Biographischer Snapshot

Wer spricht?

Michael Sterner (1974) — Professor für Energiespeicher und Energiesysteme an der OTH Regensburg. Mitentwickler des Power-to-Gas-Konzepts, Mitglied des Bayerischen Energiebeirats. Autor zweier Standardwerke zu Energiespeichern bei Springer. Ist persönlich mit Katharina Reiche aneinandergeraten, als sie Texte von ihm strich — erst die Androhung von Öffentlichkeit und Klage stellte seine wissenschaftliche Freiheit wieder her.


Biografie

Michael Sterner ist einer der profiliertesten deutschen Energiewende-Wissenschaftler. An der OTH Regensburg (Ostbayerische Technische Hochschule) leitet er die Forschungsstelle für Energienetze und Energiespeicher (FENES). Seine Karriere ist geprägt von einem Wendepunkt: Die Entwicklung des Power-to-Gas-Konzepts — die Idee, überschüssigen Strom aus Wind und Solar in Wasserstoff oder synthetisches Methan umzuwandeln und im Gasnetz zu speichern. Was 2009 als Doktorarbeit begann, wurde zum technologischen Referenzkonzept der deutschen Energiespeicher-Debatte.

Sterner bewegt sich bewusst an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik: Als Mitglied des Bayerischen Energiebeirats berät er die Landesregierung, gleichzeitig kommuniziert er via YouTube, LinkedIn und Bluesky direkt an ein breites Publikum. Diese Doppelrolle brachte ihm Konflikte ein — unter anderem mit Katharina Reiche, die als Staatssekretärin und später als Wirtschaftsministerin versuchte, seine Veröffentlichungen zu zensieren.

Sein YouTube-Kanal ist mittlerweile eine der wenigen Stimmen, die Energiepolitik mit Fachkompetenz und ohne Parteibindung analysieren — ein seltener Vermittler zwischen akademischer Tiefe und öffentlicher Verständlichkeit.


Bücher & Publikationen


Empfehlenswerte Videos & Vorträge


Kernthesen

  1. Energiespeicher sind der Schlüssel — Ohne Speicher (Batterien, Power-to-Gas, Wasserstoff) bleibt die Energiewende unvollständig. Die Technologien existieren, werden aber politisch ausgebremst.
  2. Dezentrale Wertschöpfung — Die Energiewende ist der größte Jobmotor für den ländlichen Raum. Wenn Kommunen direkt profitieren, steigt die Akzeptanz massiv.
  3. Technologieoffenheit ernst nehmen — Wer Technologieneutralität fordert, muss auch Batterien und Hybridkonzepte zulassen — nicht nur Gaskraftwerke fördern.
  4. Wissenschaftliche Freiheit verteidigen — Wenn Ministerien Studien zurückhalten, die der eigenen Linie widersprechen, ist das institutionelle Selbstzensur.
  5. Erneuerbare sind unschlagbar günstig — Solar und Wind sind weltweit die wirtschaftlichste Energiequelle. Die Atomkraft-Renaissance findet nicht statt.

Politische Einordnung

Sterner ist parteilos und positioniert sich als wissenschaftlicher Pragmatiker. Er kritisiert sowohl die Blockade durch die aktuelle CDU-geführte Wirtschaftspolitik (Katharina Reiche) als auch frühere Versäumnisse unter Schwarz-Gelb (Röttgen). Seine Grundhaltung: Marktwirtschaft ja, aber echte — nicht selektive Förderung fossiler Strukturen unter dem Label „Technologieoffenheit”.


Verbindungen zu anderen Denkern

  • Maja Göpel — Beide argumentieren für eine Transformation, die Wohlstand statt nur Wachstum misst. Göpels BIP-Kritik und Sterners Fokus auf regionale Wertschöpfung ergänzen sich.

Gedankenwelten-Notes