GedankenraumRaphael Iltisberger — DenkerVita
Tech-Hype ist ein System mit wiederkehrenden Akteuren, sagt Raphael Iltisberger. Der Wirtschaftspsychologe fragt, wie Organisationen darin Kurs halten, wenn die nächste Welle anrollt.
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Klare strategische Editorial-Illustration — Kleine Organisationsfiguren steuern ein Boot stetig über die Wellen des Technologie-Hypes, während sie einen großen Fächer aus Zukunfts-Szenariokarten und einen Kompass befragen, ferne Buzzword-Wolken ziehen vorbei. Der nüchterne Stil trägt Iltisbergers Thema — Hype-Zyklen strategisch navigieren statt ihnen zu folgen.
Prompt: Clean flat strategic editorial illustration, 1200x500 wide banner. Small organisation figures steering a boat steadily across rolling waves of technology hype while consulting a large fan of future-scenario cards and a compass, distant buzzword clouds passing; navigating hype cycles strategically. Steel blue, teal, mustard, cream, crisp geometric shapes. No photorealism, no realistic faces.
Raphael Iltisberger ist Head of Project Management bei PAWLIK Consultants und verbindet Business Psychology mit Future Research Methodologies. Als ehemaliger IoT-Innovationsberater und Co-Autor von Innovation-Reports zu China interessiert ihn die Frage, wie Zukunftsnarrative das Talent- und Organisationsdesign in Unternehmen formen — und wie Firmen strategisch in Hype-Zyklen navigieren, anstatt ihnen zu folgen.
Biografie
Aktuelle Rolle:
- Head of Project Management, PAWLIK Consultants GmbH
Werdegang:
- Business Psychology, Hochschule Fresenius; Auslandsanteil Shanghai University (China-Schwerpunkt)
- IoT-Innovationsberater, IoT ONE — dort Co-Autor des Reports "Innovation in China" (mit IMD, PAWLIK Asia als Partner)
- Fokus: Organisationsdesign, Leadership Development, Innovation Talent und Kompetenzentwicklung
- Entwicklung eines systemischen Hype-Analyse-Modells mit Georgina Neitzel, vorgestellt re:publica 26 (2026)
Prägungen:
- China-Erfahrung formt seinen Blick auf Innovations-Ökosysteme: Was funktioniert in westlichen Kontexten nicht, und warum?
- Verbindet HR-Strategie mit Futures Literacy — wie bereiten Organisationen ihr Talent auf Technologien vor, die noch im Hype-Stadium sind?
Bücher & Publikationen
| Titel | Jahr | Beschreibung |
|---|---|---|
| Innovation in China — Report | ca. 2021 | Co-Autor; Analyse von Innovations-Ökosystemen in Asien (IoT ONE + IMD) |
| PAWLIK Insights: Organisationsdesign für Zukunfts-Innovation | laufend | Beiträge zu Future of Work und Innovation Talent |
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Hype Is a System: How Tech Futures Get Made — re:publica 26 (2026), mit Georgina Neitzel
Kernthesen
1. Hype als Systemphänomen verstehen, nicht als individuelle Aussage
Einzelne Hype-Behauptungen sind Symptome eines Systems mit wiederkehrenden Akteuren und Feedback-Loops. Wer das System versteht, kann Hype diagnostizieren statt nur zu reagieren.
2. Interdisziplinarität als Erkenntnisgewinn
Verschiedene Disziplinen (Wirtschaft, Psychologie, Medien, Soziologie) beschreiben alle Teilaspekte von Hype. Erst ein systemischer Blick verbindet die Fragmente zu einer kohärenten Erklärung.
3. Organisationen brauchen Hype-Immunität
Für HR-Strategie und Organisationsentwicklung ist entscheidend: Welche Kompetenzen werden für Technologien aufgebaut, die im Hype-Stadium sind — und was passiert mit diesen Investitionen, wenn der Hype kollabiert?
4. Future Research als Kontrapunkt zu Vorhersagen
Futures Literacy operiert nicht mit Punkt-Vorhersagen, sondern mit Szenarien und Interventionsoptionen. Das ist keine Schwäche, sondern Ehrlichkeit gegenüber Komplexität.
Verbindungen zu anderen Denkern
- Georgina Neitzel — DenkerVita — Seine Ko-Autorin beim Modell des Hype-Systems. Sie sieht aus dem Innovation Lab eines Versicherers, wie sich Hype in Budgets übersetzt; er fragt aus Wirtschaftspsychologie und Zukunftsforschung, welche Kompetenzen eine Organisation für eine Technik aufbaut, die noch im Hype-Stadium steckt, und was aus ihnen wird, wenn die Erwartung kippt.
- Constanze Kurz — DenkerVita — Die Stimme, die das Modell vorhersagt und das System überhört: Kurz nennt Sprachmodelle nüchtern stochastische Papageien, ohne Panik und ohne Heilsversprechen. An ihr zeigt sich die Grenze der Hype-Immunität, die Iltisberger empfiehlt. Wer richtig, aber ohne Zuspitzung spricht, erreicht kaum die Organisationen, die den Einwand bräuchten.
- Ronnie Vuine — DenkerVita — Der Gegenfall zu Kurz: ein Robotiker, der die Grenzen seiner Technik kennt, sich mit Zuspitzung Gehör verschafft und vom Kanal als „brutale Wahrheit“ verkauft wird, also die Schleife bedient, die er kritisiert. Sein Einwand gegen die Alignment-Debatte, wer „die Menschheit“ definiere, herrsche über dieses Wir, kommt unabhängig beim Skynet-Effekt an.
- Christian Bauckhage — DenkerVita — Die härteste Probe für das erste Hype-Merkmal, die Vision als Gewissheit. Bauckhage trennt selbst sauber zwischen schwacher und starker KI, gerade gegen den Hype, und sagt doch: „Wir haben noch gar nichts gesehen.“ Sein Beleg ist, dass sich jedes „Ja, aber“ der letzten zwei Jahre nach drei Monaten erledigt hatte. Iltisberger würde dagegen Szenarien statt einer Kurve setzen; wann aus nüchterner Extrapolation Hype wird, beantwortet keiner der beiden.
- Rainer Mühlhoff (Note, keine DenkerVita) — Mühlhoff beschreibt ein „Orchester“ aus Industrie, Investoren, Politik und Medien, das technische Wirklichkeit und öffentlichen Glauben auseinandertreibt; das Hype-Modell liefert die Struktur dazu. Mühlhoff stellt die Machtfrage, die ein Modell für Organisationen offenlässt: Wer gewinnt, wenn der Hype seine Arbeit getan hat?
- Frederike Kaltheuner — DenkerVita — Kaltheuner erzählte auf derselben re:publica, sie habe ihre Sprache den Politikerräumen angepasst und darin Selbstzensur erkannt: das Dilemma der Gegenstimmen in der ersten Person. Mit Carsten Jung setzt sie dem Hype staatlich gesetzte Missionen entgegen, die die Kapital-Schleife umlenken sollen, statt sie zu ignorieren. Ob eine Mission nicht ihrerseits eine Zukunft als entschieden ausgibt, bleibt die Reibung.
- Maja Göpel — DenkerVita — Göpels „tyrannische Zahlen“, Kennziffern, die den Bezug zu ihrer Wirklichkeit verloren haben und trotzdem Handlungsdruck erzeugen, sind das wirtschaftspolitische Gegenstück zur Hype-Anatomie. Gegen eine Zukunft, die als entschieden verkauft wird, setzen beide ihre Gestaltbarkeit: Göpel als Mut zur Zukunft, Iltisberger als Futures Literacy.
Gedankenwelten-Notes
- Neitzel & Iltisberger — Hype Is a System: How Tech Futures Get Made — re:publica 26, gemeinsam mit Georgina Neitzel
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