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Gedankenraum
Panorama·8. Oktober 2026·0:40 h·3 Belegstellen

Das Glück des Schmieds

Jeder ist seines Glückes Schmied, sagt das Sprichwort. Aber wer hat den Hammer, wer den Amboss, wer die Kohle? Vier Fragen zu Fleiß, Wohlstand, Sicherheit und Herkunft.

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Frans Masereel — Holzschnitt — Schwarz und Weiß mit einem einzigen glühenden Orange. Eine lange Schmiede, fünf Ambosse in einer Reihe: vorn schlagen zwei mit schweren Hämmern auf glühende Kohle, ein voller Sack steht daneben; nach rechts wird die Glut kalt, und am letzten Amboss steht ein junger Mensch mit leeren Händen und schaut zu einem Hammer hinauf, der zu hoch an der Wand hängt. Über allem hängt der Aufzug still, ein Käfig zwischen zwei Etagen. Masereel erzählte in Holzschnittromanen ohne Worte vom Leben der Arbeitenden; das Sprichwort vom Glück des Schmieds lässt sich kaum ehrlicher befragen als mit Hammer, Amboss und der Frage, wer die Kohle hat.

Prompt: Frans Masereel style black-and-white woodcut with a single accent of glowing orange, wide banner. A long smithy with a row of five anvils seen from the side. At the first anvils strong figures swing heavy hammers over glowing orange coals, a full sack of coal beside them. Toward the right the coals grow grey and cold; at the last anvil a young figure stands with bare empty hands before a cold anvil, looking up at a hammer hanging out of reach high on the wall. Above the workshop an old iron cage elevator hangs motionless between two floors. Bold carved lines, stark contrast, visible wood grain, expressive simplified figures, no detailed faces, no text, no signature, no monogram.

Worum es geht

Jeder ist seines Glückes Schmied, sagt das Sprichwort, und der Kanzler sagt es mit anderen Worten: Die Deutschen arbeiteten zu wenig, die Vier-Tage-Woche und die Work-Life-Balance gefährdeten den Wohlstand. Dieses Panorama nimmt das Sprichwort beim Wort und fragt, wer eigentlich den Hammer hat, wer den Amboss und wer die Kohle. Vier offene Fragen, zu jeder das, was man darüber weiß, und die Stimmen aus den Gedankenwelten, die einander widersprechen. Jede führt mit einem Klick an die Stelle in ihrer Note, an der sie das sagt.

Ein wachsendes Panorama

Angestoßen hat es Herfried Münkler: Aufstieg funktioniere nicht mehr wie ein Aufzug, man müsse seines eigenen Glückes Schmied sein, und Merz habe die Realität gut beschrieben, nur miserabel kommuniziert. Es ist der Stamm, aus dem Kaufkraft und Schöner Wohnen als Äste wachsen. Wenn eine Note in ihrer Nachbesprechung eine dieser Fragen vertieft, kommt ihre Stimme hierher.


Arbeiten wir zu wenig?

Pro Kopf arbeitet in keinem OECD-Land ein Erwerbstätiger so wenige Stunden wie in Deutschland: 1.332 im Jahr 2025, gegen 1.512 in der Schweiz, 1.776 in Polen und 1.736 im OECD-Schnitt. Die OECD warnt selbst, die Reihe tauge nicht für Vergleiche des Niveaus zwischen Ländern (OECD). Den Grund zeigt die deutsche Arbeitszeitrechnung. 1991 arbeiteten 38,9 Millionen Erwerbstätige je 1.554 Stunden, zusammen 60,4 Milliarden. 2025 arbeiteten 46,0 Millionen je 1.332 Stunden, zusammen 61,3 Milliarden (IAB). Fast dieselbe Arbeit verteilt sich auf sieben Millionen Menschen mehr. Einen Rekord gibt es dabei nicht mehr: Der Höchststand lag 2019 bei 62,1 Milliarden Stunden, seither stagniert das Volumen, und der IAB-Forscher Enzo Weber sagt, „die Zeit der Rekorde ist vorbei“.

Wer weniger Stunden arbeitet, sind vor allem Frauen. 49,5 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit, 13,9 Prozent der Männer. Als Grund nennen 27,9 Prozent den eigenen Wunsch und 23,5 Prozent die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen, bei Frauen 28,8 Prozent; die meisten von ihnen wollen diese Betreuung selbst übernehmen, jede neunte findet kein passendes Angebot (Destatis 2026). Friedrich Merz sagte im Mai 2025, mit „Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance“ werde man den Wohlstand nicht erhalten (Tagesspiegel); im Januar 2026 nannte er die Arbeitsleistung der Volkswirtschaft „nicht hoch genug“, in der Schweiz werde 200 Stunden mehr gearbeitet, und er sehe „keine genetischen Unterschiede“ (n-tv); laut OECD sind es rund 180. Im Sommerinterview 2026 sagte er dann: „Ich habe nie jemandem persönliche Faulheit unterstellt“ (Zeit).

Die Gegenforderung, weniger zu arbeiten, ist mit der Arbeitslosigkeit verknotet. In Westdeutschland stieg die Zahl der Arbeitslosen von rund 270.000 im Jahr 1973 auf über eine Million 1975 und über zwei Millionen 1983. Darauf antwortete die IG Metall mit der 35-Stunden-Woche: Die vorhandene Arbeit sollte gerechter verteilt werden. 1984 streikte sie dafür sieben Wochen, seit 1995 gilt die 35-Stunden-Woche in der westdeutschen Metallindustrie. Stellen hat sie nicht geschaffen. Für die westdeutschen Branchen von 1984 bis 1994 fand Jennifer Hunt keinen Beschäftigungsgewinn, eher einen Verlust (Hunt 1999, doi:10.1162/003355399555963), für Frankreichs 35-Stunden-Gesetz fanden Matthieu Chemin und Étienne Wasmer keinen messbaren Effekt (Chemin & Wasmer 2009, doi:10.1086/605426). Als Wunsch der Beschäftigten wurde die kürzere Woche trotzdem erfüllt, mit vollem Lohn. Älter ist die Wette von John Maynard Keynes, der 1930 vorhersagte, seine Enkel kämen mit fünfzehn Wochenstunden aus. Der Wohlstand ist eingetroffen, die freie Zeit nicht, und warum, ist bis heute umstritten (Pecchi & Piga 2008, doi:10.7551/mitpress/9780262162494.001.0001, Sammelband); eine Antwort lautet, die Menschen hätten den Zuwachs lieber in Gütern genommen als in Zeit (Cowen 2017, doi:10.1017/s0265052517000267). Zur Vier-Tage-Woche gibt es inzwischen einen großen Versuch mit Vergleichsgruppe: 141 Organisationen in sechs Ländern stellten bei gleichem Lohn um, und ihre Beschäftigten berichteten weniger Burnout und mehr Zufriedenheit (Fan et al. 2025, doi:10.1038/s41562-025-02259-6). Ein Pilot der Universität Münster mit 45 Organisationen fand Ähnliches (idw 2024). Belastbar ist das nur zum Teil, denn die Firmen hatten sich selbst beworben, und gemessen wurde vor allem, was die Beschäftigten über sich angaben.

Die Stimmen

Weitere Stimmen (4)
  • Maurice Höfgen: Die Jahresarbeitszeit pro Kopf sank von 1.554 auf rund 1.343 Stunden, die Teilzeitquote stieg von 18,5 auf fast 40 Prozent, die Erwerbstätigenquote auf 77,2 Prozent.
  • Teresa Bücker: Mit der Waschmaschine stiegen die Ansprüche an saubere Wäsche, mit der KI steigt, was an einem Tag herauszuholen ist; gewonnene Zeit wird als Erwartung wieder aufgezehrt.
  • Der Dara: Merz fordert vor dem DGB-Bundeskongress Einschnitte und „Eigenverantwortung“ und erntet Buhrufe und Gelächter.
  • Die Neuen Zwanziger: Der Sezession-Herausgeber Erik Lehnert sagt offen, was weniger Einwanderung bedeutet: länger arbeiten, weniger Urlaub.
Die Reibung

Münkler gibt Merz in der Sache recht, Bücker nennt die These eine Lüge, und die Zahlen geben beiden einen Teil: pro Kopf so wenig wie nirgends, insgesamt so viel wie 1991, verteilt auf mehr Menschen. Wenn die fehlenden Stunden vor allem zwischen Beruf und Sorgearbeit zerrieben werden — ist „mehr arbeiten“ dann eine Forderung an die Menschen oder an die Kitas?


Macht Wohlstand satt?

Die These ist alt. Ibn Khaldun beschrieb im 14. Jahrhundert, wie der Zusammenhalt einer Herrschaft, die Asabiyya, über wenige Generationen zerfällt; Peter Turchin hat das als Modell formalisiert, einen empirischen Test gibt es nicht. Mancur Olson erklärte 1982 den Niedergang stabiler Wohlstandsländer ohne Moral, mit der Verkrustung: Wer lange in Frieden lebt, sammelt Interessengruppen an, die Wandel bremsen. Eine Übersicht über mehr als fünfzig Tests nach 25 Jahren findet die These „im Allgemeinen, aber keineswegs überall“ bestätigt (Heckelman 2007, doi:10.1002/j.2325-8012.2007.tb00824.x).

Die Produktivität wächst seit etwa 2005 in allen Industrieländern langsamer, um 0,8 bis 1,8 Prozentpunkte, und eine einzelne Ursache gibt es nicht: Messprobleme, weniger Kapital je Beschäftigtem, schwächerer Handel, schlechtere Verteilung der Ressourcen (Goldin et al. 2024, doi:10.1257/jel.20221543). Ideen werden zudem teurer; um dasselbe Wachstum zu halten, braucht es immer mehr Forschende (Bloom et al. 2020, doi:10.1257/aer.20180338). Deutschland gab 2024 so viel für Forschung aus wie nie seit 1995, 3,17 Prozent seiner Wirtschaftsleistung (Destatis); bei den europäischen Patentanmeldungen verlor es 2025 leicht und blieb unter den ersten zwei, China legte um fast zehn Prozent zu (EPA).

Chinas Tempo erklärt sich zuerst aus dem Abstand. 1978 lag seine Wirtschaftsleistung pro Kopf bei einem Vierzigstel der amerikanischen, und das Wachstum danach kam vor allem aus Reformen und der Umverteilung von Arbeit und Kapital in produktivere Verwendungen (Zhu 2012, doi:10.1257/jep.26.4.103); arme Länder wachsen schneller, solange sie aufholen (Barro 1991, doi:10.2307/2937943). Und in China selbst hat sich ein Wort verbreitet: tang ping, 躺平, flach liegen. Es geht auf einen Beitrag von Luo Huazhong im April 2021 zurück, den die Zensur löschte (NYT). Die Forschung beschreibt kein einheitliches Verhalten, sondern ein Spektrum von Bewältigungsstrategien, mit Angst und Depression, aber auch mit Erleichterung (Ren et al. 2026, doi:10.1371/journal.pone.0342591), von gut verdienenden Aussteigern bis zu Tagelöhnern (Tong & Liu 2024, doi:10.1163/25895745-05020002). Die Jugendarbeitslosigkeit lag im Juni 2023 bei 21,3 Prozent, danach setzte das Statistikamt die Veröffentlichung aus; nach neuer Methode waren es im August 2026 18,9 Prozent (Reuters). Die „996“-Arbeitswoche, von neun bis neun an sechs Tagen, erklärte das Oberste Volksgericht 2021 für rechtswidrig.

Die Stimmen

Die Reibung

Dalio sieht die Samen des Abstiegs im Erfolg, Bude die Angst mit dem Wohlstand wachsen. Aber in China, wo der Aufzug am schnellsten fuhr, legen sich junge Menschen flach, sobald er langsamer wird. Macht Wohlstand satt — oder macht erst der stockende Aufstieg müde, gleich auf welcher Höhe er stockt?


Macht Sicherheit träge?

Sanktionen in der Grundsicherung wirken, und sie haben einen Preis. Kausale Studien zeigen schnellere Jobaufnahmen, schon die Drohung wirkt, zugleich weniger stabile Stellen und mehr Rückzug vom Arbeitsmarkt (IAB-Politikbrief 2025; van den Berg, Uhlendorff & Wolff 2021, doi:10.1111/ecca.12392). Sie treffen wenige: Im Juni 2024 waren 0,7 Prozent der Beziehenden sanktioniert, 88 Prozent davon wegen versäumter Termine. Die Bürgergeld-Reform dämpfte die Jobaufnahmen im ersten Jahr um knapp sechs Prozent, andere Faktoren wogen schwerer; das ist ein noch nicht begutachtetes Arbeitspapier, eine gesicherte Gesamtbewertung erwartet das IAB Ende 2026 (Weber 2024). Seit Juli 2026 heißt die Leistung wieder Grundsicherung (Bundestag). Finnland hat es andersherum probiert: 2.000 Arbeitslose bekamen per Los ein Grundeinkommen ohne Suchpflichten, und sie arbeiteten im ersten Jahr nicht weniger, am Ende etwas mehr, und waren zufriedener (Verho, Hämäläinen & Kanninen 2022, doi:10.1257/pol.20200143).

Die Geflüchteten aus der Ukraine sind ein seltenes Vergleichsexperiment. 2024 hatten in Polen 78 Prozent von ihnen Arbeit, in Tschechien 63, in Dänemark 62, in den Niederlanden 59, in Deutschland 31; die Zahlen sind nur eingeschränkt vergleichbar, weil Deutschland nur sozialversicherungspflichtige Stellen zählt (OECD 2025). Deutschland holt auf: Von denen, die 2022 kamen, arbeitete nach dreieinhalb Jahren etwa die Hälfte (IAB 2026). Für den Abstand nennt die Forschung vor allem die Reihenfolge, in Polen und Dänemark zuerst Arbeit, in Deutschland zuerst Sprachkurs und Anerkennung; für einen Effekt der höheren Leistungen findet sie nur eine „schwache Tendenz, keine eindeutigen Belege“ (IAB 2024). Als der „Job-Turbo“ Ende 2023 die Reihenfolge lockerte, verdoppelten sich die Übergänge in Arbeit fast, in überwiegend reguläre und stabile Stellen (PNAS 2026, doi:10.1073/pnas.2513863123). Und gefragt, wohin sie gehen würden, achten Ukrainer weit mehr auf die Löhne als auf die Sozialleistungen (Adema et al. 2025, doi:10.1073/pnas.2502420122).

Die Stimmen

Die Reibung

Dänemark hat eine dichte soziale Decke und doppelt so viele Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeit wie Deutschland. In Ländern ohne Decke findet man schneller Arbeit, aber auch schneller die Straße. Wenn nicht die Sicherheit träge macht, sondern der Weg in die erste Stelle — warum streiten wir über die Höhe der Leistung statt über die Reihenfolge?


Wessen Glück schmiedet der Schmied?

In den USA verdienten vom Jahrgang 1940 rund 90 Prozent mehr als ihre Eltern, von den in den Achtzigern Geborenen nur noch die Hälfte; würde das Wachstum so verteilt wie damals, ließe sich der größte Teil des Rückgangs umkehren (Chetty et al. 2017, doi:10.1126/science.aal4617). In Deutschland lief der Aufzug länger. Von den Söhnen der Jahrgänge 1955 bis 1975 verdienten stabil zwei Drittel real mehr als ihre Väter, während der Anteil in den USA im selben Zeitraum von 66 auf 48 Prozent fiel (Stockhausen 2021, doi:10.1007/s10888-021-09483-w); für jüngere Jahrgänge und für Töchter fehlt die Messung. Ulrich Beck nannte das 1986 den Fahrstuhleffekt, alle fahren gemeinsam hinauf, die Abstände bleiben; Oliver Nachtwey stellte 2016 die Rolltreppe nach unten dagegen. Die Daten geben ihm nur zum Teil recht: Die Angst vor dem Abstieg stieg bis 2005 in allen Schichten, am stärksten in der Mitte, und fiel bis 2014 wieder auf das Niveau von 1991 (Lengfeld & Ordemann 2017, doi:10.1515/zfsoz-2017-1010).

Wo man anfängt, entscheidet trotzdem viel. Nach einer unsicheren Schätzung der OECD brauchen die Nachkommen einer Familie aus den unteren zehn Prozent in Deutschland sechs Generationen bis zum Durchschnittseinkommen, in Dänemark zwei (OECD 2018, doi:10.1787/9789264301085-en). Von hundert Kindern aus Akademikerfamilien beginnen 78 ein Studium, aus anderen Familien 25, wenn die Eltern keinen Berufsabschluss haben, acht, und das auch bei gleichen Noten (DZHW 2024). Und selbst der Entschluss, seines Glückes Schmied zu sein, ist ungleich verteilt. Wer weiter unten steht, hat im Schnitt ein geringeres Gefühl, sein Leben zu steuern (Kraus, Piff & Keltner 2009, doi:10.1037/a0016357); bei Jugendlichen hängt dieses Gefühl stärker am Familieneinkommen als an Bildung oder Beruf der Eltern (Shifrer 2018, doi:10.1177/2156869318754321), und es sagt den späteren Erfolg am Arbeitsmarkt voraus (Cobb-Clark 2015, doi:10.1186/s40172-014-0017-x).

Die Stimmen

Weitere Stimmen (3)
  • Carolin Amlinger: Eine Karriere, die für das Aufstiegsversprechen steht, und doch das Gefühl, „im Leben fundamental blockiert zu sein“.
  • Petersdorff und Seydack: Die Jahrzehnte der Leichtigkeit waren Jahrzehnte der Durchlässigkeit; jetzt kommt die erste Generation, die es nicht besser haben wird als die Eltern.
  • ARTE Re: Marilyn wird die 56. Anteilseignerin ihrer Genossenschaft, sie verdient den Mindestlohn und strahlt: Arbeit, die einem mitgehört.
Die Reibung

Bärfuss sagt viermal, er habe Glück gehabt. Die Forschung sagt, dass der Glaube, sein Leben in der Hand zu haben, den Erfolg vorhersagt, und dass dieser Glaube selbst am Einkommen der Eltern hängt. Wenn schon der Entschluss, seines Glückes Schmied zu sein, ungleich verteilt ist — was müsste eine Gesellschaft tun, damit mehr Menschen ihn überhaupt fassen können?


Nachbesprechungen, die hierher führen

DatumNoteVertieft
26.09.2026Herfried Münkler — Die Sehnsucht nach OrdnungDer Aufzug, das Sprichwort und Merz' Appell · Anstoß zu diesem Panorama
26.09.2026Gespräch (Luc)Handlungsmacht als Abfolge: erst der Entschluss, dann die Werkzeuge
28.09.2026Omar Yaghi — Die Welt retten mit Chemie?Der amerikanische Traum aus Gewinnersicht, als Gegenstimme zu Bärfuss
08.10.2026Dath und Schmitt — Verschwendung als Möglichkeit?Weniger Arbeit als Köder? Arbeitslosigkeit nach 1973, Work-Sharing (Hunt, Chemin & Wasmer), Keynes, Vier-Tage-Woche (Fan et al. 2025)

Verbindungen

→ Fortschritt

Das Versprechen, dass es besser wird, im Großen: was mit Institutionen geschieht, die auf ein Versprechen gebaut sind, das sie selbst nicht mehr glauben. Hier dasselbe Versprechen im einzelnen Leben.

→ Kaufkraft

Was vom Lohn übrig bleibt: der Ast, an dem sich die Frage nach dem Fleiß in Euro zeigt.

→ Schöner Wohnen

Die Wohnung als das, woran Aufstieg heute am sichtbarsten scheitert, und das Erbe als der Weg, der ohne Arbeit hinaufführt.

→ Wie kann Demokratie funktionieren?

Thieles Satz, dass eine Demokratie ohne Zukunft keine Zukunft hat, verbindet beide: Wenn der Aufzug steht, fragt man auch, wer ihn repariert.

→ Was macht Schule mit uns?

Was die Schule an Herkunft nicht ausgleicht, rechnet die Gesellschaft später als Verdienst ab: Münklers Aufzug und Bärfuss' Glück stehen dort unter der Frage „Sortiert die Schule nach Herkunft?“.


Weiterdenken

Was Sokrates vielleicht gefragt hätte
  • Merz sagt, er habe nie jemandem persönliche Faulheit unterstellt. Wenn nicht die Einzelnen gemeint sind — wen müsste man dann ansprechen, damit mehr gearbeitet wird?
  • Deutschland verteilt fast dieselben Arbeitsstunden wie 1991 auf sieben Millionen Menschen mehr. Ist das ein Zeichen von Schwäche — oder eines Landes, in dem mehr Menschen teilhaben?
  • In China legen sich junge Menschen flach, in Deutschland streiten wir über die Work-Life-Balance. Ist das dieselbe Müdigkeit, an zwei Enden desselben Aufzugs?
  • Bärfuss sagt, er habe Glück gehabt. Was würde sich ändern, wenn Erfolgreiche das öfter sagten — und was, wenn wir es ihnen glaubten?
  • Wer hat mir den Hammer in die Hand gegeben — und wem fehlt er, der neben mir steht?

Von hier einen Faden gehen7 Stationen, rückwärts durch den Bestand

Im Bestand

Herfried MünklerDie Sehnsucht nach OrdnungSchöner WohnenTeresa BückerZeit NEU DENKENDietmar Dath und Wolfgang M.…Verschwendung als Möglichkeit?Omar YaghiDie Welt retten mit Chemie?FortschrittWie kann Demokratie…Was macht Schule mit uns?KaufkraftNANO TalkArbeiten wir zu wenig oder…MONITORMinijobs als ArmutsfalleAnnette KehnelVom Mittelalter für die Zukunft…Moritz RudolphDenkerVitaMaurice HöfgenHeute Show entlarvt Kanzler MerzDer DaraMerz plant 72-Stunden-ArbeitswocheDie Neuen ZwanzigerRechtes Denken, Herr Hegemon,…Ray DalioDer große Zyklus und die…Heinz BudeGesellschaft der AngstChristoph HeinGeoökonomie NEU DENKENForschung

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