft? China!, Shenzhen) — (Suche auf genialokal.de)
Faktencheck-Quellen (Sherlock):
- PIIE — Trump-China trade wars: Five takeaways from US imports in 2025 — Peterson Institute, quantitative Analyse des bilateralen Handelseinbruchs
- Special Eurasia — Iran-China Railway Corridor — Betriebsstatus und geopolitische Bedeutung des Korridors
- Clark Hill — China Hits Pause on Rare-Earth Export Controls — Stufenstruktur der Exportrestriktionen
- Stars and Stripes — South Korea denies US troop withdrawal talks — Pentagon-Dementi zum Truppenabzug
- Statista — Top semiconductor foundries market share 2025 — TSMC 70% Marktanteil bestätigt
Verbindungen
→ PhoenixRunde — Trumps Iran-Krieg: Chaos oder Strategie?
Direkte Fortsetzung: Die Schwächung der USA durch den Irankrieg ist der zentrale Kontext für Trumps geschwächte Verhandlungsposition in Peking. Was dort als „fehlende Strategie” analysiert wurde, zeigt sich hier als strukturelle Unterlegenheit.
→ Nico Lange — Hat Trump die Kontrolle über den Iran-Krieg verloren
Nico Lange analysierte das gleiche Phänomen: Trump verliert die strategische Kontrolle. Hier bestätigt das internationaler Kontext — Chinas Kalkül setzt genau auf diese Schwäche.
→ Nachtsitzung - Trumps Machtbasis bricht zusammen
Das innenpolitische Bild ergänzt das außenpolitische: Wenn Trumps Basis die Kosten des Irankrieges spürt (Inflation, Energie), schwindet die Rückendeckung — und damit auch seine Verhandlungsmacht gegenüber Xi.
→ Christoph Hein — Geooekonomie NEU DENKEN
Hein analysiert dieselbe Epochenwende: Wirtschaft als geopolitische Waffe statt Mittel des Friedens, das Ende von „Wandel durch Handel”. Die Dix-Logik — auf Trump angewendet — macht erst verständlich, warum Beef-Beans-Boeing als Maximalziel erscheint.
→ Ivan Krastev — Wie zukunftsfaehig ist Europa
Krastev entfaltet den Zeithorizontkonflikt, den die PhoenixRunde beschreibt: Trump mit dem Zeithorizont kurzfristiger Wahldynamiken gegen Xi, der in Dekaden denkt. Chinas „langer Atem” hat bei Krastev sein philosophisches Fundament.
→ Yanis Varoufakis — Trump Has Lost Everything
Varoufakis formuliert dieselbe Kernthese aus unabhängiger Perspektive: Der Irankrieg ist der Moment, an dem Trump die strategische Initiative an China verlor. Beide Notes konvergieren darin, dass die MAGA-Basis durch „forever war” erodiert — und Xi diese Schwäche im Gipfel abgelesen hat.
→ Tim Meyer und Jan Hegenberg — China Energiewende
Erklärt, warum China das Ass der Seltenen Erden überhaupt in der Hand hält: 20-jährige Fünfjahresplan-Strategie in grüner Technologie. Die PhoenixRunde benennt das Machtinstrument — diese Note zeigt den industriepolitischen Aufbau dahinter.
→ Bundestalk — Iran USA und die Strasse von Hormus
Direkte Mikro-Ökonomie: Die Hormuz-Blockade kostet 20% des Weltölhandels und gibt dem globalen Süden jeden Anlass, BRICS-Alternativen zu suchen — das ist der konkrete Hebel hinter dem Makro-Argument der PhoenixRunde.
→ Zhao Tingyang, Forst und Williams — Tianxia und die Bedeutungen der Demokratie
Zhao Tingyangs Tianxia-Konzept ist Chinas philosophische Antwort auf die liberale Weltordnung: hierarchisches Koexistenzmodell statt Nationalstaaten-Konkurrenz. Was die PhoenixRunde als Chinas „strategische Überlegenheit” beschreibt, hat in Zhao seinen intellektuellen Unterbau — Xi denkt in Kategorien, die westliche Verhandlungsführer nicht kennen.
→ Morpheus — Warum alle chinesische KI nutzen
Die PhoenixRunde nennt KI-Regulierung als ungelöste Frage des Xi-Trump-Gipfels. Morpheus liefert das technische Substrat: Chinas “Deliberate Industrial Scale Campaigns” zum Abgreifen westlicher KI-Systeme sind exakt das, was Xi Trump als Verhandlungsmasse nicht auf den Tisch legt.
Weiterdenken
Was Sokrates vielleicht gefragt hätte
- Wenn China die liberale Globalisierung als Mittel genutzt hat — haben wir uns damit selbst das Werkzeug geschmiedet, das jetzt gegen uns eingesetzt wird?
- Jäger sagt, China kämpft für mehr Mitbestimmung, nicht für Demokratie. Aber ist mehr Mitbestimmung — auch ohne Demokratie — nicht trotzdem ein Fortschritt gegenüber westlicher Hegemonie?
- Wenn Taiwan „strategisch zu wertvoll ist, um es zu riskieren” — schützt das Taiwan wirklich, oder verschiebt es die Gefahr nur auf den nächsten Konjunkturabschwung?
- Was bedeutet „strategische Klarheit”, wenn sie von einer Partei ausgeht, die kein Korrektiv kennt? Ist Chinas langer Atem Stärke — oder die Starrheit eines Systems ohne demokratische Fehlerkorrektur?
- Wenn Europa zum Zuschauer wird: Ab wann wird Zuschauer sein zur Entscheidung — und wer trifft sie?











