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Gedankenraum
Zeitgeist·11. Oktober 2026·0:23 h·11 Belegstellen

taz Reingehen — Wer das Öl hat, hat das Sagen

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Diego Rivera — Wandbild in Freskomanier, Erdrot, Ocker, Petrol und Ölschwarz, monumentale runde Figuren. Eine einzige Kette von links nach rechts: der Tanker in der Meerenge, Kriegsschiffe am Horizont, die Raffinerie, dann die Näherinnen unter nackten Glühbirnen vor einem gerissenen Betonpfeiler, am Ende der Container und das saubere Schaufenster. Rivera hat Industrie als Kette von Händen gemalt — genau die beiden Hälften dieser Folge, Öl als Waffe und das Lieferkettengesetz, sind hier ein Bild.

Prompt: Diego Rivera fresco mural, wide 1200x500 banner, mineral pigments on plaster with a matte, slightly grainy fresco surface. One continuous chain from left to right. Left: a narrow sea strait between brown rocky mountains, a huge black oil tanker squeezed through it, warships small on the horizon. A thick black pipeline runs out of the tanker across the whole picture like a river. Centre: heavy-set workers in a refinery of pipes and flames, then the pipeline feeds into a crowded garment factory where rows of South Asian women in bright saris bend over sewing machines under bare bulbs, a cracked concrete pillar behind them. Right: piles of finished shirts loaded into shipping containers, and beyond them a faceless European shop window with clean mannequins. Rivera's rounded monumental figures, warm earth reds, ochre, deep teal and oil black. No text, no signature.

Quelle: Wer das Öl hat, hat das Sagen — Podcast Reingehen

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Die taz ist spendenfinanziert und genossenschaftlich organisiert — unabhängiger Journalismus ohne Konzerninteressen. Unterstützenswert: taz.de/genossenschaft

Wer spricht?

Ulrike Herrmann (1964, Hamburg) — Wirtschaftskorrespondentin bei der taz (seit 2000). Ausbildung zur Bankkauffrau, Henri-Nannen-Journalistenschule, Studium Geschichte und Philosophie an der FU Berlin. Kernthese: Wachstum und Klimaschutz sind unvereinbar — sie plädiert für ein „grünes Schrumpfen". Bücher: Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen (2019), Das Ende des Kapitalismus (2022), Geld als Waffe (2026). Auszeichnungen: Keynes-Gesellschaft Preis (2015), Otto-Brenner-Preis Spezial (2019). Regelmäßig in Talkshows — erklärt komplexe Zusammenhänge ungewöhnlich direkt.

Shammi Haque (1993, Bangladesch) — Investigativjournalistin bei Correctiv (seit 2024), zuvor freie Mitarbeit bei taz und Bild. Ausbildung an der Axel Springer Akademie (2018–2020). Aktivistin seit der Shahbag-Bewegung 2013, 2015 Asyl in Deutschland, 2023 deutsche Staatsbürgerschaft. Expertise: Frauenrechte, Arbeitnehmerrechte in Lieferketten, Südasien-Perspektive.

Pia Stendera — Freie Journalistin, Studium Soziologie und Kommunikationswissenschaften (Dresden/Berlin). Bekannt durch den Spotify-Podcast Boys Club — Macht und Missbrauch bei Axel Springer (2023, mit Lena von Holt), 1,5 Jahre Recherche zum Fall Julian Reichelt. Schreibt u.a. für taz, Zeit Online, Übermedien. Gemeinsam mit Shammi Haque recherchierte sie den Nazma-Begum-Fall.

Moderation: Stefan Hunglinger (taz)


Teil 1: Öl als Waffe — Warum Trump scheitert

Die Straße von Hormus als strategischer Hebel

1:32

Trump wollte einen Regimechange im Iran — stattdessen könnte der Iran einen Regimechange in Washington provozieren. Das Szenario: Durch die Sperrung der Straße von Hormus kontrolliert der Iran 20% der weltweiten Öl- und Gasförderung, dazu Düngemittel und Kunststoffe. Keine andere Region kann dieses Volumen kurzfristig ersetzen.

„Der Iran hat es geschafft, sehr erfolgreich das Öl zur Waffe zu machen. Und es gibt für Trump keinerlei Möglichkeit, diese Straße von Hormus wieder zu öffnen — einfach weil der Iran immer noch genug Seedrohnen, ballistische Raketen und Seeminen hat."

Im Gespräch — 1:32

Der Iran ist arm — aber seine asymmetrische Waffe ist unerschöpflich.

Warum der Ölpreis-Schock die USA direkt trifft

3:48

Trumps Kalkül war: Wir sind der größte Ölproduzent der Welt — uns trifft das nicht. Denkfehler in zwei Richtungen:

  1. Der Ölpreis ist ein Weltmarktpreis. Auch US-Öl wird zu Weltmarktpreisen verkauft — steigende Preise treffen also auch amerikanische Verbraucher.
  2. Globale Rezession schadet US-Exporten. Wenn die Weltwirtschaft abbremst, bricht die Nachfrage nach US-Technologie (KI, Chips) ein — Aktienblasen platzen, Midterms 2026 werden zu einem Desaster für Trump.

Das Dimension-Vergleich macht die Lage noch dramatischer:

Russland exportiert ~7 Millionen Barrel/Tag. Durch die Straße von Hormus gehen 20 Millionen Barrel — das Dreifache. Schon die Ukraine-Krise trieb den Benzinpreis auf 2,26 € (März 2022). Jetzt fehlt dreimal so viel.

Im Gespräch — 3:48

7:36

Das Paradox: Trump hat inzwischen Iran-Sanktionen aufgehoben, damit der Iran weiter Öl verkaufen kann — weil sonst die Weltmarktpreise noch stärker steigen würden. Der "Feind" darf Kasse machen, weil Trump keine andere Wahl hat.

Energiewende als Langfrist-Lösung — aber nicht jetzt

6:05

Erneuerbare Energien sind die strukturelle Antwort auf fossile Abhängigkeit von Autokraten. Aber: Wind und Sonne decken aktuell nur 10% des deutschen Endenergiebedarfs. Deutschland ist in der Frühphase der Energiewende — nicht am Ende. Die Wärmepumpe ist die richtige Technologie für die Zukunft, hilft aber in der aktuellen Krise nicht.

Das Tandem-Szenario: Russland und China

9:09

Herrmanns neues Buch Geld als Waffe stellt eine beunruhigende These auf: Russland und China sitzen beide in ökonomischen Sackgassen — aus völlig unterschiedlichen Gründen. Das macht es für beide Diktatoren attraktiv, Kriege zu führen oder zu verlängern. Das Worst-Case-Szenario: Ein Tandem-Krieg, bei dem die USA zwischen Europa und Ostasien gespalten werden — strukturell ähnlich wie die Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg. Konsequenz:

„Die Europäer müssen unbedingt in der Lage sein, sich selbst gegen Russland zu verteidigen."

Im Gespräch — 9:09

Teil 2: Das Lieferkettengesetz auf dem Prüfstand

Der Fall Nazma Begum

12:58

Nazma Begum (29) arbeitet in einer Textilfabrik in Gazipur, Bangladesch — in der Finishing-Abteilung, wo Etiketten angenäht und Pullover für Lidl verpackt werden. An einem Tag im August 2024 geht ein Karton kaputt. Ihr Vorgesetzter schlägt sie mit einem Kartonrest, beschimpft sie. Zeugen bestätigen den Vorfall.

Begum geht nicht zur Tagesordnung über. Sie sucht Rat bei Gewerkschaftsmitgliedern, versucht gemeinsam Konsequenzen zu fordern. Die Fabrik wird zeitweise geschlossen; mehrere Mitarbeiter dürfen danach nicht mehr eintreten, erhalten keinen Lohn mehr.

„Sie kann und möchte dem nicht verzeihen — weil sie sich nicht so mit sich umgehen lassen will."

Im Gespräch — 12:58

Was aus Rana Plaza geworden ist

16:45

2013: Rana Plaza kollabiert — über 1.100 Näherinnen sterben. Der globale Aufschrei: Schluss jetzt. Was ist 13 Jahre später?

Die BAFA: Beschwerde ins Nichts

19:02

Begum hatte drei Beschwerdemöglichkeiten:

  1. Beim bangladeschischen Verband der Bekleidungshersteller (passiert — keine Rückmeldung)
  2. Bei Lidl (passiert — kein Kommentar "weil Fall noch nicht abgeschlossen")
  3. Beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) — die zuständige deutsche Behörde

NGOs, die die ersten Fälle beim BAFA nach Einführung des Lieferkettengesetzes eingereicht haben (u.a. gegen Amazon und IKEA), berichten:

20:34

Das Gesetz wird systematisch ausgehöhlt

21:19

Das Wirtschaftsministerium hat eine interne Weisung erlassen: "unternehmensfreundlicher agieren". Parallel dazu wird die EU-Lieferkettenrichtlinie (die eigentlich weitergeht als das deutsche Gesetz — mehrere Stufen der Lieferkette) schrittweise ausgehöhlt:

„Wer muss eigentlich überhaupt noch Verantwortung übernehmen?"

Im Gespräch — 21:19

Was bleibt — das Dilemma der Konsumenten

22:51

Ein Boykott von Bangladesch-Produkten hilft nicht — er würde nur Arbeitsplätze vernichten. Die eigentliche Forderung:

„Und da scheint gerade die Verantwortung so ein bisschen wegzugleiten — oder das Verantwortungsbewusstsein."

Im Gespräch — 22:51

Faktencheck

Bestätigt — Straße von Hormus: ~20% des weltweiten Öl- und LNG-Transits

Laut EIA flossen 2024 durchschnittlich 20 Mio. Barrel/Tag durch die Straße von Hormus — ca. 20% des globalen Ölkonsums. Auch ~20% des weltweiten LNG-Handels passiert diese Engstelle. Technisch korrekt: es handelt sich um Transit, nicht Förderung — die 20%-Zahl stimmt. Quelle: EIA: Strait of Hormuz is chokepoint for 20% of world's oil

Vereinfacht — Russland exportiert ~7 Millionen Barrel Öl pro Tag

Die tatsächliche Rohölexportmenge lag 2024 bei ca. 4,8 Mio. bpd (Rohöl). Inklusive Ölprodukte (Diesel, Heizöl) kommen verschiedene Quellen auf 7–8 Mio. bpd. Ist Herrmanns Zahl auf „Öl + Ölprodukte" bezogen, ist sie vertretbar — als reine Rohölexportzahl ist sie zu hoch. Der Vergleich mit Hormus (20 Mio.) ist trotzdem in der richtigen Größenordnung.

Bestätigt — Rana Plaza 2013: über 1.100 Todesopfer

Der Einsturz am 24. April 2013 in Savar kostete 1.133–1.134 bestätigte Menschen das Leben, ~2.500 wurden verletzt. Es ist die tödlichste Fabrikkatastrophe der Textilbranche weltweit. Quelle: Clean Clothes Campaign: Rana Plaza

Vereinfacht — Deutschland: Import aus Bangladesch über 4 Mrd. Euro

Deutschland ist tatsächlich der größte europäische Abnehmer bangladeschischer Bekleidung. Allerdings lagen die Importe allein Jan–Sep 2023 bei ~5,6 Mrd. Euro — das Gesamtjahresvolumen liegt eher bei 7+ Mrd. Euro. „Über 4 Mrd." ist zu konservativ; die Marktposition stimmt, der Betrag ist deutlich unterschätzt. Quelle: Destatis: Importe von Bekleidung Jan–Sep 2023

Bestätigt — Wind und Sonne decken nur rund 10 % des deutschen Endenergiebedarfs

Die Zahl stimmt, sie wird nur oft gegen die falsche Größe gehalten. 2025 lieferten Windkraft 134 TWh und Photovoltaik 91,6 TWh, zusammen 225,6 TWh, bei einem Endenergieverbrauch von rund 2.150–2.300 TWh: 9,4–10,5 %. Die geläufigen Gegenzahlen meinen anderes: alle Erneuerbaren zusammen (mit Biomasse, Wasserkraft, Wärme) kamen 2025 auf 23,8 % des Bruttoendenergieverbrauchs, und „über 55 % Ökostrom“ bezieht sich nur auf die Bruttostromerzeugung — Strom ist rund ein Fünftel der Endenergie. Herrmanns Grundgedanke, dass die Transformation erst am Anfang steht, trägt also mit genau dieser Zahl. (Korrigiert am 11.10.2026: Hier stand vorher „Falsch“, gerechnet gegen alle Erneuerbaren statt gegen Wind und Sonne. → Herrmann — Technisch möglich, ökonomisch unbezahlbar) Quelle: Umweltbundesamt, Erneuerbare Energien 2025 · AG Energiebilanzen, Jahresschätzung 2025

Bestätigt — BAFA ist zuständig für das Lieferkettengesetz

Gemäß LkSG ist das BAFA die zuständige Vollzugsbehörde. Bestätigt durch BAFA-Website und Bundeswirtschaftsministerium. Quelle: BAFA: Überblick Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Bestätigt — Wirtschaftsministerium wies BAFA zu unternehmensfreundlicherem Vorgehen an

Das BMWE wies das BAFA am 26. September 2025 offiziell an, beim LkSG „Zurückhaltung" zu üben. Ab Oktober 2025: Einstellung von Berichtsprüfungen, höhere Bußgeldschwellen, Fokus auf „Dialog statt Sanktionen". FragDenStaat: „Ein bisschen Kinderarbeit ist okay." Quellen: BMWE-Pressemitteilung 26.9.2025 · FragDenStaat

Vereinfacht — EU-CSDDD-Aushöhlung: Aldi und Adidas fallen heraus

Das EU-Omnibus-Paket (Feb. 2025, März 2026 final) erhöhte den CSDDD-Schwellenwert auf 5.000 Beschäftigte + 1,5 Mrd. Euro Umsatz. Adidas (~60.000 Mitarbeiter, ~21 Mrd. Umsatz) fällt nicht heraus. Bei Aldi ist es komplex: Aldi Nord und Süd sind rechtlich getrennte Gesellschaften — einzelne Unternehmen könnten unter den Schwellenwert fallen. Der Grundtenor der Aushöhlung stimmt, die Beispiele sind vereinfacht. Quelle: ADVANT Beiten: CSDDD Omnibus-Änderungen final


Weiterführende Quellen

Aus der Video-Beschreibung: keine Quellenlinks angegeben.

Recherchiert von Sherlock:


Verbindungen

→ Claudia Kemfert — Ist die Abhängigkeit vom Öl unser Untergang? (Der Standard)

direkte Parallele: beide analysieren fossile Abhängigkeit als geopolitischen Hebel; Kemfert aus Energiewendeperspektive, Herrmann aus machtpolitischer

→ Volker Quaschning — Sprit-Abzocke und Ölabhängigkeit

Quaschning und Herrmann kommen zu ähnlichen Schlüssen über Ölpreisschocks, aber Herrmann legt den Fokus auf geopolitische Machtasymmetrien statt Klimaschutz

→ Sternstunde Philosophie — Der Iran-Krieg und die Geopolitik der Gegenwart

vertieft die geopolitische Einordnung des Iran-Konflikts, die Herrmann hier ökonomisch beschreibt

→ PhoenixRunde — Trumps Iran-Krieg: Chaos oder Strategie?

Herrmanns These (Trump in der Öl-Falle) ergänzt die politisch-strategische Analyse der PhoenixRunde

→ Diba Mirzaei — Irankrieg & Geschichte (Jung & Naiv 815)

historischer und gesellschaftlicher Kontext des Iran, den Herrmanns Strukturanalyse voraussetzt

→ MONITOR — Irankrieg und das Ende des Völkerrechts?

rechtliche Dimension des Konflikts, den Herrmann wirtschaftlich einordnet

→ Thomas Fricke — Wie die Wirtschaftskrise den Rechten nützt (Surplus)

Frickes These: wirtschaftliche Not stärkt Rechte — Herrmanns Szenario einer Iran-induzierten Rezession schreibt diese Logik weiter

→ Heiner Flassbeck — Krise und Rechtsruck

strukturelle Parallele: beide zeigen, wie wirtschaftliche Fehlkalkulationen politisch destabilisieren

→ ARTE Mit offenen Karten — Die Sojabohne als geopolitische Waffe

methodisch verwandt: Rohstoffe als geopolitische Hebel — Öl und Soja als parallele Fallstudien

→ Norio — Vergessener DDR-Schatz: Neue Giga-Mine rettet Deutschlands Industrie?

Kupfer-Importabhängigkeit als dritte Rohstoff-Verwundbarkeit: gleiche Grundthese „Ressourcenkontrolle = Macht", andere Ressource, selbes strukturelles Problem

→ MONITOR — Energiewende rückwärts? Katharina Reiche und der E.ON-Lobbyismus

die Aushöhlung des Lieferkettengesetzes folgt dem gleichen Muster: Lobbyismus untergräbt Schutzgesetze

→ Wilhelm Heitmeyer — Die Durchrohung der Gesellschaft

die systematische Nicht-Strafverfolgung von Gewalt am Arbeitsplatz (wie im Fall Begum) ist Teil der gesellschaftlichen Verrohung, die Heitmeyer beschreibt

→ Konstantin Flemig — US-Seeblockade gegen Iran

Flemig zeigt die Hormus-Eskalation in Echtzeit: US-Seeblockade, 102 USD/Barrel Brent, Düngemittelengpass — die konkrete Materialisierung von Herrmanns These, dass Öl Macht bedeutet

→ Sudan: Das Massaker von El Fashir und die Rolle der VAE

Die Goldader Sudans spiegelt das Prinzip dieser Note direkt: Wer die Rohstoffe kontrolliert, formt die Geopolitik — die VAE-Beteiligung an der RSF ist kein humanitäres Versagen, sondern ressourcenpolitisches Kalkül (Gold-Exporte fast verdoppelt seit Kriegsbeginn)

→ Sudan: Humanitäre Lage und DRK-Einsatz — Christof Johnen (phoenix)

Johnen beschreibt die humanitäre Konsequenz der Rohstofflogik: 1,5 Milliarden Euro Nothilfe, weil politische Akteure keine Waffenstillstandsinteressen haben — Ressourcenkontrolle und humanitäres Versagen sind zwei Seiten derselben Kalkulation

→ Die Neuen Zwanziger — Salon Lektüren Februar 2026

Im Februar-Salon kritisieren Schmitt/Schulz Herrmanns Buch „Geld als Waffe" fundamental: Die Ablenkungsthese widerspricht ihrer eigenen Hormus-Analyse aus dieser Note

→ Markus Reisner — Lage an der Straße von Hormus ist fragil

Militärisches Gegenstück: Wer Energierouten kontrolliert, kann sie auch asymmetrisch angreifen

→ Kai Schöneberg — Ölkrise lohnt sich für BP

BP Q1/2026: Konkreter Gewinn-Beleg für die hier analysierte Hormus-Blockade und Öl als Machtinstrument.

→ Follow This — Die grüne Horzel in Big Oil

Follow This stellt die Gegenfrage: Was passiert mit der Ölmacht, wenn die Nachfrage sinkt?

→ taz Reingehen — ICE-Razzia Hyundai und ein Jahr Schwarz-Rot

Gleicher Podcast, andere Perspektive: Beide Reingehen-Episoden zeigen wie globale Machtstrukturen auf das Leben Einzelner durchschlagen — Öl als geopolitisches Instrument, ICE als innenpolitisches. Und wie lokale Bevölkerungen das schweigend normalisieren.

→ Dirk Specht — Das Ende des Erdöls beginnt jetzt

Dass die Wende in der akuten Krise nicht hilft, bestreitet Specht mit Beispielen aus Asien. Der Faktencheck dort zeigt: Schnell reagiert haben die Länder mit Rationierung, die Umstellung selbst braucht Jahre.

→ Ulrike Herrmann — Technisch möglich, ökonomisch unbezahlbar

Dieselbe Stimme, ausführlich: Hier sagt Herrmann den 10-%-Satz im Vorbeigehen, dort baut sie ihn zur Begründung aus, warum grünes Wachstum an der Physik der Umwandlungsketten scheitert. Dort steht auch die Rechnung, die den 10 % recht gibt.

Von hier einen Faden gehen7 Stationen, rückwärts durch den Bestand

Im Bestand

Ulrike HerrmannTechnisch möglich, ökonomisch…Claudia KemfertIst die Abhängigkeit vom Öl…Volker QuaschningSprit-Abzocke und ÖlabhängigkeitSternstunde PhilosophieDer Iran-Krieg und die…PhoenixRundeTrumps Iran-Krieg: Chaos oder…Diba MirzaeiIrankrieg & Geschichte (Jung &…MONITORIrankrieg und das Ende des…Thomas FrickeWie die Wirtschaftskrise den…Heiner FlassbeckKrise und RechtsruckARTE Mit offenen KartenDie Sojabohne als geopolitische…NorioVergessener DDR-Schatz: Neue…MONITOREnergiewende rückwärts?…Wilhelm HeitmeyerDie Durchrohung der GesellschaftKonstantin FlemigUS-Seeblockade gegen IranSudan: Das Massaker von El…Sudan: Humanitäre Lage und…Christof Johnen (phoenix)Die Neuen ZwanzigerSalon Lektüren Februar 2026Markus ReisnerLage an der Straße von Hormus…Kai SchönebergÖlkrise lohnt sich für BPFollow ThisDie grüne Horzel in Big Oil

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