Quelle: Die Neuen Zwanziger — Salon September 2025

Wer spricht?

Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz — Hosts des Podcasts “Die Neuen Zwanziger”. Live-Salon aus Frankfurt, in dem sie drei thematische Blöcke verhandeln: die intellektuellen Grundlagen rechter Hegemonie (Armin Mohler → Kubitschek → AfD), eine eigene Hegemonietheorie rund um die Figur des “Herrn Hegemon” (mit Žižek, Kumkar und Ben Shapiro), und eine vernichtende Analyse des Selfhelp-Phänomens Mel Robbins. Verbindendes Leitmotiv: Wer bestimmt, worüber geredet wird — und wer muss sich dafür rechtfertigen?Wolfgang M. Schmitt DenkerVita · Stefan Schulz DenkerVita


Inhalt

Rechte Hegemonie und Armin Mohler [▶ 02:30]

Stefan und Wolfgang greifen ein mehrteiliges Feature des Deutschlandfunks über neurechte Intellektuelle auf. Im Zentrum: Armin Mohler, Vordenker der Neuen Rechten und ehemaliger Sekretär Ernst Jüngers, auf den sich heute Götz Kubitschek und Björn Höcke berufen.

Wolfgang ordnet Mohler biographisch ein: zunächst bei Jünger, dann Bruch wegen Jüngers „Entschärfung” seines antidemokratischen Frühwerks. Mohlers Hauptwerk über die Konservative Revolution der 1920er ist akademisch fundiert, aber er radikalisierte sich zunehmend — schrieb für die Junge Freiheit, bis selbst deren Chefredaktion abwinkte.

Sein Buch Der faschistische Stil fasziniert Kubitschek, der den Kern im „agonalen Stil” sieht — der reinen Freude an der Auseinandersetzung. Stefan kommentiert: Was als Sehnsucht nach Pluralität klingt, ist taktisches Mittel, um den liberalen Staat zu stören.

Kubitscheks „politischer Staat” [▶ 08:30]

Was will Kubitschek politisch? Sein Ideal: ein „politischer Staat”, der „illiberale Elemente” besitzt und in dem „über bestimmte Dinge nicht mehr diskutiert wird.” Das Preußen-Modell: Unterordnung des Individuums unter den Staat.

Wolfgang analysiert die Strategie: Die Provokation — Lesungsstörungen, YouTube-Auftritte, Talkshow-Einladungen — ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Erst stören, dann den politischen Staat errichten. In den USA sehe man gerade, wohin das führe: „Wenn wir Macht haben, dann soll natürlich nicht mehr irgendein Jimmy Kimmel irgendwas erzählen können.”

„Notfalllibertär” — Impfpflicht und die Widersprüche der Rechten [▶ 13:12]

Ein faszinierender Riss im rechten Lager: Karl-Heinz Weißmann, Etatist aus Kubitscheks Umfeld, sprach sich für eine Impfpflicht aus — aus Gehorsam gegenüber dem Staat. Ein Schock für die Szene. Kubitschek lehnte ab und erfand dafür den Begriff „notfalllibertär” oder „situationslibertär”: Man gehorcht dem Staat — es sei denn, er tut etwas, das man „nicht mehr mittragen kann.”

Stefan entlarvt die Beliebigkeit: Das Prinzip lässt sich jederzeit umdrehen. Wenn Kubitschek seinen politischen Staat hat, können Gegner genauso argumentieren — „ich musste leider notfalllibertär werden.”

Die rechte Agenda: Länger arbeiten, weniger Urlaub [▶ 19:48]

Erik Lehnert, Herausgeber der Sezession, wird mit zwei Aussagen konfrontiert, die den Kern rechter Politik freilegen:

Erstens: Die Willkommenskultur 2015 war für die strauchelnde AfD ein „Geschenk” (Gauland). Lehnert: „Das Volk ist massiv manipulierbar und wir werden es nur gewinnen, wenn wir es wieder manipulieren.” [▶ 19:31]

Zweitens: Weniger Einwanderung = weniger Arbeitskräfte. Die ehrliche Botschaft: „Ihr werdet in Zukunft länger arbeiten müssen und weniger Urlaub machen.” [▶ 20:21] Dazu Lehnerts Vokabular: „Zuchtordnung, Disziplin” statt „linker Hedonismus.”

Stefan: Das müsste eigentlich auf den Wahlplakaten der AfD stehen.

Herr Hegemon — Idiot, Debiler und der Unbekannte [▶ 24:10]

Stefan führt sein Konzept des „Herrn Hegemon” ein: die vorherrschende Meinung in einem Raum, die bestimmt, wer Rechtfertigungspflichten hat. Wer in einen Raum kommt und „niemanden kennt und feststellt, hier mag einen auch keiner”, spürt den Hegemon.

Als Analysewerkzeug dienen zwei Dummheits-Typen nach Slavoj Žižek: Der Idiot versteht die unausgesprochenen sozialen Regeln nicht (wie das Kind in „Des Kaisers neue Kleider”). Der Debile identifiziert sich vollständig mit dem „gesunden Menschenverstand” und folgt unreflektiert dem vorherrschenden Vibe. [▶ 31:25]

Jens Jessen — Debilität im Feuilleton [▶ 33:42]

Der Zeit-Journalist Jens Jessen wird zum Fallbeispiel. In einem SWR-Radiointerview nach seinen „linken Diskurswächtern” befragt, kann er keine konkreten Beispiele nennen. Er beruft sich auf ein „Gefühl”, fordert „mehr antivoke Bekenntnisse” und identifiziert den Deutschlandfunk als „Agitationsmedium”.

Stefan und Wolfgang diagnostizieren: klassische Debilität im Žižek’schen Sinne — eine auf vagem Bauchgefühl basierende Haltung, die bei Nachfrage zusammenfällt. Vergleichbar mit Thomas Gottschalks Unfähigkeit, seine Kritik an Political Correctness zu präzisieren.

Nils Kumkar — Drei Ursachen der gefühlten Polarisierung [▶ 47:00]

Im selben SWR-Gespräch liefert der Soziologe Nils Kumkar die analytische Gegenposition. Sein Kernargument: Eine „Krise des Gemeinsamen” und „Erschöpfung von Zukunftsvorstellungen” erzeugen Nullsummenspiel-Denken — wenn Frauen Rechte einfordern, fühlen Männer sich automatisch beschnitten.

Die gefühlte Polarisierung ist kein Abbild der Gesellschaft, sondern Produkt dreier Faktoren: (1) das soziale Nahumfeld von Journalist:innen in Berlin, (2) gezielte Medienstrategien der Rechten, (3) massenmediale Konfliktinszenierung. [▶ 50:06]

Stefan verdeutlicht mit dem Boxkampf-Bild: Wenn Ulf Poschardt und Claudia Roth im Fernsehen aufeinandertreffen, glaubt das Publikum, hier kämpften stellvertretend zwei Hälften Deutschlands — dabei repräsentieren sie nur ihre Berliner Zunft.

Ben Shapiro und die Hegemonie in den USA [▶ 53:56]

Ein Interview zwischen Ben Shapiro und Ezra Klein zeigt hegemoniales Denken in Reinform. Shapiro erklärt Trump für „post-ideologisch” und verortet den Ursprung der Spaltung bei Obama 2012: Der habe begonnen, partikulare Identitätsgruppen anzusprechen, statt ein gemeinsames Amerika zu verkörpern.

Wolfgangs Ergänzung: Das „Ich als…”-Phänomen — man argumentiert nicht mehr, sondern stellt die eigene Identität voran. Omri Böhm beschreibe das in seinem Buch über Radikalen Universalismus.

Shapiros These: Die Republikaner zogen die Lehre, dass selbst der sauberste Kandidat (Mitt Romney) zerrissen würde — also brauchte man „the biggest pulsating middle finger”: Donald Trump. [▶ 60:42]

Harald Welzer — „In den Köpfen geht gar nichts vor” [▶ 77:04]

Ein Ausschnitt aus Harald Welzers Gespräch in „Hotel Matze” liefert die perfekte Illustration des Debilen: Zur Wehrpflicht-Debatte analysiert Welzer, dass „in den Köpfen gar nichts vor sich geht” — Gruppenprozesse, Stegreif-Reaktionen, keine Reflexion. [▶ 77:49]

Zum Bürgergeld: Es sei ein politisches Ablenkungsmanöver. Man wählt Themen, bei denen man sich des hegemonialen Rückhalt sicher ist — „Wer arbeiten kann, muss arbeiten” hat 85% Zustimmung im Politbarometer. [▶ 80:54]

Bemerkenswert: Welzer bezeichnet Trump unumwunden als Diktator. Matze (der Host) reagiert überrascht, aber Welzer sieht ein „totalitäres System im Entstehen, das keine Ideologie jenseits des Geldes hat.” [▶ 82:24]

Cory Doctorow — Systemkritik statt Personenkritik [▶ 85:25]

Ein Zwei-Minuten-Clip des Autors Cory Doctorow (aus dem Podcast „QAnon Anonymous”) bringt den vielleicht wichtigsten Gedanken der Episode:

Wer beobachtet, dass der Finanzsektor parasitär agiert, und dann die Schuld bei „jüdischen Bankern” sucht, verwechselt systemische Probleme mit individueller Bosheit. Dasselbe gelte für Elon Musk: Nicht seine schlechten Ideen sind das Problem, sondern die Macht, die ihm Finanzschlupflöcher verleihen.

„If Elon Musk didn’t have the ability to exploit a bunch of financial loopholes, he’d just be another asshole with bad ideas. It’s the half a trillion dollars that makes him an important person.”

Doctorows Pointe: Wenn die einzige Lösung wäre, dass Menschen aufhören, schlechte Ideen zu haben — dann wären wir verloren. Aber dafür zu sorgen, dass niemand eine halbe Billion Dollar hat, sei „a much smaller lift.” [▶ 87:40]

Charlie Kirk und die Pietät als Waffe [▶ 89:21]

Kirks zentraler Satz wird als Essenz hegemonialen Denkens herausgearbeitet: „They don’t just hate him — they hate you. He’s just in the way.” Mehr Hegemon geht nicht — Inhalte spielen null Rolle. [▶ 90:06]

Der Umgang deutscher Medien mit Kirks Ermordung wird kritisiert. Micky Beisenherz („Apokalypse & Filterkaffee”) diskutiert, ob man am Todestag Kirks politisches Wirken benennen dürfe. Wolfgang kontert scharf: „Wir können ihn nur als Politiker erinnern — über was soll man denn sonst sprechen? Nur deswegen reden wir überhaupt über ihn, weil es ein politischer Mord war.” [▶ 93:07]

Mel Robbins und die „Let Them Theory” [▶ 97:37]

Der dritte Block der Episode: Mel Robbins, deren Let Them Theory seit 20 Wochen Platz 1 der Bestsellerliste belegt. Die „Theorie”: Kontrolle aufgeben, andere einfach machen lassen. Entstanden aus einem Social-Media-Post, zur Prom-Anekdote ausgebaut.

Wolfgang lehnt den Theorie-Status kategorisch ab: „Wenn ich sage, lass die anderen das machen — das ist eine Art, mit Situationen umzugehen. Aber dass daraus eine Theorie gestrickt wird, bekommt eine ideologische Komponente.” [▶ 105:24]

Stefan sieht das Entscheidende in der politischen Dimension: Wenn dein Unternehmen Entlassungen durchführt — „Let them do their layoffs”? Da wird Entsolidarisierung zur Lebensphilosophie. [▶ 108:26]

Mel Robbins’ eigene Ausnahmen entlarven die Hohlheit: Nicht eingreifen, wenn Freunde einen Verlierer daten — aber doch eingreifen, wenn jemand betrunken Auto fahren will. Die Grenze zwischen Pragmatismus und politischer Resignation wird nie gezogen.

Wolfgang stellt den Zusammenhang her: Horst und Hopf, Jordan Peterson, Mel Robbins — alles konvergiert auf ein hyper-individualistisches Weltbild: „Du allein wirst es schaffen, wenn du es nur willst.” Die Frage, ob man einen Sozialstaat braucht, wird gar nicht mehr gestellt. [▶ 113:00]

Fünf Sekunden und High-Five — Die Bankrotterklärung [▶ 02:06:52]

Robbins’ weitere „Theorien” werden vorgestellt: Die Fünf-Sekunden-Regel (von fünf runterzählen und handeln) und das High-Five-Konzept (sich morgens im Spiegel ein High-Five geben). Der globale Erfolg dieser Ratschläge wird als Symptom einer Gesellschaft gelesen, die nach den einfachsten Handlungsanweisungen verlangt.

Stefan und Wolfgang schließen mit einer ironischen Anwendung: Let them buy the book.


Faktencheck

Bestätigt — Armin Mohler und die Konservative Revolution

Mohlers Dissertation Die Konservative Revolution in Deutschland 1918–1932 (1950) ist ein Standardwerk der Politikwissenschaft. Sein Bruch mit Ernst Jünger und seine zunehmende Radikalisierung sind gut dokumentiert. Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung — Die „Konservative Revolution”

Bestätigt — Gauland nannte 2015 ein „Geschenk"

Alexander Gauland bezeichnete die Flüchtlingskrise 2015 tatsächlich als „Geschenk” für die AfD, die zu jenem Zeitpunkt wegen interner Machtkämpfe (Lucke-Abspaltung) vor dem Zerfall stand. Quelle: tagesschau.de — Chronik der AfD

Vereinfacht — Kumkars Drei-Faktoren-Modell

Kumkars Analyse der gefühlten Polarisierung ist plausibel und deckt sich mit seiner Forschung (Aufstand der Gefühle, 2024), vereinfacht aber die Rolle von Social-Media-Algorithmen als eigenständigem Treiber — ein Faktor, den er in der Radiosendung nicht separat benennt. Keine unabhängige Quelle gefunden, die genau diese Dreier-Zerlegung bestätigt.

Vereinfacht — Ben Shapiros Obama-These

Shapiros Behauptung, Obama habe 2012 die Identitätspolitik „erfunden”, ist eine stark vereinfachte Erzählung. Identitätspolitische Strategien existierten in beiden Parteien lange vor Obama. Die These vom „Narrowcasting” hat einen wahren Kern (datengetriebene Kampagnenführung), aber die Kausalitätskette von Obama zu Trump ist revisionistisch. Quelle: The Atlantic — How Obama Changed the Game

Bestätigt — Mel Robbins' Bestseller-Erfolg

The Let Them Theory erschien im April 2025 und debütierte auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste. Der Podcast „The Mel Robbins Podcast” gehörte 2024–2025 zu den Top 5 weltweit. Quelle: Publisher’s Weekly — Bestsellers

Bestätigt — Cory Doctorows systemische Analyse

Doctorows Argument über Musk und systemische Machtkonzentration ist konsistent mit seiner publizierten Arbeit, insbesondere The Internet Con (2023) und seinem Blog Pluralistic. Die Aussage über Musks Vermögensgröße entsprach zum Zeitpunkt der Aufnahme den Fakten (Forbes schätzte ~$250 Mrd., variierend). Quelle: pluralistic.net


Weiterführende Quellen

Im Salon erwähnte Quellen und Werke:

  • Deutschlandfunk Feature: Deutsches Denken — Rechte Intellektuelle der Bundesrepublik — Mehrteilige Feature-Reihe von Nils Schniederjan und Sebastian Friedrich
  • Armin Mohler: Die Konservative Revolution in Deutschland 1918–1932 (1950)
  • Armin Mohler: Der faschistische Stil (1973)
  • Götz Kubitschek: Provokation (2007)
  • Nils Kumkar: Aufstand der Gefühle (2024) — Analyse der gefühlten Polarisierung
  • Omri Böhm: Radikaler Universalismus — Kritik der Identitätspolitik
  • Christoph Kucklick: Die granulare Gesellschaft — Datengetriebener Wahlkampf seit Obama 2012
  • Ben Shapiro: Lions and Scavengers — Shapiros Gesellschaftstheorie
  • Cory Doctorow: The Internet Con (2023) — Systemische Machtkritik
  • Mel Robbins: The Let Them Theory (2025) — Selfhelp-Bestseller
  • Mel Robbins: The 5 Second Rule (2017)
  • SWR Kulturforum — Jens Jessen und Nils Kumkar im Gespräch — Das analysierte Radiogespräch
  • Hotel Matze — Harald Welzer im Gespräch — Der analysierte Podcast-Ausschnitt

Verbindungen

Die Neuen Zwanziger — Salon Lektueren Maerz 2026

Selber Podcast, dort Sloterdijks Fürsten-These: Demokratische Machthaber als Erben der Fürsten — ergänzt Kubitscheks Sehnsucht nach dem „politischen Staat” als modernem Fürstentum

Eva von Redecker — Über den neuen Faschismus (Jung & Naiv 811)

Redeckers Analyse des Neofaschismus als Phantombesitz-Verteidigung deckt sich mit Lehnerts „Zuchtordnung, Disziplin” und dem illiberalen Staatsverständnis Kubitscheks

Andreas Kemper — Technofaschismus und die AfD

Kemper analysiert das intellektuelle Vorfeld der AfD systematisch — hier hört man die Protagonisten (Kubitschek, Lehnert, Mohler) selbst sprechen

Moellers und Poschardt — Welche Freiheit wollen wir

Der Begriff des Herrn Hegemon — wer bestimmt, wer Rechtfertigungspflichten hat — ist direkte Folie zu Möllers’ demokratischer Aushandlungstheorie und Posschardts Milieu-Kritik: Wie der Staat zum Kampffeld wird statt zum Rahmen des Handelns.

Carlo Cipolla — Die fünf Gesetze der Dummheit

Cipolla und Žižek (Idiot/Debiler) liefern komplementäre Dummheits-Taxonomien: Cipolla klassifiziert nach Nutzen/Schaden, Žižek nach Verhältnis zum „gesunden Menschenverstand”

Dietrich Bonhoeffer — Theorie der Dummheit

Bonhoeffers These, dass Dummheit ein soziologisches, kein intellektuelles Phänomen ist, stützt direkt Stefans Hegemon-Analyse: Der Debile denkt nicht schlecht, er denkt im Stegreif

Jonathan Haidt — Die moralischen Wurzeln von Liberalen und Konservativen

Haidts Moral-Foundations-Theorie liefert das psychologische Unterfutter für den Hegemon: Verschiedene Moralsysteme erzeugen verschiedene Rechtfertigungspflichten im selben Raum

Philip Manow — Autoritäre Zeiten: Die Macht der Wähler

Manows Öffnung/Schließung-Modell erklärt präzise, warum Lehnerts „länger arbeiten, weniger Urlaub” im AfD-Wählermilieu verfängt

Wilhelm Heitmeyer — Die Durchrohung der Gesellschaft

Heitmeyers These der entsicherten Mitte und der Individualisierung als Gewaltquelle spiegelt sich in Mel Robbins’ Let-Them-Philosophie: Wenn Solidarität verfällt, wird Entsolidarisierung zum Bestseller

Evan Osnos — Megayachten und die Seele der Ultrareichen

Doctorows Systemkritik (nicht Elon Musk ist das Problem, sondern das halbe Trillion-Vermögen) ist das direkte Gegenmodell zu Osnos’ Porträt individueller Ultrareicher

MONITOR — AfD-Erfolg trotz Skandalen

MONITOR dokumentiert die Normalisierung, die Lehnert hier offen als Strategie benennt: manipulieren, bis das Volk gewonnen ist

Rainer Mausfeld — Warum schweigen die Lämmer

Mausfelds Medien- und Manipulationsanalyse ist das akademische Gegenstück zu Kumkars drei Faktoren der gefühlten Polarisierung

Die Neuen Zwanziger — Salon Lektueren Februar 2026

Vorgänger-Salon: Ulrike Herrmanns „Geld als Waffe” — Russland, China, westliche Passivität

Steinke und Marinić — Quo vadis Meinungsfreiheit?

Kubitscheks “politischer Staat, in dem über bestimmte Dinge nicht mehr diskutiert wird” ist die ideologische Zielbeschreibung für das, was Marinić als “Meinungsfreiheit als Waffe der Autoritären” analysiert. Der Hegemon-Begriff erklärt das Paradox: Wer bestimmt, wer Rechtfertigungspflichten hat, kann “Freiheit” als Hebel nutzen, um unerwünschte Meinungen aus dem Diskurs zu drängen — unter dem Banner der Meinungsfreiheit selbst.