GedankenraumMaja Göpel — DenkerVita
Für Maja Göpel sind Wachstum und BIP Erzählungen, die sich ändern lassen. Die Transformationsforscherin denkt Wirtschaft innerhalb planetarer Grenzen und fragt, wie es besser geht.
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Solarpunk (zeitgenössisch, hoffnungsvoll) — Hände formen eine erblühende regenerative Erde, umringt von einem Donut-Kreis des Wohlergehens, Windräder und Gärten lösen Schlote ab, eine grüne Aufwärtsspirale. Der lichte Solarpunk-Stil trägt Göpels Transformationsdenken — die Wirtschaft innerhalb planetarer Grenzen neu denken.
Prompt: Contemporary solarpunk flat illustration, hopeful and lush, 1200x500 wide banner. Hands gently reshaping a flourishing regenerative Earth ringed by a doughnut-shaped circle of wellbeing, wind turbines and gardens replacing smokestacks, a green upward spiral; rethinking the economy within planetary boundaries. Fresh green, warm gold, sky blue, clean optimistic shapes. No photorealism, no realistic faces.
Maja Göpel (1976) — Politische Ökonomin, Transformationsforscherin und Wissenschaftskommunikatorin. Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) 2009–2020. Mitgründerin von Scientists for Future. Heute Professorin und Gastgeberin des Podcasts NEU DENKEN (Mission Wertvoll).
Wichtigste Werke: Unsere Welt neu denken (2020), Wir können auch anders (2022) Kernkonzepte: Wirtschaftstransformation, planetare Grenzen, Narrative des Wandels, Gestaltungsmacht
Biografie
Maja Göpel wächst in Deutschland auf und geht früh den Weg der politischen Ökonomie. Sie fragt von Anfang an: Wie hängen Wirtschaft, Gesellschaft und politische Macht zusammen? Und vor allem: Wie lässt sich das ändern?
Nach Studium und Promotion arbeitet sie jahrelang an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik. Von 2009 bis 2020 ist sie Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) — einer der einflussreichsten wissenschaftlichen Beratungsorgane in Deutschland. In dieser Rolle erlebt sie direkt, wie Wissenschaft auf Macht trifft: was gehört wird, was nicht, warum Transformationen scheitern oder gelingen.
2019 gründet sie mit anderen Scientists for Future mit — die Solidaritätsbewegung der Wissenschaftlerinnen mit Fridays for Future. Das ist kein Zufall: Für Göpel sind Wissenschaftler keine neutralen Beobachter. Sie haben eine Verantwortung, Erkenntnisse in die Gesellschaft zu tragen und für Veränderung einzutreten.
2020 erscheint Unsere Welt neu denken — ein Buch, das zum Bestseller wird und eine ungewöhnliche Leistung erbringt: Es macht systemisches Denken zugänglich, ohne es zu vereinfachen. Es zeigt, warum einzelne Maßnahmen nicht ausreichen, weil das System selbst die Probleme reproduziert.
Heute ist sie Professorin, öffentliche Intellektuelle und Gastgeberin von NEU DENKEN, dem Podcast von Mission Wertvoll — einem Science-Society-Netzwerk, das konstruktive, lösungsorientierte Debatten führt. Respektvoll. Nicht der nächsten Aufregung hinterherlaufend, sondern fragend: Wie geht es besser?
Bücher & Publikationen
- Unsere Welt neu denken (2020) — Warum das gegenwärtige Wirtschaftssystem nicht reformierbar ist — und wie ein Neustart aussehen könnte
- Wir können auch anders (2022) — Aufbruch in die Welt von morgen: konkrete Transformationspfade
- The Great Mindshift (2016, englisch) — Akademisches Werk: Narrative des Wandels und die Frage, wie gesellschaftlicher Wandel entsteht
Empfehlenswerte Videos & Vorträge
- Macht NEU DENKEN mit Gesine Schwan (2026) — Über Gestaltungsmacht, demokratische Kultur, narzisstische Autokraten und europäische Eigenständigkeit
- Armut NEU DENKEN mit Christoph Butterwegge — Über Vermögensungleichheit, Steuerpolitik und das Matthäus-Prinzip
Kernthesen
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Systemwandel statt Einzelmaßnahmen: Wer nur an Schrauben dreht, ohne das System zu verstehen, reproduziert das Problem. Nachhaltigkeit erfordert eine Transformation der Wirtschafts- und Gesellschaftslogik, nicht nur technische Lösungen.
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Narrative als Machtwerkzeug: Die Art, wie wir Probleme beschreiben, bestimmt, welche Lösungen denkbar erscheinen. Wachstum als Erfolgsmaßstab, BIP als Wohlstandsindikator — das sind Narrative, keine Naturgesetze. Sie können geändert werden.
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Planetare Grenzen als Realität: Die ökologischen Grenzen der Erde sind keine politische Meinung, sondern empirische Tatsachen. Wirtschaft muss innerhalb dieser Grenzen gedacht werden — nicht umgekehrt.
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Bürger als Gestaltungsmacht: Über Wahlen hinaus: Kaufentscheidungen, digitale Alternativen, zivilgesellschaftliches Engagement — das sind Formen von Gestaltungsmacht, die in der Summe systemische Wirkung haben.
Verbindungen zu anderen Denkern
- Bernhard Pörksen — DenkerVita — Gemeinsamer NEU-DENKEN-Podcast; verbindet Konstruktivismus (Pörksen) mit Transformationsforschung (Göpel) — die Frage, wie Kommunikation Wandel ermöglicht oder verhindert
- Gesine Schwan — DenkerVita — Göpel ist Schwans Gesprächspartnerin im NEU DENKEN-Podcast. Beide teilen die Überzeugung: Demokratie braucht gelebte Erfahrung, nicht nur Institutionen. Göpel bringt die ökonomische und systemische Dimension, Schwan die politiktheoretische und psychologische.
- Erich Fromm — DenkerVita — Göpel und Fromm verbindet die Frage nach dem Verhältnis von Wirtschaftssystem und menschlicher Psychologie. Fromms Haben-Modus ist das psychologische Spiegelbild von Göpels Wachstumssystem.
Gedankenwelten-Notes
- Carsten Brosda — Nächste Demokratie? — Gastgeberin mit El-Mafaalani, Leuphana 2026; Gut leben in Deutschland als gemeinsames Zielbild, Bürgerräte gegen die Schublade
- Adam Tooze — Krise und demokratische Gelegenheit — als Gastgeberin der Utopie-Konferenz 2024; ihr Konsens über Grundgesetz und Nachhaltigkeitsziele gegen Toozes Hegemonie
- Maja Göpel und Jagoda Marinić — Vertrauen, utopisch? — als Gastgeberin der drei Vertrauens-Panels 2024 (Friedman/Redecker, Yu/Weisband, Bude/Gaub)
- Mithu Sanyal und Şeyda Kurt — Entgegenkommen, wenn es feindlich wird? — Leuphana 2026, moderiert und streitet mit: Verteidigungsfähigkeit ohne Eskalationsspirale
- Pörksen und Göpel — Debatte NEU DENKEN — Über Debattenkultur, Konstruktivismus und Zuhören
- Gesine Schwan — Macht NEU DENKEN — Gespräch über Gestaltungsmacht und demokratische Kultur
- Christoph Butterwegge — Armut NEU DENKEN — Gespräch über Vermögensungleichheit und strukturelle Machtkonzentration
- Maja Göpel — Mut zur Zukunft — Keynote über Agency gegen Ohnmacht, BIP-Kritik und die Verteidigung des Green Deal
- Stremlau & Göpel — Investieren NEU DENKEN — Gespräch über ESG-Evolution, EU-Taxonomie und Transformationsfinanzierung; "Geld ist niemals neutral"
- Adam Tooze und Maja Göpel — Die Polykrise — Keynote beim Surplus-Talk: Definitionsmacht über ökonomische Sprache, der digital-finanziell-militärische Komplex, Regrettables und „Tech for Earth"
- Andreas Püttmann — Werte NEU DENKEN — Gespräch mit einem katholischen Konservativen über Werte und Christdemokratie, in dem sie Bourdieus Kapitalformen, Thiels Antichrist-Rede in Rom und den Kickl-Satz aus Wien einbringt und die Frage stellt, wieso Nachhaltigkeit als links gilt
- Andreas Reckwitz — Fortschritt NEU DENKEN — Gespräch über Fortschritt und Verlust, in dem sie zweimal hart widerspricht (Resilienz als Ausrede fürs Nichtstun; keine Zumutung ohne Fairness) und ihm am Ende das Wort anbietet, das er annimmt: ein geerdeter Fortschrittsbegriff
- Alena Buyx — Gesellschaft NEU DENKEN — Gespräch mit der früheren Ethikrats-Vorsitzenden über den gesellschaftlichen Zusammenhalt; Göpel legt am Ende fünf Bruchstellen der westlichen Zivilisation hin (Naturverhältnis, Finanzdominanz, die Unternehmerfigur, Institutionen, Menschenbild), Buyx ergänzt als sechste die Leiblichkeit
- Sigl-Glöckner & Kaczmarczyk — Geld ist genug da? — moderiert mit Wolfgang M. Schmitt das Abendpodium der Utopie-Konferenz 2026 über Knappheit als Entscheidung; bringt Pettits Freiheit als Nichtbeherrschung ins Spiel, fragt nach 28 %-Margen auf Munition und nach dem Vertrauen in gemeinsam geschöpftes Geld
- Göpel, Bleisch, El-Mafaalani, Schmitt — Verhärten. Überall. Und nun? — die erfahrene Gastgeberin im Utopie-Quartett der Leuphana 2026; antwortet auf Schmitts „Halten wir das aus, wenn die Gegenseite gewinnt?“ mit Risikohierarchien und Irreversibilität, verteidigt die Degrowth-Forschung gegen das Bild vom schrumpfenden Kuchen und nennt das Schweigen der Ökonomenzunft „grobe Fahrlässigkeit“
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