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Gedankenraum
Zeitgeist·27. September 2026·1:16 h·51 Belegstellen

Marco Bülow — Korrumpiert

Korruption kommt selten mit dem Geldkoffer. Neunzehn Jahre Bundestag, erzählt von einem, der das Spiel kennengelernt, fast mitgespielt und dann benannt hat, kurz bevor er starb.

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Félix Vallotton — Holzschnitt: ein Kaminzimmer in einem Grandhotel, auf der einen Seite der Tafel Konzernmanager, auf der anderen junge Abgeordnete, hinter jedem ein Diener in Livree, und alle heben im selben Augenblick die silbernen Hauben von den Tellern. In der Mitte lacht einer laut los. Das ist Bülows Abend im Adlon, der Moment, in dem Wohlfühllobbyismus komisch wird und trotzdem wirkt. Vallotton, weil seine Holzschnitte das bürgerliche Interieur mit schwarzen Flächen und einem Zwinkern zeigen: Man sieht die Eleganz und die Falle darin zugleich. Die Note malt Vallotton, die Vita Edward Hopper.

Prompt: Wide 1200x500 panoramic black-and-white woodcut in the manner of Félix Vallotton's intimist woodcuts (Intimités, La Paresse, Le Dîner effet de lampe): large flat areas of deep solid black, crisp white shapes, no gradients, bold simplified silhouettes, sly understated satire. An opulent private dining room with a fireplace in a grand hotel: at a long table sit three well-dressed older company executives on one side and three younger men on the other. Behind each diner stands a servant in livery, and all six servants lift gleaming silver domed cloches from the plates at exactly the same moment, a synchronized gesture. One young man in a plain dark shirt, without a tie, bursts out laughing, a hand at his mouth, while the others sit stiff and composed. Candles, a heavy curtain, a portrait frame on the wall left blank and dark. Strong black-white contrast, elegant composition. Absolutely no signature anywhere, no monogram, no initials, no text, no letters, no caption, no logos. The four corners and the bottom strip are clean plain black or white areas. Not photorealistic.

Worum es geht

Korruption kommt selten mit dem Geldkoffer. Marco Bülow saß neunzehn Jahre im Bundestag, und in seinem letzten Buch erzählt er, wie man dort angefüttert wird: erst ein nettes Gespräch, dann ein Platz auf dem Podium, dann ein Gesetzentwurf, den man noch gar nicht haben dürfte, und irgendwann eine Bitte, die man nicht mehr abschlägt. Im Gespräch mit Martin Sonneborn wird daraus ein Befund über ein Parlament, das abnickt, über Spenden, Drehtüren und eine Justiz, die dem großen Geld kaum nachkommt. Man bekommt das seltene Zeugnis eines Insiders, der sich selbst mitbelastet, und dazu einen zweiten Teil über Aufrüstung, in dem aus der Beobachtung eine Kampagne wird. Bülow starb im Januar 2026 mit 54 Jahren; der Vortrag an der Volksbühne, aus dem der Schluss dieser Note stammt, war einer seiner letzten Auftritte.

Quelle: Korrumpiert | Martin Sonneborn & Marco Bülow — Buchvorstellung im Westend Verlag, 30.03.2025, 78 Minuten, Gespräch mit Martin Sonneborn Zweite Quelle: Marco Bülow: Korruption! — Vortrag beim Festival „Krieg & Frieden“ an der Volksbühne Berlin, 09.11.2025, veranstaltet von Sibylle Berg und Martin Sonneborn

Wer spricht?

Marco Bülow (1971 in Dortmund, † Januar 2026) saß von 2002 bis 2021 im Bundestag, fünfmal direkt gewählt im Wahlkreis Dortmund I, lange für die SPD, deren Arbeitsgruppe Umwelt er von 2005 bis 2009 als Sprecher führte. Er stimmte oft gegen die eigene Fraktion — nach den Daten von abgeordnetenwatch in rund 88 von gut 300 namentlichen Abstimmungen seiner SPD-Zeit, von Afghanistan-Mandaten über Griechenland-Pakete bis zum Asylpaket II. 2015 stieß er mit Gerhard Schick (Grüne) einen freiwilligen Verhaltenskodex für Abgeordnete an, den bis 2020 nur 39 von 709 unterschrieben. 2018 verließ er Partei und Fraktion aus Protest gegen die Große Koalition, behielt aber das Mandat; 2020 wurde er der erste Bundestagsabgeordnete der PARTEI, 2021 schied er mit 8,6 Prozent in seinem Wahlkreis aus. Danach schrieb er für die Berliner Zeitung, Telepolis, Overton und die NachDenkSeiten, betrieb den Kanal „LobbyLand“ und trat zuletzt oft in Runden der Friedensbewegung und im Umfeld von Manova auf. Bücher: Wir Abnicker (2010), Lobbyland (2021), Korrumpiert (2025). Er starb im Januar 2026 mit 54 Jahren.

→ DenkerVita

Martin Sonneborn ist Gesprächspartner der Buchvorstellung und Mitveranstalter der Volksbühne: Satiriker, Vorsitzender der PARTEI, seit 2014 fraktionsloses Mitglied des Europaparlaments. → DenkerVita

Einordnung — wie man das lesen sollte
  • Was trägt: Der Kern ist ein Zeugnis von innen, und es belastet den Erzähler mit. Bülow beschreibt, wie man angefüttert wird, lange bevor Geld fließt, und wie Fraktionszwang und Waschzettel das Parlament zum Abnicker machen. Die belegten Fälle, die er anführt, halten fast alle: Spahns Spendendinner, die Maskenprovisionen, die Spenden einer Rheinmetall-Tochter an Ausschussmitglieder, die Großspenden im Wahlkampf 2025.
  • Was nicht trägt: Wo er hochrechnet oder verallgemeinert, geht fast jeder Fehler in dieselbe Richtung, zu „Geld kauft Politik, nichts ändert sich, die Medien schweigen“. Eine Karenzzeit für Abgeordnete gibt es nicht; nach der Maskenaffäre kam sehr wohl ein neuer Straftatbestand; über den Korruptionsindex wurde breit berichtet; „ein Tag Rüstung beendet den Hunger“ wären in Wahrheit vier bis sieben Tage. Was nicht ins Bild passt, fehlt: die Urteile in der Aserbaidschan-Affäre, die verlorene Klage der PARTEI.
  • Der Aufrüstungsteil ist Kampagne mit berechtigtem Kern. Seit 2015 ist der Etat stark gestiegen, und die Frage, wohin das Geld geht, ist legitim. „Kaputtgespart ist eine Lüge“ geht aber nur auf, wenn man die Jahre 1990 bis 2014 und die Kaufkraft der russischen Rüstungsausgaben weglässt.
  • Interesse: Geld ist nicht im Spiel, und er hat für seine Haltung mit der Parteikarriere bezahlt. Im Spiel sind ein Buch, eine Mission und ein spätes Umfeld (Sonneborns Festival, NachDenkSeiten, Manova), in dem ihm kaum jemand widersprach.
  • Kurz: Als Zeuge glaubwürdig, als Statistiker unzuverlässig. Die Kapitel über den Bundestag kann man ernst nehmen; die Zahlen besser im Faktencheck nachsehen.

Das böse Wort

4:00 — Bülow beginnt mit einer Lesung aus seinem Buch, und die erste Zeile setzt den Ton für den ganzen Abend:

„Korrupt, dieses böse Wort wird bei uns gemieden. Korrupt sind Autokraten, Diktatoren in fernen Ländern.“ 4:00

Hören — 4:00

In Deutschland, so die Erzählung, die er angreift, gebe es Einzelfälle, schwarze Schafe, einen Amthor, einen Spahn. Bülow will den Begriff zurück an seine Wurzel führen. Das lateinische corruptus heißt verdorben, bestochen, verkehrt, und gemeint sei mit Korruption der Missbrauch einer Vertrauensstellung 6:15. Das Geld ist nur eine Form der Gegenleistung. Es reiche, dass jemand seine Position und seine Kontakte nutzt, um einem anderen einen privaten Vorteil zu verschaffen, und dafür irgendwann vergütet wird, mit einem Gefallen, einem späteren Posten, einem Aufsichtsratsmandat 7:46.

So gelesen sei Korruption im Bundestag „Gang und Gäbe“. Den naheliegenden Einwand nimmt er gleich selbst vorweg: Sind also alle korrupt? Nein, sagt er, die meisten kommen gar nicht in die Lage. Sie arbeiten an Themen, bei denen es um wenig Profit geht, oder sitzen nie dort, wo entschieden wird. Korrumpiert werden die, die Karriere machen wollen, und sie lernen es von den Älteren, „die schon längst in dieser Korruptionsfalle drin sind“ 8:33. Sein Urteil fasst er in einem Satz aus Dortmunder Fußballsprache: Geld schießt keine Tore, das zeige der BVB gerade. Schlimmer sei der andere Satz: „Geld kauft Politik, Geld kauft auch Demokratie.“ 9:18

Für diesen Zustand borgt er sich ein Wort ausgerechnet von Angela Merkel: die marktkonforme Demokratie 5:30. Die Politikwissenschaft habe mit Postdemokratie und Fassadendemokratie längst Begriffe dafür, nur in der Öffentlichkeit spiele man noch das Spiel, davon sei man weit entfernt. An der Volksbühne legt er nach: Mit „dem Markt“ seien nicht wir alle gemeint, sondern einige wenige Oligopole 3:18. An dieser Stelle trifft er sich mit der Oligarchie-These, die Michael Hartmann aus der Elitenforschung und Philipp Blom als Historiker vertreten.

Weitergedacht

Wenn Korruption schon beginnt, wo jemand seine Stellung für einen späteren Vorteil nutzt — wo verläuft dann die Grenze zwischen Korruption und dem ganz normalen Netzwerken, ohne das keine Karriere auskommt, auch keine ehrliche?

Wohlfühllobbyismus: Wie man fast Lobbyist wird

19:16 — Das Herzstück des Abends ist eine Geschichte gegen sich selbst. 2002 kommt Bülow als junger Abgeordneter in den Bundestag, direkt gewählt in Dortmund, Mitglied der rot-grünen Regierungskoalition, im Umweltausschuss, genau dort, wo in den frühen Nullerjahren um Energie und Klima gerungen wird. Er merkt schnell, dass er mit wissenschaftlichen Grundlagen nicht weit kommt und mit Argumenten auch nicht. Man braucht starke Verbündete, und man muss sich „vor den Karren eines Profitlobbyisten spannen lassen“.

Die Lobbyisten kommen ohne Forderung. Bülow nennt das Wohlfühllobbyismus 20:02: nette Gespräche, ein vorsichtiges Abtasten, Einladungen zu Runden, bei denen die Geschäftsführung eines Konzerns mit am Tisch sitzt. Dann das Podium, 150 Gäste aus Wirtschaft, Medien und Politik. Das Unternehmen sucht die Abgeordneten selbst aus, und es wählt die, die ihm vielleicht einmal nach dem Mund reden werden; wer das schon tut, braucht keine Einladung 21:37. Die Wirkung bemerkt er erst hinterher, in der eigenen Fraktion: Der hat auf dem Podium gesessen, der hat Kontakte, der wird wichtig.

Dann kommt ein Gefallen, der mehr wiegt. Ein Energielobbyist steckt ihm einen Gesetzentwurf aus dem SPD-geführten Ministerium zu, den er als Abgeordneter im zuständigen Ausschuss noch gar nicht haben dürfte 22:25. Die Pointe erzählt er selbst: Er bekommt den Entwurf von der Lobby, nicht umgekehrt, und wahrscheinlich hat die Lobby ihn mitgeschrieben. Seine Kollegen staunen, er verrät die Quelle nicht, und wieder ist er ein Stück wichtiger geworden. Der Rest ergibt sich:

„Und irgendwann kommt man gar nicht mehr raus aus der Nummer, dann ist man denen was schuldig und dann gibt es irgendwann natürlich keine Forderung […], sondern eine Bitte und dann schlägst du diese Bitte auch nicht ab.“ 23:56

Im Gespräch — 23:56

Dieser Abschnitt trägt die ganze Note. Bülow beschreibt hier keinen Gegner. Er beschreibt, wie es sich anfühlt, wenn man selbst gemeint ist, und er gibt zu, dass es sich gut anfühlt. An der Volksbühne fügt er hinzu, was das Spiel stabil hält: Wer einmal mitgemacht hat, schweigt, denn wenn herauskommt, was man schon mitgemacht hat, gerät man selbst ins Rutschen. Und wer mitspielt, macht Karriere; die sich wehren, stehen später auf Bühnen wie dieser und erzählen davon 7:54. Wo er selbst die Grenze zog, erzählt er an einer zweiten Szene: ein Abendessen im Kaminzimmer des Adlon, drei SPD-Abgeordnete, drei Manager eines Energiekonzerns, für jeden Gast ein Diener in Livree, und die silbernen Hauben werden gleichzeitig abgehoben. Bülow musste laut lachen, verzichtete auf Whisky und Zigarre und gibt trotzdem zu: „Es ist nicht so, dass das nicht irgendwie einen jungen Abgeordneten beeindruckt.“ 62:43 Danach schrieb er sich einen eigenen Ethikkodex.

Weitergedacht

Bülow hat das Podium, den Entwurf und den Aufstieg angenommen, und die Bitte am Ende hat er abgeschlagen. Was unterscheidet ihn von denen, die mitspielten — Charakter, ein sicherer Wahlkreis mit 57 Prozent, oder einfach der Zeitpunkt, an dem ihm jemand das Spiel erklärt hat?

Der Waschzettel: Ein Parlament, das abnickt

23:10 — Warum ist ein vorzeitig zugesteckter Entwurf so wertvoll? Weil das Parlament ihn sonst zu spät bekommt, um noch etwas zu ändern. Die Gesetze kommen aus den Ministerien, werden schnell beraten, und wer ändern will, gilt als illoyal gegenüber der eigenen Regierung. Dazu kommt ein Detail, von dem außerhalb des Bundestags kaum jemand weiß: der Waschzettel. Das Ministerium liefert den Abgeordneten der Koalition mit dem Gesetz eine Anleitung, wie es in der Fraktion zu vertreten ist, und auch für die Ausschusssitzungen gibt es solche Blätter, die dann vorgelesen werden. „Kein Witz, funktioniert leider so.“ 23:56

Bülow schlägt damals im Grundgesetz nach. Dort steht, dass der Bundestag entscheidet und die Regierung kontrolliert. Ein Kollege klärt ihn auf: Das habe er falsch verstanden, kontrolliert würden sie. An der Volksbühne führt er das weiter aus 14:00. Artikel 38 macht den Abgeordneten nur seinem Gewissen verantwortlich, in der Praxis aber regiert der Fraktionszwang. Wer abweicht, wird kaltgestellt, und wenn er über die Landesliste kam, verschwindet er beim nächsten Mal; Bülow hielten nur sein Wahlkreis und die Urwahl der Dortmunder Basis. Eine SPD-Kollegin habe unter Tränen erklärt, sie habe den Abschiebungen nach Afghanistan zustimmen müssen. Bülow widerspricht ihr: „Nein, musst du nicht. […] Das ist sogar deine Pflicht im Bundestag und nicht das zu tun, was die Regierung will.“ 14:46

Das stärkste Bild des Vortrags gilt den Abstimmungen 18:36. Vor den Urnen steht jemand aus der Fraktion und zeigt an, welche Karte hineingehört; die meisten Abgeordneten tragen eine Tasche mit den drei Farben bei sich. Dass es früher anders war, belegt er mit Herbert Wehner, zu dem die Regierung noch kam und fragte, was sie tun dürfe 17:04, und mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, das sich im Jahr 2000 aus dem Parlament heraus eine Mehrheit suchte. Heute werde der Fraktionszwang nur noch bei Gewissensfragen wie Sterbehilfe und Organspende aufgehoben, und das seien, sagt er, die besten Debatten, die der Bundestag führe.

Hier ist Bülow am stärksten und am ungenauesten zugleich. Die Koalitionsdisziplin ist real, der Befund einer Exekutive, die das Parlament vor sich hertreibt, wird auch in der Politikwissenschaft vertreten. Dass Oppositionsanträgen aber „niemals“ zugestimmt werde und die Regierung „überhaupt nicht beschließen“ könne, ist zugespitzt (→ Faktencheck). Die Figur dahinter trägt trotzdem: Wo die Mehrheit der Regierung und die Mehrheit im Parlament dieselben Leute sind, schrumpft die Gewaltenteilung auf die Opposition und die Gerichte.

1.500 gegen 630: Die Fallhöhe

24:43 — Abhängigkeit, sagt Bülow, können nur die herstellen, die sie sich leisten können. Bei Initiativen, Verbänden und Vereinen habe er oft selbst nachfragen müssen, was sie überhaupt wollten, weil ihnen die Leute fehlten, die Abgeordneten den ganzen Tag zu bespielen. Dann nennt er eine Zahl aus dem Lobbyregister: Die Finanzbranche investiere rund 200 Millionen Euro im Jahr und habe 1.500 Lobbyisten gemeldet (die Zahlen stammen aus einer Finanzwende-Schätzung von 2021, das Register selbst zeigt weniger, → Faktencheck), gegenüber 630 Abgeordneten im neuen Bundestag 25:28. Alle NGOs zusammen kämen nicht annähernd auf so viele Mitarbeiter.

Sonneborn wirft trocken ein, die Grünen hätten ziemlich aufgestockt. Bülow gibt ihm ein Stück recht: Es gebe NGOs, die staatlich finanziert und dadurch „ein bisschen gesteuert“ seien, da solle man hinschauen 26:14. Die Asymmetrie hält er trotzdem für den Kern. Hier steckt ein Begriff, den er über Jahre geprägt hat: Profitlobbyismus. Lobbyismus an sich, das Vertreten von Interessen, hält er für legitim. Gefährlich wird er dort, wo hinter dem Interesse Geld in einer Größenordnung steht, gegen die kein Gegeninteresse ankommt.

Weitergedacht

Wenn Macht im Lobbyismus aus Personal und Geld entsteht — hilft dann Transparenz überhaupt, oder zeigt das Lobbyregister nur genauer, wer ohnehin gewinnt?

Die Grauzone hat Adressen

27:47 — Der mittlere Teil des Abends ist ein Gang durch bekannte Fälle, und die beiden erzählen sie abwechselnd. Parteispenden sind in Deutschland nicht gedeckelt, und unterhalb bestimmter Schwellen erfährt die Öffentlichkeit nicht, wer gezahlt hat. Jens Spahns Abendessen in Leipzig im Herbst 2020, zu dem die Gäste je bis zu 9.999 Euro spendeten, knapp unter der Grenze, ab der Spender namentlich im Rechenschaftsbericht stehen, nennt Bülow „Methode“ 28:32. Den Fall hat SPIEGEL TV ausgeleuchtet. Sonneborn steuert den Immobilienunternehmer Christoph Gröner bei, der der Berliner CDU 2020 rund 820.000 Euro spendete und im Deutschlandfunk erzählte, an welche Bedingungen er die Spende geknüpft hatte 29:17. Die Bundestagsverwaltung sah darin kein Problem, dieselbe Verwaltung, die Die PARTEI wegen ihres satirischen Geldverkaufs durch drei Instanzen getrieben hatte. Die PARTEI hat deshalb selbst geklagt, und Sonneborn rechnet an diesem Abend schon mit einer Rückforderung von 2,5 Millionen an die CDU. Das Verwaltungsgericht Berlin wies die Klage im September 2025 ab; Gröner erklärte als Zeuge, er habe in den Interviews „gelogen“ (→ Faktencheck).

Dann die Maskenaffäre, mit der Bülow sein Buch eröffnet 36:10. Abgeordnete nutzten die Not der Pandemie, vermittelten Masken ohne Ausschreibung und kassierten Provisionen in Millionenhöhe. Dass Georg Nüßlein am Ende straffrei blieb, empört ihn am meisten, weil er zehn, zwölf Jahre mit ihm über Energiepolitik gestritten hatte und wusste, wessen Papiere Nüßlein vortrug 38:25. Noch schlimmer findet er, dass danach kein großer Aufschrei kam: Ehrenerklärungen aller Fraktionen, dann versandete das Thema. Ganz so still war es nicht. 2021 verschärfte der Bundestag die Offenlegung der Nebeneinkünfte, und seit Juni 2024 steht mit § 108f StGB ein Straftatbestand für genau solche Provisionen im Gesetz, den Kritiker für zu eng halten. Sonneborn ergänzt eine Pointe gegen sich selbst. Die PARTEI bekam damals die übrig gebliebenen Masken eines Berliner Unternehmers gespendet, gab sie an die Tafeln weiter und erhielt dafür unbeabsichtigt staatliche Parteienfinanzierung 39:57.

Am Ende steht die Drehtür 43:44. Wer aus Regierung oder Parlament direkt zur Lobby wechselt, sollte eine Abkühlphase einhalten, und niemand setze sie durch. Bülow nennt Sigmar Gabriel, der auf den Einwand der Verwaltung nur gesagt habe, das sei ihm egal. Hier geht einiges durcheinander: Eine Karenzzeit gibt es für Minister und Parlamentarische Staatssekretäre, nicht für Abgeordnete; die Regierung hat solche Wechsel durchaus schon untersagt; und für Gabriel ist kein Verbot belegt, über das er sich hinweggesetzt hätte (→ Faktencheck). Seine allgemeinere Beobachtung hält: Die Lobby konzentriere sich längst auf die Ministerien, weil der Bundestag ohnehin abstimmt, was die Regierung vorlegt, und die Ministerien überdauern jeden Wechsel der Farben 45:15. Am Finanzministerium zeigt er, was er meint: Ob Schäuble, Scholz oder Lindner, die Linie sei dieselbe geblieben, und in der umgekehrten Drehtür seien Leute aus der Finanzbranche Staatssekretäre geworden 72:46.

Sonneborns Brüssel: Staaten als Lobbyisten

10:04 — Sonneborn ist an diesem Abend Fragesteller und Kabarettist, und er hat seinen eigenen Stoff. Er sei in die Politik gegangen, um sich korrumpieren zu lassen, und enttäuscht, wie selten Angebote kamen. Hinter den Witzen stehen elf Jahre im Europaparlament. Er erzählt von Eva Kaili, der griechischen Vizepräsidentin, bei der im Katargate-Skandal Taschen voller Bargeld gefunden wurden und die nach der Untersuchungshaft wieder im Plenum saß 12:21. Er erzählt von Radosław Sikorski, der als Europaabgeordneter neben den Diäten sechsstellige Nebeneinkünfte bezog, unter anderem als Berater einer Konferenz in den Emiraten 70:28. Und von einem Huawei-Empfang in den Kellern des Parlaments, bei dem man ihn mit Champagner abfüllte und dann vor die Kamera bat 58:55.

Der ernste Kern dieses Teils heißt Aserbaidschan 15:27. Lobbyarbeit machen nicht nur Konzerne, sagt Bülow, sondern auch Staaten. Die „Kaviar-Diplomatie“ des Regimes in Baku hat Abgeordnete im Europarat und im Bundestag gekauft; zwei frühere Unionsabgeordnete, Eduard Lintner und Axel Fischer, wurden Jahre später angeklagt und inzwischen zu Bewährungsstrafen verurteilt; die beiden erwähnen das nicht, obwohl es ihr Bild von der folgenlosen Korruption stören würde. Sonneborn verbindet das mit Bergkarabach, das Aserbaidschan 2023 aushungerte und eroberte, bis über 100.000 Armenier flohen, während Europa neue Gasverträge mit Baku schloss 17:45. Hier zeigt sich, was Korruption außenpolitisch kostet: Das Schweigen über ein Verbrechen lässt sich kaufen.

Europa, so Sonneborns Diagnose, sei für die Lobby ohnehin der effizientere Ort: Wer in Brüssel etwas durchsetzt, erreicht 27 Staaten auf einmal, und es gibt keine europäische Öffentlichkeit, die hinsieht 67:22. Man kann das neben Nico Semsrotts Abschlussreferat lesen, der dieselben fünf Jahre im selben Parlament aus der Nähe beschrieben hat, mit weniger Witz und mehr Belegen.

Wo aus dem Befund eine Kampagne wird: Aufrüstung

48:20 — Im letzten Drittel wechselt Bülow das Register. Die Bundeswehr sei gar nicht kaputtgespart, sagt er, das sei eine Lobbylüge. Der Verteidigungsetat sei schon vor dem russischen Überfall auf die Ukraine der am stärksten gewachsene Haushalt gewesen, auf über 50 Milliarden, während Umwelt, Katastrophenschutz, Gesundheit und Bildung gekürzt wurden 49:06. Wenn die Truppe trotzdem nicht einsatzfähig sei, müsse man fragen, wohin das Geld gegangen ist: in Waffensysteme, die nicht funktionieren, in Flugzeuge, die in Deutschland nicht landen können 51:21. Dann folgt der Vergleich, der an beiden Abenden wiederkehrt: Weltweit würden über 2,5 Billionen für Rüstung ausgegeben, für die Hungerhilfe kämen nicht einmal 12 Milliarden zusammen, und schon ein Tag weniger Rüstung könne den Hunger beseitigen 55:54.

An der Volksbühne, auf einem Festival, das „Krieg & Frieden“ heißt, wird dieser Teil zum Hauptteil. Rheinmetall als Gewinner, die Sponsoring-Partnerschaft mit Bülows BVB, ein früherer SPD-Kollege, der Abendessen für die Waffenlobby ausrichtete und heute für Rheinmetall arbeitet 46:00. Am Ende steht Marie-Agnes Strack-Zimmermann, über deren Anwesenheit im Europaparlament er erzählt, was er „jetzt auch noch gehört habe“ 47:34.

Die Frage nach den Prioritäten ist berechtigt, und die Frage, ob das Geld in der Beschaffung versickert, stellt auch der Bundesrechnungshof seit Jahren. Was Bülow daraus macht, ist etwas anderes. Im Kern des Buches beschreibt er Mechanismen, die er selbst erlebt hat. Hier schreibt er die Absicht dem Ergebnis zu: Weil Rüstungskonzerne verdienen, müsse die Begründung für die Aufrüstung gelogen sein. Die Bedrohung, die andere Staaten Europas an der Ostflanke sehr konkret empfinden, kommt in beiden Vorträgen nur als Ausrede vor. Wo seine Zahlen stimmen und wo er sie in Richtung seiner These biegt, steht im Faktencheck; das meiste davon betrifft genau diesen Teil.

Weitergedacht

Bülow hält jedem, der Waffen befürwortet, den Hunger der Welt entgegen. Gilt die Rechnung auch umgekehrt — und wer entscheidet, welche Not die moralisch erste ist: die der Hungernden oder die der Angegriffenen?

Die dritte Gewalt kommt nicht hinterher

73:31 — Zum Schluss des Buchgesprächs geht Bülow von der Legislative zur Justiz. Cum-Ex nennt er „Steuerraub“, der Schaden liege in zweistelliger Milliardenhöhe, verurteilt worden seien nur wenige, und zugleich habe der Bundestag die Aufbewahrungsfristen für Buchungsbelege verkürzt und das als Bürokratieabbau verkauft. Den Namen, der für ihn alles zusammenfasst, nennt er mit Respekt: Anne Brorhilker, die Kölner Oberstaatsanwältin, die jahrelang Cum-Ex-Fälle verfolgte und 2024 hinwarf, um zur Bürgerbewegung Finanzwende zu gehen 75:01. Wenn die Justiz schlecht ausgestattet sei, verfolge sie die kleinen Fälle und verliere die großen, und über diese dritte Gewalt müsse man genauso reden wie über die beiden anderen.

Die Justiz verschwindet in Korruptionsdebatten oft hinter Parlament und Regierung. Bülow setzt sie an den Schluss und fragt, wie belastbar ein Recht ist, das sich gegen die Mächtigen kaum durchsetzen lässt. Seine Zahl von 125 Milliarden Euro Steuerhinterziehung pro Jahr stammt aus einer umstrittenen Hochrechnung (→ Faktencheck); die Beobachtung, dass Ermittler dem großen Geld unterlegen sind, bestätigt Brorhilker aus eigener Erfahrung.

Korrektiv und Kollektiv: Das Vermächtnis

39:54 — Der Vortrag an der Volksbühne endet, wo er angefangen hat. Schon im ersten Satz hatte Bülow sich zu einer „permanenten Revolte“ bekannt 0:13, in Anlehnung an Camus: Auch erfolgreiche Revolutionäre missbrauchen die Macht, also darf der Widerspruch nie aufhören, und gerade wenn die eigene Seite gewinnt, müsse man am wachsamsten sein. Am Schluss bekommt die Revolte zwei Wörter:

„Was wir brauchen ist Korrektiv und Kollektiv.“ 40:41

Im Gespräch — 40:41

Das Korrektiv sei überall zurückgegangen, in den Medien, in der Öffentlichkeit, in den Parteien, und es komme nur zurück, wenn viele gemeinsam eine starke Stimme bilden. Dann sagt er einen Satz, den man von einem Mann, der neunzehn Jahre im Bundestag saß, nicht erwartet 41:26: Die repräsentative Demokratie sei schon immer ein elitäres Modell gewesen, das Volk sei aus Abstimmungen und Bürgerräten herausgehalten worden, und das habe er immer für einen Fehler gehalten. Die Menschen müssten mehr Rechte haben, als nur wählen zu gehen. Und die Ausrede der Koalition, man könne ja nicht anders, lässt er nicht gelten: Dann gebe es eben keine Koalition mehr, man müsse seine Leitplanken benennen, „bis hierhin und nie weiter“ 42:12.

Sein Schlusswort ist ein Satz, den er schon als Abgeordneter zu seiner Regel gemacht hatte:

„Ich habe immer gesagt als Abgeordneter, die Bevölkerung ist meine Chefin und eben nicht der Fraktionsvorsitzende und vor allen Dingen nicht der Lobbyist.“ 48:20

Im Gespräch — 48:20

Knapp drei Monate später war Marco Bülow tot. Ardalan Ibrahim erwähnte diesen Vortrag im September 2026 bei Jung & Naiv als sehenswert, und die Verbindung ist mehr als ein Zufall der Empfehlung. Bülow liefert die Diagnose aus dem Maschinenraum: ein Parlament, das abnickt, Abgeordnete, die man mit Zugang statt mit Geld gewinnt, eine Justiz, die nicht hinterherkommt. Ibrahim schlägt eine Therapie vor, die genau dort ansetzt, wo Bülow den Fehler verortet: Ausgeloste Bürger haben keine Karriere zu verlieren, sitzen auf keinem Podium und sind keinem Lobbyisten etwas schuldig. Ob das Los die Wohlfühlfalle wirklich umgeht oder nur neue Zugänge für die Lobby schafft, ist die offene Frage, die beide Notes verbindet.

Weitergedacht

Bülow wollte das Korrektiv im Parlament stärken und landete am Ende bei den Bürgerräten. Heißt das, dass er den Abgeordneten nicht mehr zutraute, sich selbst zu kontrollieren — und hätte ein ausgeloster Bürger dem Wohlfühllobbyismus besser widerstanden als der junge Bülow 2002?


Faktencheck

Geprüft gegen beide Transkripte und die Primärquellen. Maßstab ist die Frage, ob ein Fehler dem Sprecher nützt; Versprecher und Transkriptionsfehler sind still korrigiert.

Die Richtung der Fehler

Wo Bülow von selbst Erlebtem oder gut Dokumentiertem spricht, hält er fast durchgehend, und einzelne Zahlen untertreibt er sogar gegen die eigene These. Die echten Fehler sind aber nicht zufällig verteilt: Fast jeder schiebt das Bild in Richtung „Geld kauft Politik, nichts ändert sich, die Medien schweigen“. Das deutlichste Signal ist ein Widerspruch zwischen den beiden Auftritten: Die Zahl der Kinder, die an Hunger sterben, liegt im März bei „konservativ zwei bis drei Millionen“, im November bei fünf.

Bundestag, Lobby, Parteispenden

Vereinfacht — Finanzlobby: 200 Millionen Euro und 1.500 Lobbyisten

Die Zahlen stammen aus der Finanzwende-Studie „Ungleiches Terrain“ (2021), einer Schätzung aus Verbandswebsites und LinkedIn, nicht aus dem Lobbyregister, das es damals noch nicht gab. Im Register nennen die zehn größten Akteure der Finanzbranche heute 442 bis 610 Lobbyisten und rund 40 Millionen Euro. Nicht haltbar ist „alle NGOs zusammen nicht mal 1.500 Mitarbeiter“: Allein der Verbraucherzentrale Bundesverband steht mit 12,7 Millionen Euro (2024) auf Platz 2 aller Registereinträge. Bülow sagt selbst „glaube ich“, und Sonneborn wirft ein: „Vielleicht musst du die Zahlen mal überprüfen.“ Quelle: Finanzwende: Ungleiches Terrain · tagesschau, 05.01.2026

Bestätigt — Parteispenden ungedeckelt, Veröffentlichung erst ab 10.000 Euro

Eine Obergrenze gibt es nicht. Namentlich im Rechenschaftsbericht steht ein Spender erst ab 10.000 Euro, und der erscheint mit rund anderthalb Jahren Verzug; sofort gemeldet werden muss eine Spende ab 35.000 Euro (bis Juli 2024: 50.000). Bülow ist eher zu mild: Spenden unter 10.000 Euro tauchen nie namentlich auf. Quelle: § 25 PartG

Bestätigt — Spahns Spendendinner

Leipzig, 20.10.2020: Die Gäste wurden um Spenden von je 9.999 Euro gebeten, knapp unter der Schwelle für die namentliche Nennung. Quelle: SPIEGEL

Vereinfacht — Gröner-Spende und die Klage der PARTEI (Sonneborn)

Die Tatsachen stimmen: Gröner spendete 2020 rund 800.000 Euro an die Berliner CDU und nannte im Mai 2021 im Deutschlandfunk Kultur Bedingungen; die Bundestagsverwaltung stellte ihre Prüfung 2023 ein. Sonneborns Prognose ist gescheitert: Das VG Berlin hielt die Klage im Mai 2025 für zulässig und wies sie am 30.09.2025 als unbegründet ab. Gröner sagte als Zeuge, er habe in den Interviews „gelogen“, und das Gericht hielt das für glaubhaft. Die „70.000 Unterschriften“ ließen sich nicht belegen. Quelle: VG Berlin, PM 41/2025 · LobbyControl zum Urteil

Bestätigt — Der Geldverkauf der PARTEI, gewonnen in drei Instanzen

Die PARTEI gewann vor VG, OVG und Bundesverwaltungsgericht (13.05.2020, 6 C 16.18); die Verwaltung hatte zusammen rund 456.000 Euro gefordert. Seit 2015 zählt für die Parteienfinanzierung der Gewinn statt des Umsatzes. Quelle: Jurios zum BVerwG-Urteil

Vereinfacht — Maskenaffäre: „danach keine Diskussion mehr“

Der Kern stimmt: Der BGH entschied im Juli 2022, dass § 108e StGB nicht greift, Nüßlein und der Landtagsabgeordnete Sauter durften ihre Provisionen behalten. Einen Schuldspruch gab es allerdings nie, die Entscheidung fiel im Arrestverfahren. Verschwiegen wird, was danach geschah: 2021 wurden die Transparenzregeln des Abgeordnetengesetzes verschärft (Nebeneinkünfte betragsgenau, bezahlte Lobbyarbeit verboten), seit 18.06.2024 gilt § 108f StGB („unzulässige Interessenwahrnehmung“). Kritiker halten ihn für zu eng, aber an Diskussion hat es nicht gefehlt. Quelle: LTO zum BGH-Beschluss · ADVANT Beiten zu § 108f · Bundestag 2021

Falsch — Karenzzeit für Abgeordnete, Gabriel habe ein Verbot ignoriert

Drei Fehler in einem Satz. Für Abgeordnete gibt es keine Karenzzeit, genau das fordern abgeordnetenwatch und LobbyControl; das Bundesministergesetz gilt seit 2015 nur für Minister und Parlamentarische Staatssekretäre (bis zu 18 Monate). Dass ein Verbot „noch nie“ ausgesprochen wurde, stimmt nicht: Bis 2020 hat die Regierung zehnmal Tätigkeiten untersagt oder beschränkt, 2025 etwa bei Marco Buschmann. Und für Gabriel ist kein Verbot belegt, das er ignoriert hätte; seine Tönnies-Beratung begann zwei Jahre nach dem Ausscheiden. Quelle: Bundestag hib 1307/2020 · FragDenStaat zu Gabriel · Tagesspiegel zu Buschmann

Bestätigt — Rheinmetall-Tochter spendet gezielt an Ausschussmitglieder

Die Tochter Blackned bot vor der Wahl 2025 sieben Abgeordneten aus Haushalts- und Verteidigungsausschuss je 2.000 Euro an, „weil da die Macht ist“; aufgedeckt von der ZEIT. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin stellte das Verfahren ein und nannte es „Klimapflege“. Quelle: ZEIT · abgeordnetenwatch

Bestätigt — Aserbaidschan-Affäre, Strenz, Schwabe (mit Nachtrag)

Die Anklage gegen Axel Fischer (CDU) und Eduard Lintner (CSU) kam im Januar 2024, nach knapp vier Jahren. Inzwischen gibt es Urteile: Lintner neun Monate auf Bewährung (30.07.2025), Fischer ein Jahr und zwei Monate auf Bewährung (22.01.2026, noch nicht rechtskräftig). Karin Strenz starb im März 2021 auf dem Rückflug aus Kuba; Frank Schwabe erhielt vor der COP29 ein Einreiseverbot. Hier hat die Justiz gegriffen, was dem Bild vom folgenlosen System widerspricht. Quelle: tagesschau zu Lintner · LTO zu Fischer · Deutschlandfunk

Bestätigt — Großspenden im Wahlkampf 2025

Stand 22.02.2025: Union rund 8,4 Millionen Euro, FDP 4,9, AfD 4,8, Volt eine Einzelspende von einer Million; insgesamt 23,5 Millionen. Quelle: Le Grand Continent

Vereinfacht — „Oppositionsanträgen wird niemals zugestimmt“ (Volksbühne)

Als Tendenz richtig, das „niemals“ nicht. Das bekannteste Gegenbeispiel: Am 29.01.2025 nahm der Bundestag den Migrationsantrag der damals oppositionellen Union an, mit Stimmen von AfD und FDP. Dazu kommen fraktionsübergreifende Gruppenanträge. Quelle: tagesschau

Bestätigt — Minister müssen Aktienbesitz nicht offenlegen (Volksbühne)

Das Bundesministergesetz kennt keine Vermögenserklärung; in den USA legen Kabinettsmitglieder und Präsident ihr Vermögen offen. Abgeordnete müssen seit 2021 nur Beteiligungen über fünf Prozent der Stimmrechte anzeigen. Quelle: BMinG · § 45 AbgG

Falsch — Deutschland im Korruptionsindex „abgestürzt“, darüber „nicht berichtet“ (Volksbühne)

Im CPI 2024 fiel Deutschland auf 75 Punkte, den niedrigsten Wert seit 2012, und von Rang 9 auf 15. Das ist ein echter Rückgang, aber kein Absturz: Unter 180 Ländern liegt Deutschland im oberen Zehntel. Und berichtet haben tagesschau, ZDF, FAZ, ZEIT und andere. Den Index schreibt Bülow der Bertelsmann Stiftung zu; er stammt von Transparency International. Quelle: Transparency Deutschland · ZEIT

Aufrüstung, Hunger, Haushalt

Vereinfacht — „Die Bundeswehr ist kaputtgespart — das ist eine Lüge“

Für die letzten zehn Jahre hat er recht: Der Verteidigungsetat stieg von 32,4 Milliarden Euro (2014) auf 51,95 (2024) und 62,4 Milliarden (2025), SIPRI misst für 2015–2024 ein Plus von 89 Prozent. Das Wort „kaputtgespart“ meint aber die Jahre 1990 bis 2014, und die blendet er aus. Von 1991 bis 2021 stiegen die Verteidigungsausgaben nominal nur um 35,8 Prozent, die Staatsausgaben insgesamt um 149,5 Prozent, ihr Anteil halbierte sich (Destatis). 2015 lag der BIP-Anteil bei 1,1 Prozent. „Lüge“ ist darum selbst eine Zuspitzung; tragfähig bleibt die Frage, wohin das Geld seit 2015 geflossen ist. An der Volksbühne räumt er selbst ein, das Bild „schlecht ausgerüstet“ sei „nur halb falsch“. Quelle: BMVg · Destatis PM 104/2022 · SIPRI Fact Sheet 2024

Vereinfacht — „Deutschland und Frankreich geben mehr aus als Russland“

Nominal stimmte das für 2023 (Deutschland 66,8, Frankreich 61,3, Russland 109 Milliarden Dollar). 2024 lag Russland bei 149, 2025 bei 190 Milliarden; „mit 100 Milliarden relativ nah an Russland“ (Volksbühne) trägt nicht. Vor allem fehlt die Kaufkraft: Bereinigt gab Russland 2024 laut IISS rund 462 Milliarden Dollar aus, mehr als ganz Europa zusammen. Genau dieser Punkt würde seine Rechnung kippen. Quelle: SIPRI 2025 · Breaking Defense zu IISS

Vereinfacht — „Kampfjets, die in Deutschland nicht landen können“

Gemeint ist die F-35, für die der Fliegerhorst Büchel für bis zu rund zwei Milliarden Euro neu gebaut wird. Der Grund sind Sicherheits- und Infrastrukturauflagen, nicht fehlende Landefähigkeit; aus einer teuren Anpassung wird eine Absurdität. Quelle: tagesschau zu Büchel

Bestätigt — weltweit rund 2,5 Billionen für Rüstung

SIPRI: 2.443 Milliarden Dollar (2023), 2.718 (2024), 2.887 (2025). Bülow nennt eher die niedrigere Zahl, also gegen die eigene These. Quelle: SIPRI 2026

Falsch — „Ein Tag weniger Rüstungsausgaben könnte den Hunger beseitigen“

Ein Tag weltweiter Rüstung sind 6,7 bis 7,4 Milliarden Dollar; die 30 bis 50 Milliarden, die er selbst ansetzt, sind vier bis sieben Tage. An der Volksbühne sagt er „ein paar Tage“, das stimmt. Bei den Kindern widerspricht er sich: Im März nennt er „konservativ zwei bis drei Millionen“, was zur Lancet-Schätzung passt (Unterernährung ist an rund 45 Prozent der Todesfälle unter fünf Jahren beteiligt, etwa 3,1 Millionen), im November „fünf Millionen“, was grob allen Todesfällen unter fünf Jahren entspricht, gleich aus welcher Ursache. Quelle: Black et al., Lancet 2013, doi:10.1016/S0140-6736(13)60937-X (Serie, stark zitiert)

Vereinfacht — 750 Millionen Hungernde, 12 Milliarden Hilfe, 30 bis 50 Milliarden zur Beseitigung

Die 12 Milliarden jährlicher Geberhilfe stimmen (Ceres2030). Die 750 Millionen sind der obere Rand für 2023 (SOFI 2024: 713–757 Millionen); 2024 sank die Zahl auf 673 Millionen, in Afrika steigt sie allerdings. Ceres2030 beziffert den Zusatzbedarf auf 33 Milliarden Dollar im Jahr, um bis 2030 rund 490 Millionen Menschen aus dem Hunger zu holen — ein Modell, keine Garantie, und die wichtigste Ursache bleiben Konflikte. Quelle: FAO: SOFI 2025 · IFPRI zu Ceres2030

Bestätigt — Umweltetat rund 2 Milliarden, davon rund 1 Milliarde nukleare Lasten

Einzelplan 16: 2,4 Milliarden Euro (2024), davon 1,14 Milliarden für Zwischen- und Endlagerung. Falsch ist „immer gekürzt“: Der Etat steigt, für 2026 sind 2,85 Milliarden geplant, dazu Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds. Quelle: Bundestag hib 265/2025

Bestätigt — 40 bis 60 Milliarden umweltschädliche Subventionen

Eher konservativ: Das Umweltbundesamt kommt für 2018 auf 65,4 Milliarden Euro. Quelle: UBA

Vereinfacht — Cum-Ex: „34 Milliarden Steuerraub, fast niemand verknackt“

Die Größenordnung von 34 bis 40 Milliarden Euro ist die Summe aus Cum-Ex und Cum-Cum (Spengel, Brorhilker); wenn er danach sagt, Cum-Cum sei „in der Dimension noch höher“, zählt er doppelt. „Fast niemand verknackt“ stimmt im Kern: In Köln wird gegen rund 1.700 Beschuldigte ermittelt, bei wenigen Prozessen im Jahr. Bestätigt ist die Verkürzung der Aufbewahrungsfrist für Buchungsbelege von zehn auf acht Jahre (Bürokratieentlastungsgesetz IV), ebenso Brorhilkers Wechsel zu Finanzwende im April 2024. Quelle: ZDFheute · Handelsblatt, 28.01.2026 · Haufe

Falsch — Steuerhinterziehung: 125 Milliarden, „Deutschland Nummer 1“, 1 Prozent Aufklärung

Die Zahl stammt von Richard Murphy (City, University of London), aus einer Studie von 2019 im Auftrag der S&D-Fraktion, ohne Peer Review. Deutschland ist dort nicht Nummer 1, Italien liegt mit 191 Milliarden vorn, gemessen am BIP liegt Deutschland im unteren Bereich. Vor allem rechnet die Methode die Schattenwirtschaft hoch, erfasst also überwiegend Schwarzarbeit, genau die kleine Hinterziehung, die Bülow ausdrücklich ausschließt, bevor er die Zahl den Millionenbeträgen zuschreibt. Für „1 Prozent Aufklärung“ gibt es keine Quelle. Quelle: Murphy: The European Tax Gap (2019) · EUfactcheck

Falsch — Der Energie-Deal mit Trump: „750 Milliarden über mehr als zehn Jahre“ (Volksbühne)

Es sind 750 Milliarden Dollar über drei Jahre bis Ende 2028, eine unverbindliche Absichtserklärung der EU für LNG, Öl und Kernbrennstoffe, deren Volumen viele Analysten für unrealistisch halten. Die „zehn Jahre“ blasen die Abhängigkeit auf, vor der er warnt; die Kritik, dass eine Abhängigkeit gegen die nächste getauscht wird, bleibt legitim. Quelle: EU-Kommission, Q&A

Vereinfacht — Strack-Zimmermann, Rheinmetall und die „größte Schwänzerin“ (Volksbühne)

Belegt ist, dass sie im Präsidium des Förderkreises Deutsches Heer und der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik saß; LobbyControl hat das 2022 kritisiert. Für Wechsel ehemaliger Mitarbeiter zu Rheinmetall gibt es keine Quelle. Ihre Teilnahme an namentlichen Abstimmungen lag laut einer WheresMyMEP-Auswertung bei 54 Prozent, „die Hälfte“ passt also. „Größte Schwänzerin“ ist falsch: Die niedrigste Quote aller deutschen Europaabgeordneten hatte mit 19 Prozent Sibylle Berg von der PARTEI, die das Festival mitveranstaltete, auf dem Bülow sprach. Er beruft sich auf Hörensagen, und der blinde Fleck liegt im eigenen Lager. Quelle: LobbyControl · Apollo News (WheresMyMEP-Daten; rechtes Medium, Rohdaten nachvollziehbar)

Sonneborns Brüssel

Bestätigt — Kaili, Metsola, Sikorski, 27 Prozent

Kaili kehrte nach der Untersuchungshaft im Katargate-Skandal ins Parlament zurück. Metsola wollte ihren Schwager Matthew Tabone 2022 zum Kabinettschef machen und ernannte ihn im August 2024 tatsächlich; das Zitat mit der Scheidung ließ sich nicht belegen. Sikorski bekam laut NRC 100.000 Dollar im Jahr vom Sir Bani Yas Forum in den Emiraten und hat das in Polen deklariert. Die 27 Prozent Abgeordnete mit Nebeneinkünften stammen von Transparency International EU. Quelle: POLITICO zu Kaili · POLITICO zu Metsola · POLITICO zu Sikorski · POLITICO: 27 Prozent


Weiterführende Quellen

Die Bücher:

  • Marco Bülow: Korrumpiert. Wie ich fast Lobbyist wurde und jetzt die Demokratie retten will (Westend, 2025) — genialokal
  • Marco Bülow: Lobbyland. Wie die Wirtschaft unsere Demokratie kauft (Das Neue Berlin, 2021) — genialokal
  • Martin Sonneborn: Herr Sonneborn geht nach Brüssel (2019) und Herr Sonneborn bleibt in Brüssel (2024) — die beiden Brüssel-Bücher, aus denen er an diesem Abend liest

Weitere Gespräche mit Bülow:

Der Hinweis, der hierher führte:

Aus dem Faktencheck (Sherlock):


Verbindungen

→ Ardalan Ibrahim — Die Partei für Losdemokratie

Bülow liefert die Diagnose aus dem Maschinenraum, Ibrahim die Therapie: Wer ausgelost ist, macht keine Karriere, und am Aufstieg setzt der Wohlfühllobbyismus an. Die Bruchstellen sind aufschlussreicher als die Einigkeit. Bülow will Bürgerräte neben dem Parlament, Ibrahim Gremien, die entscheiden. Und Bülow misst den Bundestag am Grundgesetz („das ist sogar deine Pflicht“), während Ibrahim es „scheißegal“ findet, was dort steht, wenn die Wirklichkeit anders aussieht. Der eine will das geschriebene Recht einlösen, der andere traut ihm nicht mehr.

→ Kevin Kühnert — Lobbyist für die Zivilgesellschaft

Zwei Sozialdemokraten, die gegangen sind und von außen benennen, was sie drinnen sahen, und beide landen bei Anne Brorhilker und Finanzwende. Wertvoll ist der Widerspruch: Kühnert nennt das Abschleifen im Kompromiss „ganz normal“ und wehrt sich gegen Verrats-Rhetorik, Bülow beschreibt denselben Vorgang als Einstieg in die Korruptionsfalle. Wo endet der Kompromiss, und wo beginnt das Angefüttertwerden?

→ Nico Semsrott — Brüssel sehen und sterben

Die europäische Hälfte desselben Befunds, aus demselben PARTEI-Umfeld, mit anderer Erklärung. Semsrott erklärt Fehlverhalten mit Regeln, die niemand kontrolliert, und setzt auf Transparenz. Bülow setzt eine Ebene tiefer an, bei Zugehörigkeit und Aufstieg, und das schaltet auch ein Lobbyregister nicht ab.

→ Colin Crouch — Postdemokratie nach den Krisen

Bülow benutzt Crouchs Begriff, und die beiden Notes verhalten sich wie Theorie und Protokoll. Crouch beschreibt, wie die demokratischen Formen bleiben, während die Entscheidungen woanders fallen; Bülow liefert den Alltag dazu: Podium, zugesteckter Entwurf, Bitte. Am Ende treffen sie sich bei der Justiz, die Crouch als Schutz der Demokratie nachträglich aufwertet und die Bülow gegen das große Geld verlieren sieht.

→ MONITOR — Katharina Reiche und der E.ON-Lobbyismus

Bülows Anfütterung geschah in der Energiepolitik, und MONITOR zeigt, wohin seine These führt, dass die Lobby auf die Ministerien zielt: Eine Energiemanagerin wird selbst Ministerin. Das ist die umgekehrte Drehtür, die Bülow am Finanzministerium beschreibt, als überprüfbarer Einzelfall.

→ Walther Ziegler — Camus in 60 Minuten

Bülow eröffnet den Volksbühnen-Vortrag mit Camus' „permanenter Revolte“ und endet fast mit Camus' eigener Definition: Der Mensch in der Revolte sagt „bis hierher und nicht weiter“. Camus' Unterscheidung von Revolte und Revolution erklärt Bülows Haltung genau: kein Umsturz, ein Nein, das nie aufhört, gerade wenn die eigene Seite gewinnt.

→ WDR Europaforum — Frieden schaffen mit immer mehr Waffen

Die Gegenstimme zu Bülows Aufrüstungsteil. Margarita Šešelgytė erzählt von dem Morgen, an dem ihre Tochter die Enkel in den Schutzraum bringt, also von der Bedrohung, die bei Bülow nur als Ausrede vorkommt. Jan van Aken teilt Bülows Frage, wohin das Geld geht, redet die Bedrohung aber nicht weg. Die Runde zeigt, dass man Rüstungsausgaben scharf kritisieren kann, ohne vom Profit auf die Absicht zu schließen.

→ Martin Sonneborn — Endloser Krieg

Derselbe Kreis und dieselbe Figur: Weil Konzerne am Krieg verdienen, sei die Begründung gelogen. Die Note über Sonneborn hält schon fest, wo das kippt (Korrelation ist keine Kausalität, Putin fehlt im Bild). Neben Bülow gelesen sieht man, wie eng der starke und der schwache Teil seiner Kritik beieinanderliegen.

→ Wie kann Demokratie funktionieren?

Bülow gehört als Stimme in die Frage, wer entscheiden soll: der Insider, der die repräsentative Demokratie „schon immer elitär“ nennt und das Volk über Abstimmungen und Bürgerräte hereinholen will. Zur Reibung zwischen Bregman und Hartmann bringt er eine dritte Diagnose: Die Gewählten sind nicht nur durch Herkunft gebunden, sondern durch Karriere und Fraktionszwang.

→ Marco Bülow — DenkerVita

→ Greenpeace — Katherina Reiche und die Gasindustrie

Die Drehtür, die Bülow beschreibt, dreht sich dort in die Richtung, die kein Gesetz bremst: Die Karenzzeit gilt nur beim Verlassen des Amtes, nicht beim Wechsel aus dem Energiekonzern ins Ministerium, das ihn regulieren soll.


Weiterdenken

Was Sokrates vielleicht gefragt hätte
  • Bülow beschreibt Korruption als schleichenden Tausch von Zugang gegen Loyalität. Wenn das stimmt — ist dann der ehrliche Abgeordnete nicht einfach der, dem noch niemand etwas angeboten hat, das er wirklich wollte?
  • Seine späten Bühnen waren fast alle in einem Spektrum, dessen Publikum seine These schon teilte. Ist ein Kritiker, dem niemand mehr widerspricht, noch ein Korrektiv — oder wird er selbst zu dem, was er „Bubble“ nannte, vor der man am wachsamsten sein muss?
  • Im Kapitel über den Bundestag belegt er aus eigener Erfahrung, im Kapitel über Aufrüstung schließt er vom Profit auf die Absicht. Wie unterscheidet man als Leser das eine vom anderen, wenn beides mit derselben Stimme und demselben Zorn vorgetragen wird?
  • Bülow wünschte sich Bürgerräte, Ardalan Ibrahim will sie verbindlich machen. Wer würde einen ausgelosten Bürgerrat umwerben — und wäre der Wohlfühllobbyismus dort schwächer, weil niemand Karriere machen will, oder stärker, weil niemand die Tricks kennt?
  • Die Anti-Korruptionsregeln, die Bülow jahrzehntelang forderte — Lobbyregister, schärfere Offenlegung, ein Straftatbestand für die Maskenfälle —, sind inzwischen zum Teil Gesetz. Warum fühlt sich das trotzdem nicht wie ein Sieg an: weil die Regeln zu schwach sind, oder weil Korruption im Sinne Bülows gar nicht regelbar ist?

Von hier einen Faden gehen7 Stationen, rückwärts durch den Bestand

Im Bestand

Marco BülowDenkerVitaFrieden schaffen mit immer…Ardalan IbrahimDie Partei für LosdemokratieMartin SonnebornDenkerVitaMichael HartmannHerkunft schlägt ParteibuchSpahns Maskendeal und das…Nico SemsrottBrüssel sehen und sterbenKevin KühnertLobbyist für die ZivilgesellschaftColin CrouchPostdemokratie nach den KrisenMONITOREnergiewende rückwärts?…Walther ZieglerCamus in 60 MinutenMartin SonnebornEndloser KriegWie kann Demokratie…GreenpeaceKatherina Reiche und die…Philipp BlomDie UnterwerfungMaren UrnerRadikal hoffnungsvoll: Denn…NANO TalkEliten: Zwischen Machtmissbrauch…Horst EversKostenloser Nahverkehr als UtopieMichael SternerEnergiewende ist gelebter…

15 gedachte Verweise · vier geteilte Quellen, die noch niemand verlinkt hat

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