Quelle: Sprit-Abzocke⛽📈 – Warum Sprit erst mal teuer bleibt und was uns jetzt wirklich hilft (März 2026)

Wer spricht?

Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning — Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin (seit 2004), Autor des Standardwerks Regenerative Energiesysteme, Mitgründer von Scientists for Future (2019). Betreibt gemeinsam mit Cornelia Quaschning den Podcast „Das ist eine gute Frage”. Träger des Deutschen Solarpreises (2020). Positioniert sich bewusst als aktivistischer Wissenschaftler: Klimaschutz ist für ihn kein neutrales Thema, sondern moralische Verpflichtung. Klar gegen Kernkraft-Propaganda und fossile Übergangstechnologien.

Kernthese

„Wenn wir in 4 Jahren nicht schon wieder die gleichen Fragen diskutieren wollen, dann müssen wir von Öl und Gas unabhängig werden — und zwar schnell. Die Rezepte kennen wir: weg vom Verbrenner, weg von der Öl- und Gasheizung. Das besser gestern als heute.”


Kontext: Warum steigt der Sprit?

▶ 2:19

Der Iran-Krieg (USA/Israel gegen Iran, ab Februar 2026) hat die Straße von Hormus blockiert — eine der wichtigsten Meerengen der Welt. Rund 20 % der weltweiten Ölproduktion nehmen diesen Weg. Als Reaktion griff der Iran auch Öl- und Gasproduktionsanlagen im Nahen Osten an.

Der entscheidende Mechanismus: Deutschland bezieht nur 6,1 % seines Erdöls aus dem Nahen Osten (Stand 2025). Die größten Lieferanten sind Norwegen, USA, Libyen, Kasachstan, Großbritannien. Trotzdem explodieren die Preise — weil Ölpreise global bestimmt werden. Asien braucht dringend Ersatz, bietet anderen Lieferländern viel Geld, und Deutschland muss mithalten, damit die Öltanker nicht umgeleitet werden.

Sogar in den USA — einem der größten Erdölexporteure der Welt — steigen die Spritpreise. Der globale Markt kennt keine Ausnahmen.

Profiteure der Krise:

  • Ölkonzerne weltweit: Förderkosten kaum gestiegen, Preise explodiert
  • Putin: füllt Kriegskasse wieder auf
  • Trumps Ölfreunde: „da knallen jetzt so richtig die Säckkoren”

Das Billionen-Problem: Fossile Abhängigkeit

▶ 4:37

Seit 1990 hat Deutschland fast 2 Billionen Euro für den Import von Erdöl, Erdgas und Kohle ausgegeben — Geld, das weitgehend ins Ausland geflossen ist. Wertschöpfung in Deutschland: minimal. Die schicken Hochhäuser und dicken Autos in Ölförderländern? „Die haben wir praktisch mitbezahlt.”

Das ist kein Zufallsproblem. Die Politik hat Deutschland strukturell abhängig gemacht: durch Jahrzehnte pro-Verbrenner, pro-fossile Energie, anti-ÖPNV.

Durch die Iran-Krise ist auch Erdgas betroffen: Flüssiggastanker kommen ebenfalls nicht mehr durch die Straße von Hormus, Gasförderanlagen wurden bombardiert. Die Gaspreise an der Börse steigen — das wird sich früher oder später auf Endkundenpreise durchschlagen. Und die Straße von Hormus blockiert auch Dünger-Importe — mit möglichen Folgen für Lebensmittelpreise.


Analyse der politischen “Lösungen”

AfD: 60 Cent Senkung (Weidel)

▶ 14:33

Kosten: 25–30 Mrd. Euro pro Jahr (40–50 Mrd. Liter × 60 Cent). Gegenfinanzierung: keine. Möglichkeiten: neue Schulden (“Sondervermögen”) oder ein Viertel der Bundeszuschüsse zur Rentenkasse streichen. Ökonomisches Problem: Hohe Preise sind ein Knappheitssignal — sie sollen Nachfrage reduzieren. Subventioniert man dagegen an, bleibt die Nachfrage hoch, Preise klettern weiter, der Staat muss noch mehr subventionieren. Politisches Kalkül: Die AfD kommt nie in die Verlegenheit, diese Vorschläge umsetzen zu müssen. Stimmungsmache ohne Verantwortung.

Söder: Einmal täglich erhöhen

▶ 16:04

Populär, wird im April gesetzlich umgesetzt. Österreich hat es vorgemacht — kurzfristig kleine Einsparungen, aber: Ölkonzerne werden sich auf den neuen Rhythmus einstellen und dann einmal täglich “richtig kräftig” erhöhen. Nullsummenspiel laut den meisten Ökonomen. Nicht schädlich, aber keine echte Hilfe.

Strategische Ölreserven freigeben (Söder)

▶ 17:34

Wurde bereits teilweise gemacht. Effekt: überschaubar. Das Problem: Niemand weiß, wie lange der Iran-Konflikt dauert. Wenn die Reserven aufgebraucht sind und es noch schlimmer kommt, “sehen wir ganz schön alt aus.”

Kartellrecht verschärfen

Interessant: Söder und Habeck sind hier einer Meinung (das gab’s schon 2022 — ohne große Wirkung). Jetzt sollen Ölkonzerne Gründe für Preissteigerungen offenlegen müssen. Könnte etwas Druck aufbauen. Echte Lösung wäre, die Verflechtung von Ölkonzernen, Tankstellen und Raffinerien zu zerschlagen (kartellrechtlich möglich) — aber: dass eine CDU-geführte Regierung das konsequent umsetzt, ist sehr zu bezweifeln. “Theaterdonner.”

Übergewinnsteuer

Landet nicht bei Verbrauchern, gibt dem Staat aber Spielraum. Wurde 2022 schon umgesetzt. Ernste rechtliche Bedenken. Unwahrscheinlich unter CDU.

Tankrabatt / Steuersenkung

▶ 21:20

„Ein Tankrabatt.” Quaschning erinnert: 2022 hat das nicht funktioniert. Viel Steuergeld versenkt, Effekt schnell verpufft, Ölkonzerne haben einen Teil der Rabatte kassiert. „Können wir das Geld auch gleich verbrennen oder in Koffern in die Ölländer schicken.”


Die echten Lösungen

Sofort & billig: Tempolimit

▶ 22:06

Ein deutschlandweites Tempolimit würde laut Berechnungen 5–10 % Spritkosten einsparen — sofort, ohne massive Staatsausgaben, fast kostenfrei. Quaschning mit trockenem Humor: „Wir haben in Deutschland nicht genug Schilder dafür” (Wissing).

Mittelfristig: E-Autos

E-Autos sind inzwischen im Betrieb deutlich günstiger als Verbrenner — sowohl beim privaten als auch beim öffentlichen Laden. Der Anschaffungspreis ist vergleichbar. Preisschocks wie an der Tankstelle sind bei Strom weitgehend ausgeschlossen.

Dänemark: >80 % aller Neuzulassungen Elektroautos. Norwegen: fast 100 %. Deutschland: lächerliche 20 %. „Ein Armutszeugnis.”

Das System in Skandinavien: Verbrenner werden durch hohe Steuern teuer gemacht, E-Autos entsprechend verbilligt. Einfach. Wirksam. In Deutschland: undenkbar, weil die Autoindustrie mit Verbrennern mehr verdient als mit E-Autos — und weil sie die Transformation verschlafen hat.

Mittelfristig: Wärmepumpen statt Öl-/Gasheizungen

Die jetzige Bundesregierung hat das 65%-Erneuerbare-Heizungsziel gestrichen. Quaschning: „Fakten spielen in der Heizungsdiskussion offenbar gar keine Rolle mehr.” Trotzdem gilt: Neue Öl- und Gasheizungen sind ökonomisch wie ökologisch falsch.

Soziale Gerechtigkeit: ÖPNV und Umverteilung

▶ 25:10

Ein wichtiger blinder Fleck in der Spritpreisdebatte: Es gibt viele Menschen, die sich kein Auto leisten können. Die sind auf den ÖPNV angewiesen — und das Deutschlandticket ist in zwei Jahren von 9 € auf 63 € gestiegen. Mehr als der Benzinpreis gestiegen ist. Wo war der öffentliche Aufschrei?

Quaschnings Vorschlag: statt Spritsubventionen → Umverteilung. Wer ein Auto für 50.000–70.000 € fährt, soll nicht über Spritpreise klagen. Die wirkliche Herausforderung: Menschen mit kleinem Geldbeutel, die heute schon jeden Cent umdrehen müssen — und denen steigende Lebensmittelpreise (Dünger!) noch mehr zusetzen werden.


Faktencheck

Bestätigt

~20 % des global gehandelten Öls durch Straße von Hormus — ca. 20 Millionen Barrel/Tag. Quaschning sagt “Ölproduktion” — technisch etwas ungenau (korrekt: Öl-Transit/Handel), der Markteffekt ist aber korrekt beschrieben. Quelle: Wikipedia: Straße von Hormus

Bestätigt

6,1 % des deutschen Erdölbedarfs aus dem Nahen Osten (2025) — in Einklang mit Destatis-Daten (Pressemitteilung PD26_N016_51, zitiert in Video-Beschreibung). Quaschning gibt selbst Quelle an.

Bestätigt

Norwegen & Dänemark bei E-Auto-Neuzulassungen — Dänemark >80 %, Norwegen ~94–100 %. Bestätigt durch Tagesschau und Auto Motor Sport (in Video-Beschreibung verlinkt).

Plausible Schätzung

Seit 1990: 2 Billionen Euro für fossile Energie-Importe — Quaschning extrapoliert aus eigenen Berechnungen von 2016 (1,17 Bio. für 1990–2015). KfW-Daten (~80 Mrd./Jahr Schnitt) ergeben für 35 Jahre ca. 2,5–2,8 Bio. — die 2 Billionen sind eher eine Untergrenze, aber keine direkt belegte Einzelzahl. Quelle: Quaschning 2016 — Das fossile Billionengrab

Bestätigt

Spritverbrauchsdaten & Kosten AfD-Vorschlag — 40–50 Mrd. Liter/Jahr Pkw-Kraftstoff × 60 Cent = 24–30 Mrd. Euro. Plausibel (Gesamtstraßenverkehr: ~52–54 Mrd. L inkl. LKW).

Bestätigt

Tankrabatt 2022 verpufft, Ölkonzerne profitierten — gut dokumentiert durch Bundeskartellamt und Focus/Handelsblatt (in Quaschnings Quellenliste). Robert Habeck selbst sprach von unerwünschter Verteilungswirkung.

Vereinfacht (Faktencheck: vereinfacht)

Tempolimit spart 5–10 % Sprit — Diese Zahl gilt für individuelle Autobahnfahrten oder Autobahnanteil-Emissionen, nicht für den deutschen Gesamt-Kraftstoffverbrauch. UBA-Daten: Tempo 130 spart ~1,5 % des Gesamt-Pkw-Verbrauchs (da nur ein Teil der Fahrten auf der Autobahn stattfindet). Für einzelne Autobahnfahrten stimmt die Zahl. Quelle: UBA: Tempolimits könnten mehr Treibhausgase sparen · Tagesspiegel Faktencheck

Vereinfacht

„E-Autos sind nicht mehr teurer als Verbrenner” — stimmt für den Vergleich Betriebskosten + Anschaffung bei vielen Modellen, aber nicht pauschal. Im günstigen Segment (Kleinwagen unter 20.000 €) sind E-Autos noch deutlich teurer oder nicht verfügbar. Quaschning meint “vergleichbare Klassen” — der Hinweis auf den Einschränkungsfall fehlt.

Vereinfacht / Nicht eindeutig belegt

„Keine neue Öl-/Gasheizung sollte erlaubt sein” — Normative Position, keine Faktenbehauptung. Quaschning kennzeichnet das selbst als politische Forderung, nicht als Faktum.

Vereinfacht

Deutschlandticket: 7× teurer als 9-€-Ticket — stimmt rechnerisch (63/9 = 7). Aber das 9-€-Ticket war massiv subventioniert und nicht dauerhaft finanzierbar. Der Vergleich ist rhetorisch wirkungsvoll, aber methodisch asymmetrisch. Quaschning räumt das im Video selbst kurz ein.


Einordnung

Was diese Perspektive bietet

  • Sachliche Analyse der kurzfristigen Maßnahmen (mit Rechenbeispielen) — kein Populismus, aber klare Bewertung
  • Systemischer Blick: Nicht Symptombekämpfung, sondern Ursachenanalyse (Abhängigkeit von Öl)
  • Soziale Dimension: Quaschning ist einer der wenigen, der explizit auf Menschen ohne Auto hinweist
  • Ehrlicher Umgang mit Grenzen: “Das hilft in der aktuellen Krise auch nicht wirklich weiter”

Offene Fragen

  • Wie kann der Umbau (E-Auto, Wärmepumpe) für einkommensschwache Haushalte finanzierbar gemacht werden?
  • Welche Rolle spielt Europa bei der Entkopplung vom globalen Ölmarkt?
  • Warum ist das Tempolimit in Deutschland politisch undurchsetzbar, obwohl es sofort wirkt?

Verbindungen

Michael Sterner — Energiewende ist gelebter Patriotismus

Derselbe Iran-Schock, komplementäre Ebene: Quaschning der Marktmechanismus, Sterner der Sicherheits- und Friedensrahmen der fossilen Abhängigkeit.

Martin Oetting — Faschismus stoppen mit der Wahrheit

Konkreter Fall einer abstrakten These: Quaschnings Spritpreis-Analyse ist Oettings „Streetlight-Effekt” in einem einzelnen Politikfeld — die unbequeme Wahrheit (globaler Ölmarkt, Verbrenner-Abhängigkeit) gegen die populäre Halbwahrheit (jemand zockt uns ab). Wahrheit sagen statt halbgar mischen.

Mario Buchinger — Es gibt keine Renaissance der Kernenergie

Buchinger und Quaschning beschreiben dasselbe Muster aus verschiedenen Winkeln: Die fossile Lobby verzögert die Energiewende — bei Buchinger durch Kernenergie-Propaganda, bei Quaschning durch Verbrenner-Lobby und Tankrabatt-Politik. Beide betonen: Die Technik für die Wende ist da, der politische Wille fehlt.

Energiesubventionen Deutschland — Atomkraft vs. Erneuerbare Energien

Quaschnings 2-Billionen-Zahl für fossile Importe seit 1990 ergänzt die Subventionsanalyse: Nicht nur wurden Fossile subventioniert — es floss zusätzlich enormes Geld ins Ausland. Das macht das Subventions-Ungleichgewicht noch krasser.

MONITOR — Irankrieg und das Ende des Völkerrechts

MONITOR analysiert den Iran-Krieg als Völkerrechtsbruch. Quaschning zeigt die wirtschaftliche Konsequenz: Der Krieg macht Deutschland’s fossile Abhängigkeit schmerzhaft sichtbar. Beide zusammen: ein vollständiges Bild — normativ (Recht) + ökonomisch (Abhängigkeit).

Diba Mirzaei — Irankrieg & Geschichte (Jung & Naiv 815)

Mirzaei erklärt den geopolitischen Kontext des Iran-Kriegs. Quaschning zeigt, was dieser Kontext konkret für deutsche Verbraucher bedeutet — und warum die Straße von Hormus ein so mächtiges Druckmittel ist.

Sternstunde Philosophie — Der Iran-Krieg und die Geopolitik der Gegenwart

Die Sternstunde-Diskussion über Sicherheitsdilemma und Eskalationsspirale seit 2003 liefert den historischen Rahmen für Quaschnings Analyse: Ölpreiskrisen sind nicht neu (1970er, 2022, 2026) — die Abhängigkeit bleibt bestehen, weil die strukturelle Lösung immer aufgeschoben wird.

Heiner Flassbeck — Krise und Rechtsruck

Flassbeck argumentiert, dass wirtschaftliche Unsicherheit (Inflation, Kaufkraftverlust) den Rechtsruck befeuert. Quaschning zeigt, wie falsche Energiepolitik genau diese Unsicherheit produziert — und wie populistische “Lösungen” (AfD, Söder) die Situation nicht lösen, sondern nur Stimmung machen.

Rainer Mausfeld — Warum schweigen die Lämmer

Mausfeld beschreibt, wie öffentliche Meinung durch Agenda-Setting geformt wird. Quaschnings Analyse der Tankrabatt-Diskussion ist ein Paradebeispiel: Die öffentliche Debatte kreist um Symptome (Spritpreis), nicht um die Ursache (Öl-Abhängigkeit). Wer die Agenda setzt (Söder, AfD), bestimmt, welche Lösungen überhaupt diskutiert werden.

Philip Manow — Autoritäre Zeiten: Die Macht der Wähler

Manow untersucht, wie demokratische Systeme unter wirtschaftlichem Stress reagieren. Quaschnings Beobachtung — dass politische Akteure Scheinlösungen (Tankrabatt, einmal täglich erhöhen) bevorzugen, weil sie populär sind, nicht weil sie wirken — illustriert diesen Mechanismus konkret.

Annette Kehnel — Vom Mittelalter für die Zukunft lernen

Kehnel zeigt anhand historischer Commons-Modelle, dass Ressourcenteilung und kollektive Infrastruktur (ÖPNV, Gemeinschaftsgüter) eine erprobte Alternative zu privatem Konsum sind — direkte Brücke zu Quaschnings Forderung nach günstigem ÖPNV und Umverteilung statt Tankrabatt.

Wilhelm Heitmeyer — Die Durchrohung der Gesellschaft

Heitmeyer analysiert, wie soziale Desintegration und Ungleichheit politische Radikalisierung befeuern. Quaschnings Beobachtung, dass Menschen ohne Auto politisch vergessen werden und die AfD daraus Kapital schlägt, ist ein konkretes Fallbeispiel dieser Dynamik.

Andreas Kemper — Faschismen im 21. Jahrhundert

Kemper zeigt, wie populistische Bewegungen gezielt wirtschaftliche Frustration instrumentalisieren. Quaschnings Analyse der AfD-Scheinsolution (60ct-Senkung) ist genau diese Strategie: substanzlose Symbolpolitik als Mobilisierungswerkzeug.

Erich Fromm — Haben oder Sein

Die Verbrenner-Lobby und der Ruf nach billigem Sprit sind ein Lehrstück der Haben-Logik: Besitzstandswahrung verhindert strukturellen Wandel. Fromms Analyse der Entfremdung durch Warenbesitz (Auto als Statussymbol) erklärt den irrationalen Widerstand gegen E-Mobilität und ÖPNV.

Eva von Redecker — Über den neuen Faschismus (Jung & Naiv 811)

Redeckers Konzept des Phantombesitzes — das Festhalten an Privilegien, die man nie wirklich hatte — trifft auf die Benzinpreisdebatte: Die Verteidigung des “billigen Sprits” ist Verteidigung einer fossilen Normalität, die strukturell längst nicht mehr tragbar ist.

Claudia Kemfert — Ist die Abhängigkeit vom Öl unser Untergang? (Der Standard)

Kemfert und Quaschning analysieren dasselbe Problem aus verschiedenen Winkeln: Quaschning zur Preisentwicklung und Konzernmargen, Kemfert zu den strukturellen Fehlanreizen fossiler Subventionen (80–90 Mrd. €) und warum Preisdämpfung das falsche Instrument ist

Ines Schwerdtner — Energiepreiskrise und das Versagen der Bundesregierung

Schwerdtner liefert die politische Handlungsdimension zur selben Krise: Übergewinnsteuer, Energiekrisengeld, Vergesellschaftung — während Quaschning die wissenschaftliche Einordnung liefert. Zusammen: vollständiges Bild von Diagnose und Lösungsansatz.

MONITOR — Energiewende rückwärts? Katharina Reiche und der E.ON-Lobbyismus

Reiches Energiewende-Bremse verlängert die fossile Gasabhängigkeit, die Quaschning als Hauptpreistreiber identifiziert — politische Entscheidung, die Quaschnings Warnung zur Selbsterfüllung macht.

ARTE — Woher bekommen wir saubere Energie? (Gute Nachrichten vom Planeten)

Konkrete Beweise für Quaschnings These: Der Wechsel weg von fossilen Energien ist längst möglich und wird gelebt — Großbardorf produziert das 35-fache seines Bedarfs, Energiegarten Grensfeen versorgt drei Dörfer mit 1,5 MW Solar

taz Reingehen — Wer das Öl hat, hat das Sagen

Ulrike Herrmann zeigt die geopolitische Dimension hinter Quaschnings Preisanalyse: Öl und Gas als Waffe schwacher Staaten — wer Hormus kontrolliert, kontrolliert Weltmarktpreise. Quaschnings Konsumentenebene und Herrmanns Machtpolitik sind zwei Seiten derselben fossilen Abhängigkeit.

Felix Goldbach (MoneyForFuture) — Batteriespeicher und die ignorierte Lösung der Energiewende

Felix zeigt den Investorenblick auf Quaschnings Diagnose: Batteriespeicher als konkrete technische Antwort auf fossile Abhängigkeit — 81 Mrd. €/Jahr Importe vs. heimische Wertschöpfung durch Speicher; Quaschning beschreibt das Problem, Felix den Markt der Lösung.

Kai Schöneberg — Ölkrise lohnt sich für BP (taz)

BP Q1/2026: Aktuelle Bestätigung des Mechanismus Krise → Preissprung → Konzernmargen-Explosion.

Horst Evers — Kostenloser Nahverkehr als Utopie

Dieselbe Münze, andere Seite: Quaschning argumentiert „weg vom Verbrenner” von der Energie-/Klimaachse, Evers vom sozialen Teilhabe-Versprechen des kostenlosen ÖPNV. Beide entlarven dieselben klimaschädlichen Subventionen (Tankrabatt, Dieselprivileg) und verbinden Verkehrswende mit Verteilungsgerechtigkeit.

Akkudoktor — Lanz und die Energiewende

Identisches Desinformationsmuster: Was Quaschning bei AfD-Narrativen widerlegt, adressiert Akkudoktor bei ZDF-Narrativen